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Einfuhrzölle
China verkündet Durchbruch im Handelsstreit mit USA

Die chinesische Seite bestätigt einen proportionalen Abbau der gegenseitigen Einfuhrzölle. Noch fehlt allerdings eine Bestätigung aus den USA.

07.11.2019| Update: 07.11.2019 - 09:09 Uhr

Containerhafen Schanghai © dpa

Frankfurt China und die USA haben sich offenbar darauf verständigt, die gegenseitigen Einfuhrzölle im gleichen Maße abzubauen. Das teilte das chinesische Handelsministerium am Donnerstag mit.

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Das Ausmaß der ersten Zollsenkung, auch als „Phase-One“-Deal bezeichnet, stehe noch nicht fest und hänge vom Inhalt der Vereinbarung ab, untermauerte Sprecher Gao Feng gegenüber der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Die Unterzeichnung solle dann in den kommenden Wochen erfolgen. Zuletzt hätten beide Seiten bereits „konstruktive Gespräche“ geführt.

Bislang fehlt aber noch eine Bestätigung von Seiten der USA. Sofern diese erfolgt, würde das eine deutliche Deeskalation im Handelsstreit bedeuten. Chinas wichtigste Forderung seit Beginn der Verhandlungen war die Aufhebung der von US-Präsident Donald Trump auferlegten Strafzölle, die inzwischen für den Großteil der chinesischen Ausfuhren in die USA gelten.

Die erste Reaktion an den Börsen fiel entsprechend positiv aus. Der Hang Seng Index in Hongkong stieg um 0,7 Prozent, auch die Future-Kurse auf den S&P 500 legten um 0,5 Prozent zu. „Mit der schrittweisen Rückführung der bestehenden Zölle haben die USA und China eine Einigung erzielt, die die Konjunktur wirklich stützen wird“, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Handelshaus QC Partners. „Gerade im aktuell ohnehin euphorischen Umfeld fällt diese Nachricht auf sehr fruchtbaren Boden.“

Noch verhandeln aber beide Seiten darüber, wo und wann ein „Phase One“-Deal unterzeichnet werden soll. Gao sagte Bloomberg, er habe bislang keine weiteren Informationen über den Ort oder den Zeitpunkt.

Am Mittwoch hieß es aus US-Regierungskreisen, ein Treffen zwischen Trump und seinem chinesischen Amtskollege Xi Jinping zur Unterzeichnung eines ersten Handelsvertrags könnte bis kommenden Monat verschoben werden. Die USA erwögen eine Zusammenkunft nach dem Nato-Gipfel in London Anfang Dezember, sagte ein Regierungsmitglied.

In dem Handelsstreit überziehen sich die beiden größten Volkswirtschaften der Welt seit über einem Jahr gegenseitig mit milliardenschweren Sonderzöllen. Auch Deutschland und viele andere Staaten spüren die Auswirkungen davon. Trump stört sich unter anderem am riesigen Defizit seines Landes im Handel mit China. Er wirft der Volksrepublik unfaire Handelspraktiken und Beschränkungen für ausländische Unternehmen sowie Diebstahl geistigen Eigentums vor.

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Bloomberg, jti, rtr

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