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Coronavirus
Maria van Kerkhoves überraschende Erkenntnis zu den Treibern in der Pandemie

Seit der Corona-Pandemie ist die Epidemiologin ständig präsent. Durch ihre Forschungsprojekte sorgt sie immer wieder für Aufsehen.

09.06.2020 | von Melanie Raidl

Maria van Kerkhove © Reuters

Düsseldorf Es war Maria van Kerkhove, die bereits Mitte Januar, als das Coronavirus noch kaum jemandem ein Begriff war, verkündete: „Eine begrenzte Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich.“ Seitdem gehört die Epidemiologin für Infektionskrankheiten bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu den präsentesten Wissenschaftlerinnen in der Pandemie.

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Jetzt hat die 43-Jährige im Rahmen einer virtuellen Pressekonferenz aus der Zentrale in Genf erneut für Aufsehen gesorgt: „Es scheint immer noch selten zu sein, dass eine asymptomatische Person das Virus tatsächlich weiterleitet“, sagte van Kerkhove.

Das heißt: Menschen ohne Fieber, Husten und Atemnot seien nicht die Treiber in der Pandemie. Van Kerkhove beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren mit Viren – schon zu Studienzeiten in Stanford und an der London School of Hygiene & Tropical Medicine gehörten sie zu ihren Forschungsschwerpunkten.

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Auch solche, die Atemwegserkrankungen auslösen. In Kambodscha untersuchte die US-Amerikanerin, die in New York aufwuchs, bereits im Jahr 2009 die Übertragung der Vogelgrippe H1N1 von Geflügel auf Menschen.

Seit 2017 arbeitet sie dauerhaft für die WHO – unter anderem als Leiterin einer „Task-Force“ zur Erforschung des sogenannten MERS-Coronavirus, das sich 2012 im Nahen Osten ausbreitete.

Überzeugender Auftritt

In einem Interview mit der US-Zeitung „The Hill“ erzählte sie einmal von ihrer Leidenschaft, Viren zu erforschen: „Ich liebe die Art der Detektivarbeit daran.“ Van Kerkhoves Wissen über neu auftretende Viren, die Übertragung von Tieren auf den Menschen, die schnellen Ausbreitungswege ist enorm. Wer ihre Konferenzen bei der WHO verfolgt, merkt schnell, wie überzeugend die Wissenschaftlerin auftritt.

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Und doch: Es gibt auch andere Stimmen, die die Ansteckungsgefahr durch positiv auf Sars-CoV-2 getestete Menschen ohne Symptome deutlich größer einschätzen. Etwa zwei Wissenschaftler vom American College for Physicians in Kalifornien. In einer vor ein paar Tagen veröffentlichten Studie sagten sie, dass Personen ohne Symptome noch bis zu zwei Wochen Sars-Cov-2 übertragen können.

Wer nun recht hat, kann zurzeit niemand abschließend sagen, auch nicht die erfahrene Virologin van Kerkhove: „Wir überprüfen die Daten ständig und versuchen, mehr Informationen aus den Ländern zu erhalten, um diese Frage wirklich zu beantworten“, sagte sie erst am Montag.

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