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Zahlungsdienstleister
Deutsche Bank gewährt Wirecard-Chef Braun Großkredit

Markus Braun hat für einen Kredit über vier Millionen Aktien aus seinem Privatbestand an die Deutsche Bank verpfändet. Solche Deals werden beliebter.

25.03.2019 | von Christian Schnell

Markus Braun © dpa

München, Frankfurt Die Meldung an die Börsenaufsicht Bafin stammt vom 19. Dezember 2017. Damals, kurz vor Weihnachten des vorletzten Jahres, fand sich in den Datenbanken der Bonner Zentrale in der Kategorie Eigengeschäfte von Führungskräften ein außergewöhnlich großes Paket. Mehr als vier Millionen Wirecard-Aktien – exakt waren es 4.166.667 – hatte Vorstandschef Markus Braun aus seiner privaten Beteiligungsgesellschaft verpfändet.

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Der Gegenwert betrug nach damaligem Kurs mehr als 350 Millionen Euro. Das Paket machte knapp die Hälfte der rund 8,6 Millionen Wirecard-Aktien aus, die Braun als größter Einzelaktionär an dem Aschheimer Zahlungsdienstleister besitzt. Der Chef und Gründer von Wirecard begründete sein Vorgehen als Privatsache.

Insidern zufolge betätigt sich der technologieaffine Braun auch als Investor junger aufstrebender Start-ups. Mit einem Anteil von 7,05 Prozent ist Braun vor der Beteiligungsgesellschaft Blackrock größter Einzelaktionär bei Wirecard. Die britische Wirtschaftszeitung „Financial Times“ meldete am Montag mit Verweis auf vertraute Personen, dass Braun die Aktien als Sicherheit für einen Kredit über 150 Millionen Euro bei der Deutschen Bank hinterlegt habe.

Themen des Artikels

Margin-Loans werden immer beliebter

So könne das Geldhaus Zugriff auf mehr als vier Millionen Wirecard-Aktien erhalten und damit etwa einen so hohen Anteil wie der Firmenchef selbst. Bei Wirecard sowie bei der Deutschen Bank wollte man sich zu der Geschäftsbeziehung nicht offiziell äußern.
Kredite, bei denen Topmanager mit hohen Geschäftsanteilen ihre Aktien verpfänden, um so an flüssige Mittel zu kommen, werden in Bankkreisen Margin-Loans genannt. Diese werden nach Aussage von Branchenkennern immer beliebter.

Auf dem aktuellen Kursniveau stellt der Kreditvertrag für beide Seiten kein Risiko dar. Die Wirecard-Aktie notierte am Montag mit rund einem Prozent im Plus bei rund 100 Euro. Das verpfändete Aktienpaket an Wirecard wäre somit 416 Millionen Euro wert. Erst ab einem Kurs von rund 30 Euro müsste man sich bei der Deutschen Bank Sorgen um das hohe Darlehen an Markus Braun machen. Das aber auch nur dann, wenn der Wirecard-Chef den Kreditrahmen voll ausgeschöpft hätte. Eine andere Alternative wäre, dass Braun weitere seiner noch immer mehr als vier Millionen Aktien verpfändet oder einen Teil seines Kredits zurückzahlt.

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