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Investmentbanking
Wert der weltweiten Fusionen und Übernahmen erreicht neuen Höchststand

Das Transaktionsvolumen kletterte auf den höchsten Wert seit 1980. Die Zahl der Megadeals mit einem Wert von mindestens zehn Milliarden Dollar stieg ebenfalls.

01.04.2021 | von Peter Köhler

Skyline Frankfurt © dpa

Frankfurt Trotz der Coronakrise hat der Wert der Käufe und Verkäufe von Unternehmen einen absoluten Höchststand erreicht. Die weltweiten Fusionen und Übernahmen (M&A) haben im ersten Quartal dieses Jahres gegenüber der Vergleichszeit aus dem Jahr 2020 um 93 Prozent zugelegt. Mit 1,3 Billionen Dollar kletterte das Transaktionsvolumen auf den höchsten Wert seit Beginn der Statistik im Jahr 1980, teilte das Analysehaus Refinitiv mit.

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Die Zahl der Megadeals mit einem Wert von mindestens zehn Milliarden Dollar stieg den Angaben zufolge um 37 Prozent. Besonders stürmisch wächst das Segment der Transaktionen zwischen einer Milliarde und fünf Milliarden Dollar, das Plus lag hier zwischen Januar und März bei über 170 Prozent.

Grund hierfür ist der Boom mit den leeren Börsenmänteln – vor allem in den USA –, die innerhalb von zwei Jahren ein Übernahmeziel finden müssen. Diese Special Purpose Acquisition Companies (Spacs) machten 27 Prozent des Transaktionswerts in diesem Segment aus. Insgesamt wurden im ersten Vierteljahr 103 Zusammenschlüsse mit Spacs im Wert von 228,5 Milliarden Dollar registriert.

Die gut 300 Neuemissionen von Spacs mit einem Volumen von 92 Milliarden Dollar lagen schon über den Werten für das Gesamtjahr 2020. Das Münchener Flugtaxi-Unternehmen Lilium hat für den Börsengang als erstes deutsches Start-up den Weg über einen Spac gewählt. Lilium nutzt den US-Börsenmantel Qell Acquisition Corp., hinter dem Barry Engle, der frühere Präsident von General Motors North America, steht.

Nach Abschluss der Transaktion im zweiten Quartal wird Lilium an der US-Börse Nasdaq notiert sein.

US-Finanzaufsicht SEC sammelt Informationen zu Spacs

Der aufgeheizte Spacs-Markt hat schon die US-Finanzaufsicht SEC auf den Plan gerufen. Sie sammele Informationen zu Gebühren, Transaktionsvolumina und Risikokontrollen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. In den vergangenen Tagen habe sie mehrere Wall-Street-Banken angeschrieben.

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Neben den Spacs feiern auch die Finanzinvestoren im M&A-Geschäft neue Rekorde. Die weltweiten Deals unter Beteiligung von Private Equity stiegen im ersten Quartal um 116 Prozent auf gut 250 Milliarden Dollar Transaktionsvolumen, zahlenmäßig betrug das Plus 56 Prozent. Auch die grenzüberschreitenden Deals blieben unbeeindruckt von der Corona-Pandemie und zogen wertmäßig um 135 Prozent an.

Die Banken verdienten am gesamten Investmentbanking im ersten Quartal weltweit gut 37 Milliarden Dollar – entsprechend einem Zuwachs von 45 Prozent. Besonders ergiebig waren dabei die Gebühren für Neuemissionen von Aktien und Kapitalerhöhungen. Spitzenreiter bei den Gebühreneinnahmen war Goldman Sachs, gefolgt von JP Morgan und Morgan Stanley, die Deutsche Bank rangierte als einziges deutsches Institut unter den Top Ten auf Rang acht.

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