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Fintech
Berliner Neobank Nuri streicht jede fünfte Stelle

Zinswende, Inflation und Ukrainekrieg führen zu einem Strategiewechsel der Berliner. 45 Mitarbeiter müssen das Unternehmen deshalb nun verlassen.

25.05.2022 | von Dennis Schwarz

Office von Nuri

New York Erst Klarna, jetzt Nuri: Die Berliner Neobank trennt sich von jedem fünften Mitarbeiter. „Die Zinswende in den USA, die rasant steigende Inflation sowie der Ukrainekrieg führen zu Unsicherheit am Finanzmarkt und resultieren bei Nuri in einem Strategiewechsel“, sagte Nuri-Chefin Kristina Walcker-Mayer dem Handelsblatt.

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Unternehmen müssten jetzt mehr denn je zeigen, dass sie auf dem Weg zur Profitabilität seien: weg vom reinen Nutzerwachstum, hin zu höheren Umsätzen und entsprechend geringeren Kosten, sagte sie. Etwa 45 der bislang 200 Mitarbeiter müssen das Unternehmen nach eigenen Angaben deshalb nun verlassen. Sie wurden am Mittwoch über die Stellenkürzungen informiert.

„Die Marktentwicklungen sind kein kurzfristiger Trend. Deshalb können wir nicht lange warten und müssen zügig handeln“, sagte Walcker-Mayer. Dabei hatte Nuri den Umsatz nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr vervierfacht, im ersten Quartal dieses Jahres verzeichnete die Neobank laut Walcker-Mayer zudem ein Allzeithoch an aktiven Nutzern.

Dennoch: 2022 sei für Start-ups eine große Herausforderung, viele Kapitalgeber seien vorsichtig geworden, die Investitionen in Fintech hätten sich zudem verlangsamt, sagte die Nuri-Chefin.

Diese Herausforderungen will die Berliner Neobank künftig mit einem kleineren Team bewältigen. Bereits im ersten Quartal des vergangenen Jahres war Nuri nach eigenen Angaben profitabel, danach setzte die Berliner Neobank jedoch stark auf Wachstum. Durch den Strategiewechsel werde Nuri laut Walcker-Mayer nun „sehr viel früher profitabel“ sein. Wann das genau sein wird, wollte Walcker-Mayer nicht sagen.

Nuri verwaltet Gesamtvermögen von einer halben Milliarde Euro

Bereits am Montag hatte der Zahlungsspezialist Klarna bekannt gegeben, jede zehnte Stelle zu streichen – ebenfalls mit Verweis auf die anziehende Inflation und den Ukrainekrieg. Auch die volatilen Aktienmärkte und die Aussicht auf eine „wahrscheinliche Rezession“ hätten zu der Entscheidung beigetragen, erklärte das Unternehmen.

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Nuri, das früher Bitwala hieß und 2015 gegründet wurde, zählt neben Marktführer N26 und Vivid Money zu den größten Neobanken mit Sitz in Deutschland.

Seit April des vergangenen Jahres hat sich die Kundenzahl von Nuri auf fast 500.000 Kunden verdoppelt. Insgesamt verwaltet die Neobank nach eigenen Angaben ein Gesamtvermögen von etwa 500 Millionen Euro.

Die Zielgruppe von Nuri sind Einsteiger und fortgeschrittene Nutzer mit Interesse an den virtuellen Währungen Bitcoin und Ethereum. Ihnen bietet die Neobank ein klassisches Girokonto, außerdem eine Kryptohandelsoption.

Für die Nutzer hätten die Veränderungen im Team keine Auswirkungen, betonte Walcker-Mayer. „Wir investieren auch künftig weiter in unsere Produktqualität und unser Angebot.“

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