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Einstieg bei Epic Games
Sony erhöht seine Schlagkraft im Konsolenkampf

Die Japaner steigen beim „Fortnite“-Entwickler Epic Games ein. Damit gelingt Sony ein wichtiger Schachzug vor dem Start der neuen Playstation.

10.07.2020 | von Martin Kölling

Videospiel „Fortnite“ © Epic Games

Tokio Sony gewinnt im Kampf um den lukrativen Videospielmarkt einen schlagkräftigen Alliierten in den USA. Wie am Freitag bekannt wurde, wird der japanische Elektronik- und Unterhaltungskonzern für 250 Millionen Dollar etwa 1,4 Prozent der Anteile am Spieleentwickler Epic Games übernehmen. Das Unternehmen ist für das Online-Game „Fortnite“ bekannt, das auf verschiedenen Videospielplattformen mehr als 350 Millionen Abonnenten hat.

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Am Markt gilt dies als ein wichtiger Schachzug vor dem Start von Sonys Spielekonsole Playstation 5 (PS5), mit der sich die Japaner gegen die Rivalen Microsoft und Nintendo rüsten. Der Aktienkurs von Sony sprang am Freitag kurzzeitig um drei Prozent in die Höhe. Denn Sony dürfte damit nicht nur besseren Zugriff auf die Programmierer von Epic, sondern auch auf die 3D-Software „Unreal Engine“ erhalten.

Dabei handelt es sich um ein Entwicklungstool für hochrealistische 3D-Animationen. Die möglichen Anwendungen reichen von Onlinepräsentationen von Autos, Architektur, Trainingssimulationen bis zu Videospielen und Filmen. Das macht den Einstieg auch für Sonys Filmstudio interessant.

Analysten glauben, dass Sony nun besser seine PS5 für die „Unreal Engine“ anpassen und damit Wettbewerbsvorteile gegenüber der Xbox von Microsoft und der Nintendo Switch gewinnen kann. Aber es öffnet sich auch eine Verbindung nach China, da der chinesische IT-Konzern Tencent rund 40 Prozent an dem 1991 gegründeten Spieleentwickler hält.

Sony-Chef Kenichiro Yoshida stellte zudem klar, dass seine Ambitionen über die Spielesparte hinausreichen. Durch die Investitionen wolle das Unternehmen Möglichkeiten für eine weitere Zusammenarbeit „nicht nur bei Spielen, sondern auch über die sich schnell verändernde Landschaft digitaler Unterhaltung“ eröffnen, so Yoshida. Epic-Chef Tim Sweeney, konkretisierte: „Wir teilen die Vision von sozialen 3D-Echtzeit-Erlebnissen, die zu einer Konvergenz von Spielen, Film und Musik führen.“

Neue Playstation 5 © via REUTERS

Kurzfristig stärkt Sony damit ein Standbein, das in der Coronakrise zu den Gewinnern zählt: die Spielesparte. Quer durch die Welt profitierten Videospielanbieter von den Aufforderungen der Regierungen, zu Hause zu bleiben. Der Marktforscher Newzoo erwartet nun nach einer Anhebung seiner Prognose, dass der globale Videospielmarkt dieses Jahr um 9,3 Prozent auf 159 Milliarden US-Dollar wachsen wird.

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Für 2023 gehen die Experten davon aus, dass die Branche die Marke von 200 Milliarden Dollar übertrifft. Auch Sony profitiert davon, dass die Spiele in der Pandemie viral gehen: Bereits im ersten Quartal steigerte die Onlineplattform Playstation Plus die Zahl der Abonnenten um mehr als fünf Prozent auf über 41 Millionen Spieler. Die Zahl der Nutzer der Cloud-Gaming-Plattform Playstation Now verdoppelte sich von März 2019 bis April 2020 auf 2,2 Millionen Nutzer.

Yoshida versprach nun auf der Strategiekonferenz im Mai: „Wir wollen das Engagement noch erhöhen.“ Das Mittel soll die PS5 werden, die etwa 100-mal schneller rechnen kann als das bisherige Modell. Dazu entwickelt Sony neue Spiele-Controller und dreidimensionale Klangwelten. „Durch die Verbindung von Tempo, Haptik und Sound können wir Erfahrungen liefern, die vorher nicht möglich waren“, warb Yoshida für die nächste Generation der Videospielkonsolen.

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