ABO
Anzeige

+++ Corona-News +++
RKI: Gipfel aktueller Welle scheint überschritten – Lockdown in chinesischem Exportzentrum Yiwu

Nordkoreas Diktator Kim erklärt Virus für besiegt +++ EU bestellt weitere 15 Millionen Dosen Omikron-Impfstoff bei Moderna +++ Der Newsblog

11.08.2022| Update: 11.08.2022 - 22:24 Uhr | von Anna Kipnis und Tom Körkemeier

Weiterlesen...
Anne Schwedt
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat eine deutliche Lockerung der Quarantäneregeln für Corona-Infizierte gefordert. „ Aktuell müssen Infizierte fünf Tage in Isolation, auch ohne Symptome. Mein Vorschlag: Nur noch wer Symptome hat, bleibt zu Hause“, sagte der CDU-Politiker der „Bild“-Zeitung. Es brauche derzeit „keine Regeln, die die Menschen verunsichern, sondern solche, die vulnerable Gruppen schützen.“

Bei einer Verschlechterung der Lage müsse die Möglichkeit zum schnellen Eingreifen bestehen. „Dazu reichen die aktuellen Gesetze“, meinte Günther.
Anne Schwedt
Angesichts des sinkenden Risikos durch eine Corona-Erkrankung empfiehlt die US-Gesundheitsbehörde CDC nicht mehr, dass Menschen voneinander Abstand halten sollen . Neue Richtlinien der CDC vom Donnerstag führen die 6-Fuß-Regel, nach der Menschen im Alltag idealerweise 1,80 Meter auseinander stehen sollen, um sich nicht gegenseitig anzustecken, nicht mehr auf.

„Im Vergleich zu früheren Zeiten der Pandemie besteht ein deutlich geringeres Risiko für schwere Erkrankungen, Krankenhausaufenthalte und Todesfälle“, hieß es. Zudem wurden weitere Vorschriften, zum Beispiel zur Quarantäne, gelockert. CDC-Expertin Greta Massetti sagte: „Diese Leitlinien erkennen an, dass die Pandemie noch nicht vorbei ist, helfen uns aber auch dabei, einen Punkt zu erreichen, an dem Covid-19 unser tägliches Leben nicht mehr ernsthaft stört.“

In den USA infizieren sich derzeit jeden Tag etwa 100.000 Menschen mit Corona – um die 500 sterben. Die Entwicklung der Zahlen ist relativ stabil. Sie sind deutlich niedriger als zu Spitzenzeiten.
Tom Körkemeier
Das Robert Koch-Institut beobachtet zuletzt ein Abflachen des Corona-Infektionsgeschehens und sieht deshalb den Zenit der Sommerwelle überschritten . Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sei in der vergangenen Woche nach dem bereits deutlichen Rückgang in der Vorwoche erneut um insgesamt 27 Prozent gesunken und in allen Bundesländern und Altersgruppen rückläufig, geht aus dem RKI-Wochenbericht von Donnerstagabend hervor. Zudem seien die Anzahl Sars-CoV-2-Infizierter mit Symptomen einer akuten Atemwegsinfektion in Deutschland und die Zahl der Arztbesuche Infizierter gesunken, „so dass der aktuelle Wellengipfel überschritten zu sein scheint“.

Die Zahl der Krankenhausaufnahmen von Menschen, die eine schwere akute Atemwegsinfektion und eine Covid-19-Diagnose hatten, sei in der vergangenen Woche ebenso gesunken wie die Zahl der Patienten mit Covid-19-Diagnose auf Intensivstationen. Auch bei den Todesfällen in Verbindung mit dem Virus spricht das RKI zuletzt von einem Rückgang - in der vergangenen Woche mit 372 übermittelten Todesfällen im Vergleich zu 444 in der Vorwoche.
Patricia Hoffhaus
Die indische Hauptstadt Neu-Delhi führt nach einem Anstieg der Corona-Infektionszahlen die Maskenpflicht wieder ein . Wer ohne Mund-Nasen-Schutz erwischt werde, müsse eine Geldstrafe von 500 Rupien (umgerechnet rund sechs Euro) zahlen, heißt es in einer Regierungsanordnung.

Aktuell tragen in Einkaufszentren und auf überfüllten Märkten nur noch wenige Inder Masken. Neu-Delhi meldete in den vergangenen 24 Stunden 2146 Neuinfektionen und acht Todesfälle – die höchsten Zahlen von allen indischen Regionen, die zusammen im selben Zeitraum 16.299 Neuinfektionen und 53 Todesfälle verzeichneten. Die Dunkelziffer gilt allerdings als noch um ein Vielfaches höher.
Anna Kipnis
In China haben mehrere Städte im ganzen Land neue Corona-Beschränkungen verhängt. Darunter ist auch das Exportzentrum Yiwu. In der ostchinesischen Stadt in der Provinz Zhejiang gilt nach Angaben der Stadtverwaltung ab Donnerstag ein dreitägiger Lockdown zur Eindämmung des jüngsten Virusausbruchs. Yiwu ist ein wichtiges Produktions- und Exportdrehkreuz. 1,9 Millionen Menschen leben dort. Auch in weiteren Städten ist die Bewegungsfreiheit für Millionen Menschen weitgehend auf ihre Wohngebiete beschränkt. Ausnahmen gelten bei Corona-Tests, Lebensmitteleinkäufen oder Krankenhausbesuchen.

In Chinas westlicher Region Xinjiang durften Angestellte in drei Städten in der Region Aksu ab Donnerstag ihre Häuser zwar verlassen, um zu arbeiten. Alle anderen mussten ihre Bewegungsfreiheit aber auf das Nötigste beschränken. Es war nicht klar, wann die Maßnahmen wieder aufgehoben werden. Wichtige Bezirke in Xinjiangs Hauptstadt Urumqi wurden bereits am Mittwoch für fünf Tage abgeriegelt. In den touristischen Hotspots Hainan und Tibet weiteten sich die Infektionen weiter aus, die betroffenen Städte wurden abgeriegelt. Auf der Tropeninsel Hainan sind inzwischen rund 178.000 Touristen gestrandet.

Der chinesische Yuan gab am Donnerstag nach seinem Zwei-Wochen-Hoch vom Vortag nach, da die steigenden Infektionen und neuen Sperrungen die Sorgen über die langsame und ungleichmäßige wirtschaftliche Erholung des Landes verstärkten. Obwohl die Zahl im weltweiten Vergleich sehr niedrig ist, setzt China auch bei kleineren Ausbrüchen weiter auf die strikte Null-Covid-Politik, um größere Ausbrüche um jeden Preis einzudämmen.
Anna Kipnis
Nordkorea verkündet „Sieg über Covid-19“:
Sarah Sendner
Südkorea weist die Vorwürfe Nordkoreas zurück, südkoreanische Flugblätter hätten das Virus in das isolierte Land gebracht. „Wir bedauern zutiefst, dass Nordkorea wiederholt unbegründete Behauptungen über den Verlauf der Corona-Infektion aufgestellt und sehr respektlose und bedrohliche Äußerungen gemacht hat", erklärt das südkoreanische Vereinigungsministerium, das für innerkoreanische Angelegenheiten zuständig ist.

Nordkoreas Herrscher Kim Jong Un hatte den Sieg im Kampf gegen die Pandemie im Land erklärt. Nach den Worten seiner Schwester sei der Ausbruch der Seuche auf Feinde in Südkorea zurückzuführen, die mit Flugblättern das Virus eingeschleust hätten.
Sarah Sendner
In Deutschland steigt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Zahl der bekannten Infektionen um 59.888 auf über 31,4 Millionen. Das sind 14.766 Fälle weniger als am Donnerstag vor einer Woche, als 74.645 Ansteckungen verzeichnet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 354,5 von 366,8 am Vortag.

Das RKI meldet 153 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Die bekannte Gesamtzahl liegt damit bei 145.394.
Sarah Sendner
In der ostchinesische Stadt Yiwu in der Provinz Zhejiang gilt nach Angaben der Stadtverwaltung ab Donnerstag ein dreitägiger Lockdown zur Eindämmung des jüngsten Corona-Ausbruchs . Yiwu ist ein wichtiges Produktions- und Exportdrehkreuz im Osten Chinas und beheimatet 1,9 Millionen Menschen.
Leonie Tabea Natzel
Nordkoreas Herrscher Kim Jong Un erklärt den Sieg im Kampf gegen die Pandemie im Land . Er ordnet die Aufhebung der Schutzmaßnahmen an, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur KCNA.

Seine Schwester erklärte, der Ausbruch der Seuche sei auf Feinde in Südkorea zurückzuführen, die mit Flugblättern das Virus eingeschleust hätten. Südkorea begehe weiter Verbrechen gegen die Menschlichkeit, weil Flugblätter nach Nordkorea gesendet werden.
Marc Renner
Tobias Döring
Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI) geht davon aus, dass für die kommende Impfkampagne knapp 60 Millionen Impfungen nötig sein könnten , sollte die Ständige Impfkommission (Stiko) die vierte Impfung für Erwachsene unter 60 Jahren empfehlen. Das teilte das ZI auf Anfrage von Handelsblatt-Korrespondent Jürgen Klöckner mit. Auf Basis der aktuellen Empfehlung geht das Institut von etwa 30 Millionen Impfungen aus, die ab September stattfinden sollten. „Wahrscheinlich etwas weniger, da in den vergangenen Monaten hohe Infektionszahlen zu beobachten sind und die Stiko bisher aus guten Gründen für diese Fälle keinen neuen Booster empfiehlt“, sagte ZI-Chef Dominik Stillfried dem Handelsblatt.

20 Millionen davon entfallen auf die Dritt-, Viert-, oder Fünft-Impfungen für Personen über 60 Jahre und zehn Millionen für Personen unter 60 Jahre für ausstehende Drittimpfungen. Berücksichtigt sind in den Berechnungen eine mögliche Auffrischimpfung für Ältere, die bereits ein viertes Mal geimpft wurden. „Im Endeffekt sollten die Corona-Impfungen etwas oberhalb des Volumens der saisonalen Grippeschutz-Impfungen liegen“, sagte Stillfried. „Sie sind deshalb mengenmäßig von den Arztpraxen gut zu schaffen.“
Anna Kipnis
Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger hat mit Blick auf die Corona-Lage in den kommenden Monaten flächendeckende Schulschließungen abermals ausgeschlossen. „Wir müssen alles so vorbereiten, dass es nicht so weit kommt“, sagte die FDP-Politikerin am Mittwoch im ARD-„Morgenmagazin“.

Unterricht sollte auch mittels digitaler Medien möglich sein, falls Lehrkräfte ausfielen, aber „immer nur begrenzt und nicht monatelange Schulschließungen“, betonte Stark-Watzinger. Zu Kritik an den Vorschlägen zum neuen Infektionsschutzgesetz sagte Stark-Watzinger: „Die Länder haben jede Möglichkeit, auch mit den Schulen sich Regeln zu geben.“ Es sei die Hausaufgabe für den Sommer gewesen diese vorzubereiten.

Für rund 2,5 Millionen Schülerinnen und Schüler im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen beginnt an diesem Mittwoch wieder der Unterricht. NRW startet als erstes Bundesland nach dem Sommerferien-Ende.
Marc Renner
Leonie Tabea Natzel
In Deutschland steigt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Zahl der bekannten Infektionen um 72.737 auf über 31,3 Millionen. Das sind 14.944 Fälle weniger als am Mittwoch vor einer Woche, als 87.681 Ansteckungen verzeichnet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz fällt auf 366,8 von 381,5 am Vortag. Das RKI meldet 213 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Die bekannte Gesamtzahl liegt damit bei 145.241.
Sarah Sendner
Der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, fordert Nachbesserungen am geplanten Infektionsschutzgesetz. „Vorgesehen ist, dass zukünftig alle in den Krankenhäusern Beschäftigte sowie Besucherinnen und Besucher nur mit einem aktuellen Test oder einem höchstens drei Monate alten Impfnachweis - nach dreifacher Impfung - und in beiden Fällen einer FFP2-Maske ein Krankenhaus betreten dürfen", sagt Gaß der Zeitung „Rheinische Post". Den Krankenhäusern werde mit den neuen Regeln ein „so nicht umsetzbarer, zusätzlicher Aufwand" aufgebürdet. Durch Personalausfälle sei die Situation bereits sehr angespannt. „Und wir müssen feststellen, dass wir weit mehr Covid-Patienten auf Intensivstation haben als vor einem Jahr. Wir starten also mit einer deutlich höheren Grundbelastung in die zu erwartende Herbstwelle."
Sarah Sendner
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach will frühere Äußerungen zur vierten Corona-Impfung nicht als Empfehlung für alle jüngeren Menschen verstanden wissen. „Ich habe nicht gesagt: Für alle die vierte Impfung“, sagte der SPD-Politiker am Dienstagabend im ZDF-„heute journal“. „Ich habe nie gesagt, dass alle jüngeren Leute sich jetzt impfen lassen sollen. Das ist einfach falsch.“

Der Minister hatte sich Mitte Juli in einem „Spiegel“-Interview zur vierten Corona-Impfung geäußert und gesagt, wolle man den Sommer ohne das Risiko einer Erkrankung genießen, dann würde er „in Absprache natürlich mit dem Hausarzt auch Jüngeren die Impfung empfehlen“.

Er habe lediglich darauf hingewiesen, dass es für die verschiedenen Altersgruppen wie für die unter 60-Jährigen eine klare Botschaft brauche, sagte Lauterbach nun. Risikopatienten sollten seiner Ansicht nach nicht auf die angepassten Impfstoffe warten: Abwarten sei „für diejenigen, die jetzt im Risiko stehen, einfach falsch“, sagte er im ZDF. Bei jüngeren Menschen könne es aber durchaus Sinn machen, „dass man noch etwas zuwartet“ und sich mit den neuen Impfstoffen behandeln lasse, sagte Lauterbach in den ARD-„Tagesthemen“.
Anna Kipnis
Die Gesamtzahl der bestätigten Corona-Infektionen in Tschechien seit Ausbruch der Pandemie hat die Marke von vier Millionen überschritten. Das teilte das Gesundheitsministerium in Prag am Dienstag mit. Das entspricht nahezu 40 Prozent der Bevölkerung in dem 10,5 Millionen Einwohner zählenden EU-Land. Dabei sind in dieser Zahl die nahezu 300.000 von den Gesundheitsbehörden registrierten sogenannten Reinfektionen nicht enthalten. Wer sich also zwei- oder mehrmals infizierte, wurde nicht mehrmals gezählt.

Knapp 40.600 Menschen sind demnach mit oder an Covid-19 gestorben. Wie die Nachrichtenagentur CTK unter Berufung auf das staatliche Statistikamt berichtete, war Covid-19 im vergangenen Jahr die häufigste Todesursache.
Leonard Frick
Die Europäische Kommission bestellt bei Moderna 15 Millionen weitere Dosen Omikron-Impfstoff. Die für Juli und August vertraglich vorgesehenen Dosen des ursprünglichen Covid-19-Vakzins Spikevax von Moderna wurden auf einen späteren Zeitpunkt in diesem Jahr verschoben, wie das US-Biotechunternehmen mitteilt.
Dabei könnten alle verbliebenden vertraglich vereinbarten Spikevax-Dosen in Omikron-Impfstoffe umgewandelt werden – vorbehaltlich, dass diese durch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA zugelassen werden. Moderna entwickelt zwei bivalente Omikron-Booster, die je einen Anteil des bestehenden Vakzins enthalten und einen Anteil, der sich gegen die Untervariante BA.1 beziehungsweise BA.4/5 richtet.
Leonard Frick
Die Zahl der PCR-Tests auf Sars-CoV-2 und der Anteil der positiven Ergebnisse sind einem Laborverband zufolge in der vergangenen Woche weiter zurückgegangen. So seien mit knapp über 580.900 PCR-Untersuchungen etwa 16 Prozent weniger durchgeführt worden als noch in der Vorwoche, teilte der Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) am Dienstag mit. Die Positivrate von knapp 46 Prozent sei zwar niedriger als in der Vorwoche (knapp 51 Prozent), belege aber, dass das Infektionsgeschehen weiter dynamisch sei und tendenziell auf hohem Niveau bleibe, hieß es. Insgesamt fiel demnach die Zahl der positiven Tests auf etwa 266.900 und ging damit im Vergleich zur Vorwoche um 24 Prozent zurück.

Aus Sicht des ALM ist diese Tendenz zum Teil auf die Ferienzeit zurückzuführen. Der Verband betonte aber auch: „Noch immer ist von einer signifikanten statistischen Untererfassung von an Corona Erkrankten auszugehen, da nicht mehr alle symptomatischen Personen mit der PCR untersucht werden.“

Eine Entspannung sei demnach auch bei der Auslastung der rund 180 Labore, die an der Erhebung teilnehmen, zu verzeichnen: Diese liege aktuell bei lediglich 21 Prozent, wobei die Kapazitäten für die aktuelle Woche auf nun 2,47 Millionen PCR-Tests gesunken seien.

Mit Blick auf die nächste Zeit wies der Laborverband einmal mehr auf die Notwendigkeit der Vorbereitung für Herbst und Winter und der Planungssicherheit hin. Für die kommenden Wochen sei wieder ein deutlicher Anstieg des Infektionsgeschehens zu erwarten, hieß es.
Anna Kipnis
Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat mit der fortlaufenden Überprüfung eines weiteren angepassten Covid-19-Impfstoffs von Biontech und Pfizer begonnen. Dabei handelt es sich um den Booster, der sich neben dem ursprünglichen Wuhan-Stamm auch gegen die derzeit vorherrschenden Omikron-Subvarianten BA.4/5 richtet.

Bei einer fortlaufenden Prüfung bewertet die EMA die Daten, sobald sie verfügbar sind, und setzt den Prozess fort, bis genügend Daten für einen formellen Zulassungsantrag vorliegen. Für den Booster, der sich gegen die Omikron-Variante BA.1 richtet, hatten Biontech und Pfizer vor kurzem die Einreichung des Zulassungsantrags bei der EMA abgeschlossen.
Anna Kipnis
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sieht noch Diskussionsbedarf beim neuen Infektionsschutzgesetz. Dies gelte vor allem für die Frage, ob sich frisch gegen Corona Geimpfte von der Maskenpflicht befreien lassen können, sagte der SPD-Politiker dem Bremer „Weser-Kurier“ (Dienstag). „Das halte ich nicht für eine kluge Regelung.“ Auch frisch Geimpfte könnten sich infizieren und andere anstecken.

Derzeit analysiere seine Landesregierung den von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Justizminister Marco Buschmann (FDP) vorgestellten Gesetzesentwurf, sagte Weil. „Wir werden das tun, was notwendig ist“, sagte er auf die Frage, ob Niedersachsen die zugestandenen Befugnisse voll ausschöpfen werde. Es werde bereits darüber nachgedacht, wie genau die neuen Regelungen auf Niedersachsen übertragen werden können. „Der Grundsatz lautet: So viel wie nötig, so wenig wie möglich“, sagte Weil. Am Nachmittag beraten die Gesundheitsressortchefs der Länder und des Bundes über den Gesetzesentwurf.
Stephan Weil Bild: dpa
Leonie Tabea Natzel
Der umstrittene Entwurf für das neue Infektionsschutzgesetz muss aus Sicht Bayerns dringend verschärft werden . „Der bisherige Gesetzentwurf weist deutliche Lücken auf“, sagte Landesgesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in München. Der Bund müsse daher unter anderem die Kriterien nachschärfen, mit denen die Länder wirksamere Maßnahmen zum Schutz vor Corona-Ansteckungen beschließen und vollziehen könnten.

An diesem Dienstag wollen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern in der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) über den in der vergangenen Woche vorgelegten Entwurf beraten. Im Zentrum des Bundeskonzeptes steht das Tragen von FFP2- oder medizinischen Masken. Bundesweit soll weiter eine FFP2-Maskenpflicht in Fernzügen und Fliegern gelten. Neu hinzu kommt eine Masken- und Testpflicht in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Die Länder sollen zudem selbst entscheiden, ob sie in öffentlich zugänglichen Innenräumen FFP2-Masken vorschreiben.

Konkreten Klärungsbedarf sieht Bayerns Gesundheitsminister etwa beim Abwassermonitoring und der sogenannten RKI-Surveillance , „bei denen leider völlig unklar ist, welche Werte und Daten wir als Alarmsignal verwenden können“.

Sprechen müsse man auch über die vorgesehenen Ausnahmen von Maskenpflichten für frisch Geimpfte und Genesene, sagte Holetschek. Diese seien fachlich nicht zu rechtfertigen, da auch frisch Geimpfte und Genesene Infektionen übertragen könnten. Auch über die Kontrolle der Maskenpflicht herrscht Holetschek zufolge noch Unklarheit.
Sarah Sendner
In Deutschland steigt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Zahl der bekannten Infektionen um 78.698 auf über 31,3 Millionen. Das sind 24.000 Fälle weniger als am Dienstag vor einer Woche, als 102.698 Ansteckungen verzeichnet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 381,5. Das RKI meldet 170 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Die bekannte Gesamtzahl liegt damit bei 145.028.
Leonie Tabea Natzel
Mit Blick auf das neue Infektionsschutzgesetz sind die Messen in Deutschland in großer Sorge . „Erneut sollen sich die 70 Messeplätze in Deutschland auf ein Corona-Regel-Dickicht gefasst machen. Statt kraftvoll ihre Stärken als Drehkreuz für neue Partnerschaften, Marktplatz für Innovationen und Treffpunkt für Problemlöser auszuspielen, sollen Messen Überregulierung stemmen. Das machen wir nicht mehr mit. Alle Kraft ist endlich. Die Verunsicherung ist groß“, sagte der Geschäftsführer des Verbands der deutschen Messewirtschaft (AUMA), Jörn Holtmeier, den Zeitungen der Mediengruppe Bayern (Dienstag).

Die Branche verzeichnet laut Holtmeier seit März 2020 Schäden von mehr als 55 Milliarden Euro . Er sprach sich gegen eine generelle Maskenpflicht bei Messen aus: „Wenn in unserem Land wenigstens drei Viertel aller Menschen grundimmunisiert sind, wird es Zeit, jedem selbst zu überlassen, ob er oder sie eine Maske für das persönliche Schutzbedürfnis tragen möchte oder nicht.“

Vergangene Woche hatten Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Justizminister Marco Buschmann (FDP) das neue Corona-Schutzkonzept für den Herbst vorgestellt. Bundesweit soll demnach etwa weiterhin eine Maskenpflicht in Bus, Bahn und Flieger sowie neu eine Masken- und Testpflicht in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gelten. Die Länder sollen selbst entscheiden, ob sie darüber hinaus in öffentlich zugänglichen Innenräumen Masken vorschreiben.

Weiterhin befürchtet Holtmeier ein Abwandern von Messen ins Ausland . Bisher hätten zwei Drittel aller Leitmessen der Welt in Deutschland stattgefunden. „Aus den zurückliegenden beiden Jahren Regel-Dickicht kann ich Ihnen nur sagen, dass es für ausländische Besucherinnen und Aussteller absolut nicht mehr nachzuvollziehen war, wieso hier diese Regel gilt und dort jene. Unser guter Ruf als zuverlässiger Veranstalter steht auf dem Spiel.“ Die Mitbewerber in Spanien, Italien, Frankreich und im Vereinigten Königreich hätten das verstanden. „Nahezu zwei Jahre Messeverbot in Deutschland haben sie zu nutzen gewusst: Während im vergangenen März in Berlin zum dritten Mal hintereinander die Internationale Tourismusbörse ITB als Weltleitmesse der Touristik abgesagt werden musste, nutzte die Konkurrenzmesse in Madrid zeitgleich ihre Chance - und war besucht wie noch nie.“
Anna Kipnis
Das Biotechunternehmen Biontech bereitet sich auf die Markteinführung von gleich zwei angepassten Omikron-Impfstoffen vor. Die Auslieferung der Vakzine könnte, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen, bereits ab Oktober 2022 beginnen, teilte Biontech am Montag mit.

Beide Impfstoffe könnten damit rechtzeitig zur Unterstützung der Booster-Kampagnen im Herbst zur Verfügung stehen. „Unsere Covid-19-Produktpipeline umfasst variantenangepasste Impfstoffkandidaten sowie Impfstoffkandidaten der nächsten Generation, die auf einen längeren und breiteren Schutz abzielen“, sagte Biontech-Chef Ugur Sahin.
Anna Kipnis
Auf der chinesischen Insel Hainan werden angesichts des dortigen Corona-Ausbruchs weitere Gebiete abgeriegelt. Die Provinzhauptstadt Haikou mit rund 2,9 Millionen Einwohnern und die zwei kleinere Städte Ledong und Chengmai verhängten am Montag einen Lockdown für ihre Einwohner, wie staatliche Medien berichten. Mindestens acht Städte und Gemeinden mit insgesamt rund sieben Millionen Einwohnern erklärten, dass die Menschen ihren Wohnort nicht verlassen dürfen, es sei denn, sie benötigen einen Corona-Test oder müssten Lebensmitteleinkäufe oder wichtige berufliche Aufgaben erledigen. Auch der öffentliche Nahverkehr wurde eingestellt.

Auf der beliebten Tropeninsel, die den schlimmsten Ausbruch seit Beginn der Pandemie durchmacht und die im vergangenen Jahr nur zwei symptomatische Fälle verzeichnete, sitzen derzeit rund 80.000 Urlauber fest. Für die gebeutelte chinesische Luftfahrt- und Tourismusindustrie sind die Maßnahmen ein weiterer Dämpfer, die entsprechenden Aktienkurse gingen auf Talfahrt.
Anna Kipnis
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig will, dass der Bund gemeinsam mit den Ministerpräsidenten über das künftige Infektionsschutzgesetz berät. Es gebe einen regelmäßigen Austausch auf der Ebene der Gesundheitsminister, das sei auch richtig so, sagte die SPD-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Ich halte es aber für notwendig, dass auch die Regierungschefinnen und Regierungschefs darüber beraten.“ Sie mahnte, das Gesetz müsse auch durch den Bundesrat. Und ihrer Ansicht nach sollte es dann auch möglichst einheitlich umgesetzt werden.

Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) und Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatten das neue Corona-Schutzkonzept für den Herbst vergangene Woche vorgestellt. Demnach soll bundesweit weiterhin eine Maskenpflicht in Fernbahnen und Flugzeugen sowie neu eine Masken- und Testpflicht in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gelten. Die Bundesländer sollen ab Oktober ferner selbst entscheiden können, ob sie darüber hinaus in öffentlich zugänglichen Innenräumen Masken vorschreiben.

„Die Maske ist das mildeste Mittel beim Schutz vor Corona“, sagte Schwesig. Im Moment sei die Maskenpflicht im öffentlichen Personenverkehr und in besonders geschützten Bereichen ausreichend. Aber: „Bei steigenden Corona-Zahlen oder aggressiveren Virusvarianten wäre eine Maskenpflicht in Innenräumen besser als Schließungen.“
Manuela Schwesig Bild: dpa
Anna Kipnis
Hongkong lockert seine Corona-Quarantäne-Regeln. Ab Freitag müssen Anreisende nur noch drei statt sieben Tage in Isolation, wie Regierungschef John Lee am Montag ankündigte.

Die Reisenden dürften allerdings vier Tage, in denen sie sich selbst überwachen müssen, nicht in Bars, Restaurants und öffentliche Einrichtungen.

Wir müssen ein Gleichgewicht zwischen der Lebensgrundlage der Menschen und der Wettbewerbsfähigkeit Hongkongs herstellen.

Regierungschef John Lee

Unternehmenschefs in dem Finanzzentrum hatten gehofft, dass Hongkong die Quarantäneregeln aufheben würde. Die Stadt ist seit Ausbruch der Pandemie im Jahr 2020 fast vollständig abgeriegelt und einer der letzten Orte der Welt, der noch immer eine Quarantäne für Reisende verhängt.
Anne Schwedt
Die Behörden in Macau ordnen erneut Corona-Tests für alle rund 700.000 Einwohner an. Bei einer Person, die aus der chinesischen Sonderverwaltungsregion in die Nachbarstadt Zhuhai reiste, sei eine Infektion mit dem Virus festgestellt worden, teilen die Behörden mit. Mehr als 90 Prozent der Einwohner Macaus sind vollständig gegen Corona geimpft. China verfolgt eine strenge Null-Corona-Politik.
Anna Kipnis
Der CDU-Gesundheitsexperte Erwin Rüddel hat Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) wegen des neuen Corona-Schutzkonzepts der Bundesregierung Panikmache vorgeworfen. „Der eingeschlagene Weg ist ein Irrweg“, sagte der Bundestagsabgeordnete am Montag im Deutschlandfunk. Im Sommer sei eine Grundimmunisierung erreicht worden, weshalb es seiner Meinung nach einen „relativ entspannten Corona-Herbst und -Winter“ geben werde. Lauterbach verunsichere mit seinem Kurs die Bevölkerung. „Ich wundere mich, dass die FDP diesen Panikmodus auch mitmacht.“

Der Entwurf von Lauterbach und Justizminister Marco Buschmann (FDP) sieht vor, dass die Länder Masken von Oktober an in öffentlich zugänglichen Innenräumen wieder verpflichtend machen können. Bundesweit soll weiterhin Maskenpflicht in Fernbahnen und Flugzeugen sowie zudem in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gelten. Viel Kritik gibt es am Plan, auf die Maskenpflicht in Restaurants und bei Veranstaltungen zu verzichten, wenn die Corona-Impfung nicht länger als drei Monate zurück liegt.

Rüddel äußerte sich überzeugt, dass es an diesem Entwurf im Laufe der parlamentarischen Beratungen „deutliche Veränderungen“ geben werde. „Das verstehe ich nicht, dass man sich alle drei Monate impfen lassen soll“, sagte der CDU-Politiker. „In allen anderen europäischen Ländern geht man anders um mit den Planungen für den Corona-Winter.“
Anne Schwedt
Das Corona-Schutzkonzept der Bundesregierung für den Herbst und Winter stößt bei einigen FDP-Abgeordneten im Bundestag auf Widerstand. So sagte Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki der „Welt“, der Vorschlag von Justizminister Marco Buschmann (FDP) und Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bedürfe noch einiger Überarbeitungen. „ Warum zum Beispiel eine Maskenpflicht im Freien verhängt werden kann, ist mir nicht klar.“

Auch der Abgeordnete Frank Schäffler verlangte „dringend“ Nachbesserungen am Entwurf für das Infektionsschutzgesetz. Er halte etwa die Möglichkeit einer landesweiten Hotspot-Regelung für einen Rückschritt. Und auch die Möglichkeit der Maskenpflicht an Schulen sei ein Ärgernis. Er werde seine Zustimmung von Veränderungen abhängig machen, sagte Schäffler. Sein Kollege Christoph Hoffmann äußerte sich ähnlich: „Ich bin mir sicher, dass das Infektionsschutzgesetz in der jetzigen Form keine Mehrheit finden wird.“

Dagegen sagte Fraktionschef Christian Dürr der „Welt“, die Maßnahmen seien ein guter Kompromiss. Die FDP habe erreicht, dass es keine tiefgreifenden Grundrechtseingriffe wie Lockdowns, Ausgangssperren, Schulschließungen oder Kontaktbeschränkungen mehr geben werde. Parlamentsgeschäftsführer Stephan Thomae sagte, die Maßnahmen seien sowohl wirksam wie auch zumutbar.
Anna Kipnis
US-Präsident Joe Biden hat nach dem Ende seiner Corona-Infektion seine Isolation beendet . Biden flog am Sonntagmorgen begleitet von mehreren Mitarbeitern per Hubschrauber in Richtung seines Strandhauses in Rehoboth an der Atlantikküste ab, wie das Weiße Haus mitteilte. Reporter berichteten, Biden habe vor dem Abflug gesagt: „Ich fühle mich großartig.“ Der 79-Jährige war am Samstag negativ auf das Coronavirus getestet worden.

Der US-Präsident war vor rund zweieinhalb Wochen positiv getestet worden und wurde mit dem Covid-Medikament Paxlovid behandelt. Nach sechs Tagen beendete er infolge eines negativen Tests seine Corona-Isolation. Dann fiel am Samstag vergangener Woche erstmals ein Test wieder positiv aus, mehrere solcher Ergebnisse folgten.

Präsidentenarzt Kevin O'Connor hatte von einem „Rückfall“ gesprochen, der bei Patienten, die mit Paxlovid behandelt werden, in seltenen Fällen beobachtet wird. Am Samstag hatte O'Connor von einem negativen Testergebnis berichtet.
Joe Biden Bild: dpa
Stefan Kaufmann
Die chinesische Luftfahrtbehörde verkürzt die Suspendierungszeiten für ankommende internationale Flüge mit infizierten Passagieren an Bord auf eine bis zwei Wochen von zwei bis vier Wochen. Chinas Gesundheitsbehörde meldet 868 neue Coronavirus-Infektionen. Am Vortag hatte die Behörde 704 Fälle registriert. Die südchinesische Urlaubsstadt Sanya auf Hainan verhängte wegen 615 symptomatischen Fällen einen Lockdown. In Sanya halten sich zurzeit 80.000 Touristen auf.
Leonie Tabea Natzel
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat sich für „klare Empfehlungen“ auch für Menschen unter 60 oder 70 Jahren ausgesprochen , ob und in welchen Fällen eine vierte Corona-Impfung ratsam ist . „Natürlich wollen auch die Jüngeren wissen, was sie denn nun machen sollen. Wir brauchen jetzt klare Empfehlungen für alle Altersgruppen“, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

„Wir sollten nicht nur sagen, was die über 70-Jährigen machen sollen“, erläuterte Lauterbach. „Wir müssen auch eine Antwort für den 40-Jährigen haben. Sollte er sich auf keinen Fall impfen lassen? Oder nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel bei sehr vielen Kontakten am Arbeitsplatz? Oder nur, wenn der Hausarzt das empfiehlt? Man braucht für jedes Alter eine Botschaft.“ Spätestens, wenn die neuen an die Omikron-Variante angepassten Impfstoffe da seien, „sollte es klare Ansagen auch für die unter 60-Jährigen geben“.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine vierte Corona-Impfung derzeit nur Menschen über 70 Jahren sowie einigen Risikogruppen. Führende EU-Behörden hatten sich für eine zweite Auffrischungsimpfung für alle über 60 ausgesprochen. Lauterbach hatte dagegen für Viertimpfungen auf breiterer Front auch bei Menschen unter 60 Jahren geworben - nach Rücksprache mit dem Arzt.
Leonie Tabea Natzel
Bundesjustizminister Marco Buschmann hat das vorgeschlagene Corona-Schutzkonzept für Herbst und Winter mit möglichen Maskenpflichten in Innenräumen verteidigt . „Am liebsten wäre mir, wir benötigten überhaupt keine Maßnahmen mehr“, sagte der FDP-Politiker der „Bild am Sonntag“. „Jedoch gehen viele Wissenschaftler - auch kritische - von einer hohen Belastungssituation für das Gesundheitssystem aus.“ Daraus dürfe keine Überlastung werden. „Daher wollen wir mit dem mildesten Mittel arbeiten. Das ist die Maske.“

Buschmann und Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatten das Konzept am Mittwoch vorgestellt. Ihr Entwurf für das Infektionsschutzgesetz sieht vor, dass die Bundesländer ab Oktober wieder Maskenpflichten verhängen dürfen. Bundesweit soll demnach weiterhin eine Maskenpflicht in Bus, Bahn und Flieger sowie neu eine Masken- und Testpflicht in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gelten. Die Länder sollen selbst entscheiden, ob sie darüber hinaus in öffentlich zugänglichen Innenräumen Masken vorschreiben.

Viel Kritik gibt es an dem Plan, Menschen von Maskenpflichten in Restaurants oder bei Kultur- und Sportveranstaltungen zu befreien, wenn ihre Impfung nicht älter als drei Monate ist. Daneben soll es Ausnahmen für getestete und frisch genesene Menschen geben.

„Die Ausnahmen von der Maskenpflicht in Innenräumen sollen den Betreibern mehr Spielraum für unternehmerische Eigenverantwortung eröffnen“, betonte Buschmann. „Ein Betreiber kann zum Beispiel ein Public Viewing in Innenräumen zur WM organisieren und nur Besucher mit Tests reinlassen, sodass auf der Veranstaltung Normalität ohne Maske mit einem sehr niedrigen Risiko besteht. Denn das Hausrecht jedes Betreibers ermöglicht ihm, auch nur von einem Teil der Ausnahmen oder von gar keiner Ausnahme Gebrauch zu machen.“
Leonie Tabea Natzel
US-Präsident Joe Biden ist nach seiner Rückkehr in die Isolation erstmals negativ auf das Corona-Virus getestet worden. Biden werde bis zu einem zweiten Negativtest in Isolation bleiben, teilt sein Arzt Kevin O'Connor mit. Der 79-jährige Präsident war am 21. Juli erstmals positiv auf Covid-19 getestet worden. Er war am 27. Juli aus der Isolation entlassen worden, dann aber nochmals positiv getestet worden.
Leonie Tabea Natzel
Die südchinesische Urlaubsstadt Sanya verhängt bei 263 Corona-Infizierungen einen Lockdown , um den Virus-Ausbruch während der Hauptreisezeit einzudämmen. Der stellvertretende Bürgermeister, He Shigang, sagt dem staatlichen Fernsehsender CCTV, dass sich etwa 80.000 Touristen in der Stadt aufhalten. Wer die Stadt verlassen wolle, müsse innerhalb von 48 Stunden zwei negative PCR-Tests vorweisen.
Leonie Tabea Natzel
Der Immunologe Carsten Watzl sieht aktuell Gründe, mit einer vierten Corona-Impfung noch auf an die Omikron-Variante angepasste Vakzine zu warten . „Da die angepassten Impfstoffe hoffentlich nächsten Monat kommen, kann man jetzt auch warten, wenn man die vierte Impfung bisher noch nicht gemacht hat“, sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstag). „Die Impfung mit den angepassten Impfstoffen verstärkt noch einmal die Immunität gegenüber Omikron und sie werden wahrscheinlich auch einen gewissen Schutz vor Infektionen bieten.“

Watzl erläuterte, wenn man sich jetzt zum vierten Mal mit den bisherigen Impfstoffen impfen lasse, sollte man mindestens drei bis sechs Monate warten bis zur nächsten Impfung. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte jüngst gesagt, er erwarte zum Herbst vier neue, angepasste Impfstoffe mit Zulassung frühestens am 9. September.

Die für Impfempfehlungen in Deutschland zuständige Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine zweite Auffrischung bislang nur Menschen über 70 Jahren sowie einigen Risikogruppen. Führende EU-Behörden hatten sich hingegen für eine vierte Corona-Impfung für alle über 60 ausgesprochen. Lauterbach wiederum wirbt für Viertimpfungen auf breiterer Front - nach Rücksprache mit dem Arzt.
Robert Laubach
Marc Renner
In der Corona-Sommerwelle sieht das Robert Koch-Institut trotz zuletzt sinkendem Trend weiter große Herausforderungen . Zwar seien Inzidenzen und weitere Werte zuletzt teils deutlich gesunken, der allgemeine Infektionsdruck bleibe aber hoch , heißt es im Wochenbericht des Instituts zu Covid-19 vom Donnerstagabend. „Auch die damit assoziierte Belastung des Gesundheitssystems bleibt hoch, auch wenn sich die Betriebssituation in der vergangenen Woche leicht verbessert hat.“ Zugleich sieht das RKI bei Millionen Menschen weiteren Impfbedarf .

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sei vergangene Woche im Vergleich zur Vorwoche nun deutlich um insgesamt 21 Prozent gesunken, geht aus dem Wochenbericht hervor. Die Inzidenzen seien im Wochenvergleich in allen Bundesländern und Altersgruppen rückläufig.

Neben der Inzidenz, die das Infektionsgeschehen unvollständig widerspiegelt, blickt das RKI in dem Bericht noch auf einige weitere Datenquellen. Die Werte zu akuten Atemwegserkrankungen in der Gesamtbevölkerung wie die Zahl der Arztbesuche seien zwar im Vergleich zu denen in der Vorwoche gesunken – dennoch aber weiterhin höher als in den Vorjahren um diese Zeit, stellen die Experten heraus. Zudem hätten Ausbrüche in Pflegeheimen weiter zugenommen.

Entwarnung ist den RKI-Experten zufolge aber nicht angezeigt: Mit Blick auf die nächsten Wochen rechnet das Institut mit einer „ weiterhin hohen Zahl an Hospitalisierungen, intensivmedizinisch zu betreuenden Covid-19-Patientinnen und Patienten und Todesfällen, insbesondere in höheren Altersgruppen “.

Die Omikron-Sublinie BA.5 hat demnach auf hohem Niveau noch etwas zugelegt und ist nach den aktuellsten verfügbaren Daten in mehr als 92 Prozent der positiven Proben gefunden worden. Das RKI ruft weiter dazu auf, die Empfehlungen zum Vermeiden von Ansteckungen „unbedingt“ einzuhalten.

Loading...

Das RKI ruft weiter dazu auf, die Empfehlungen zum Vermeiden von Ansteckungen „unbedingt“ einzuhalten – und stellt erneut die große Wichtigkeit der Corona-Impfung heraus . Die Auffrischimpfung schütze weiterhin auch in Omikron-Zeiten sehr effektiv vor schweren Verläufen, weshalb neben dem Beginn der Impfung bei Ungeimpften auch bei den bisher lediglich Grundimmunisierten Impflücken geschlossen werden müssten, schreibt ein RKI-Team im neuen, ebenfalls am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht zu Covid-19-Impfungen.

Den Experten zufolge müssten noch etwa 1,3 Million Menschen im Alter ab 60 Jahren und etwa 7,8 Millionen Menschen unter 60 Jahren, die lediglich grundimmunisiert sind, ihren Impfschutz mit mindestens einer Impfung auffrischen. Noch gar keine Impfung erhalten hätten rund 7,3 Millionen Erwachsene unter 60 Jahre und 1,9 Millionen ab 60. Laut aktuellem Monitoring mit Stand Anfang August sind gut 85 Prozent der erwachsenen Bevölkerung grundimmunisiert, gut 72 Prozent haben eine erste Auffrischimpfung bekommen, knapp 10 Prozent eine zweite.

Loading...

Marc Renner
Nach fast zweieinhalb Jahren sind erstmals wieder Touristen auf der Osterinsel gelandet. Rund 230 Urlauber erreichten die abgelegene Insel im Pazifik am Donnerstag mit dem ersten kommerziellen Flug aus der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile seit Beginn der Corona-Pandemie Anfang 2020 , wie die Zeitung „El Mercurio“ berichtete. Die Besucher mussten gegen das Coronavirus geimpft sein und einen negativen PCR-Test vorlegen.

In den kommenden Wochen soll es jeweils zwei Flüge mit jeweils rund 300 Passagieren pro Woche von Santiago auf die Osterinsel geben - das entspricht etwa einem Drittel der Kapazität vor Beginn der Corona-Pandemie. Auch die Hotelauslastung soll von zunächst 50 Prozent nur Stück für Stück erhöht werden.

Auf der zu Chile gehörenden Osterinsel leben rund 6000 Menschen. Die Insel ist vor allem für seine riesigen Steinstatuen berühmt. Die Wirtschaft hängt zu gut 70 Prozent vom Tourismus ab. Vor Beginn der Pandemie kamen pro Jahr über 100.000 Urlauber auf die Osterinsel.

Wegen der begrenzten medizinischen Kapazitäten vor Ort und der großen Distanz zum rund 3500 Kilometer entfernten Festland hatte sich die Insel mit dem Auftreten der ersten Coronafälle in Chile im März 2020 allerdings weitgehend abgeschottet .
Anne Schwedt
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat sich mit dem Coronavirus infiziert . Der 59-Jährige sei am Donnerstagabend positiv getestet worden, teilte sein Ministerium am frühen Freitagmorgen mit. Ihm gehe es gut, er habe nur leichte Symptome und nehme seine Amtsgeschäfte vorübergehend aus der häuslichen Isolation war. Lauterbach ist nach Angaben seines Ministeriums vierfach geimpft.

„Dies zeigt, dass bei der hochansteckenden Omikronvariante eine Infektion selbst bei äußerster Vorsicht nicht vollständig auszuschließen ist“, schrieb das Ministerium. Der Minister appelliere daher erneut an alle, sich umsichtig zu verhalten und auf einen ausreichenden Impfschutz zu achten, damit Infektionen und schwere Verläufe soweit wie möglich verhindert werden könnten. Lauterbach (SPD) warnt immer wieder vor dem Coronavirus und möglicherweise hochansteckenden Varianten, die noch auftreten können.
Marc Renner
Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) sieht im Corona-Schutzkonzept für Herbst und Winter eine gute Grundlage für den Schulbetrieb im dritten Jahr der Pandemie . „Es freut mich besonders, dass wir bei den Schulen eine Regelung gefunden haben, die flächendeckende Schulschließungen vermeidet. Kinder und Jugendliche haben die Hauptlast bislang getragen“, sagte Stark-Watzinger der Deutschen Presse-Agentur. „Das nächste Schuljahr muss ein normales werden, zumindest so normal, wie es nur möglich ist. Dafür werde ich kämpfen“, versicherte die FDP-Politikerin.

Die politisch Verantwortlichen seien es der jungen Generation schuldig, „ihr alle Chancen auf eine gute Entwicklung im Leben zu bieten“. Sie sei sehr zuversichtlich, dass sich im nun anstehenden Schuljahr Präsenzunterricht und Infektionsschutz „angemessen miteinander vereinen“ ließen, sagte Stark-Watzinger. Am kommenden Mittwoch startet Nordrhein-Westfalen als erstes Bundesland ins neue Schuljahr.

Bundesjustiz-und Bundesgesundheitsministerium hatten in dieser Woche ihr Corona-Schutzkonzept für den Herbst und den Winter vorgestellt. Ein zentrales Instrument ist die Maskenpflicht, die ab Oktober in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens wieder möglich sein soll. An Schulen darf demnach nur dann eine Maskenpflicht verhängt werden, wenn der Präsenzunterricht auszufallen droht - und nur ab Klasse fünf. „Maske ist das letzte Mittel, bevor Präsenzunterricht ausfällt“, erklärte Stark-Watzinger dazu.
Leonie Tabea Natzel
In Deutschland steigt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Zahl der bekannten Infektionen um 59.506 auf über 31,17 Millionen. Das sind 25.292 Fälle weniger als am Freitag vor einer Woche, als 84.798 Ansteckungen verzeichnet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 432,2 von 451,3 am Vortag. Das RKI meldet 165 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Die bekannte Gesamtzahl liegt damit bei 144.717.
Jana Brüntjen
Angesichts weiterhin hoher Corona-Infektionszahlen sind Krankschreibungen wegen Erkältungsbeschwerden ab sofort wieder rein telefonisch und ohne Praxisbesuch möglich. Das entschied der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken am Donnerstag, wie eine Sprecherin bekanntgab. Die Regelung gilt demnach vorerst befristet bis Ende November.

Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege können damit ohne Praxisbesuch nach telefonischer Rücksprache mit dem Arzt bis zu sieben Tage krankgeschrieben werden . Ebenfalls telefonisch kann die Krankschreibung für weitere sieben Tage verlängert werden . Die Regelung galt bereits zu Beginn der Corona-Pandemie, war aber zum 1. Juni angesichts der entspannteren Infektionslage ausgelaufen.

Inzwischen seien die Zahlen aber wieder angestiegen, erklärte der Ausschussvorsitzende Josef Hecken. Gleichzeitig beginne in den kommenden Monaten die Erkältungs- und Grippesaison. „Wir wollen volle Wartezimmer in Arztpraxen und das Entstehen neuer Infektionsketten vermeiden“, sagte er. Die telefonische Krankschreibung sei eine einfache, erprobte und bundesweit einheitliche Lösung dafür.
Leonie Tabea Natzel
Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) sieht im Corona-Schutzkonzept für Herbst und Winter eine gute Grundlage für den Schulbetrieb im dritten Jahr der Pandemie . „Es freut mich besonders, dass wir bei den Schulen eine Regelung gefunden haben, die flächendeckende Schulschließungen vermeidet. Kinder und Jugendliche haben die Hauptlast bislang getragen“, sagte Stark-Watzinger der Deutschen Presse-Agentur. „Das nächste Schuljahr muss ein normales werden, zumindest so normal, wie es nur möglich ist. Dafür werde ich kämpfen“, versicherte die FDP-Politikerin.

Die politisch Verantwortlichen seien es der jungen Generation schuldig, „ihr alle Chancen auf eine gute Entwicklung im Leben zu bieten“. Sie sei sehr zuversichtlich, dass sich im nun anstehenden Schuljahr Präsenzunterricht und Infektionsschutz „angemessen miteinander vereinen“ ließen, sagte Stark-Watzinger. Am kommenden Mittwoch startet Nordrhein-Westfalen als erstes Bundesland ins neue Schuljahr.

Bundesjustiz-und Bundesgesundheitsministerium hatten in dieser Woche ihr Corona-Schutzkonzept für den Herbst und den Winter vorgestellt. Ein zentrales Instrument ist die Maskenpflicht, die ab Oktober in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens wieder möglich sein soll . An Schulen darf demnach nur dann eine Maskenpflicht verhängt werden, wenn der Präsenzunterricht auszufallen droht - und nur ab Klasse fünf. „Maske ist das letzte Mittel, bevor Präsenzunterricht ausfällt“, erklärte Stark-Watzinger dazu.

Dass Grundschulen künftig komplett von der Maskenpflicht ausgenommen werden, stößt beim Deutschen Lehrerverband und beim Verband für Bildung und Erziehung auf Unverständnis. Es sei „völlig unverständlich“, dass selbst bei drohenden Personalausfällen und Teilschulschließungen an Grundschulen künftig keine Masken mehr angeordnet werden können, sagte Lehrerverbandschef Heinz-Peter Meidinger der dpa. Stark-Watzingers Ministerium weist wiederum auf Anfrage darauf hin, dass das dauerhafte Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes „gerade in der Grundschule“ für Kinder belastend sei und den Start in das Schulleben erschweren könne.
Anne Schwedt
Nach fast zweieinhalb Jahren sind erstmals wieder Touristen auf der Osterinsel gelandet. Rund 230 Urlauber erreichten die abgelegene Insel im Pazifik am Donnerstag mit dem ersten kommerziellen Flug aus der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile seit Beginn der Corona-Pandemie Anfang 2020, wie die Zeitung „El Mercurio“ berichtete. Die Besucher mussten gegen das Coronavirus geimpft sein und einen negativen PCR-Test vorlegen.

In den kommenden Wochen soll es jeweils zwei Flüge mit jeweils rund 300 Passagieren pro Woche von Santiago auf die Osterinsel geben - das entspricht etwa einem Drittel der Kapazität vor Beginn der Corona-Pandemie. Auch die Hotelauslastung soll von zunächst 50 Prozent nur Stück für Stück erhöht werden.
Jana Brüntjen
Noch immer sieht das Robert Koch-Institut (RKI) angesichts der Corona-Pandemie bei Millionen Menschen weiteren Impfbedarf – obwohl im Juli wieder etwas mehr Impfungen als im Vormonat verabreicht worden sind. Die Auffrischimpfung schütze weiterhin auch in Omikron-Zeiten sehr effektiv vor schweren Verläufen, weshalb neben dem Beginn der Impfung bei Ungeimpften auch bei den bisher lediglich Grundimmunisierten Impflücken geschlossen werden müssten, wie ein RKI-Team im neuen Monatsbericht zu Covid-19-Impfungen vom Donnerstag schreibt.

Im Juni war laut RKI mit knapp einer Million Impfungen in rund 29.700 Impfstellen der bisherige Tiefststand des Impfgeschehens erreicht worden. Im Juli habe die Zahl der impfenden Stellen nun zwar weiter abgenommen (27.900), es seien mit gut einer Million aber erstmals wieder etwas mehr Impfungen als im Vormonat registriert worden, heißt es im Bericht. „Der seit Jahresbeginn anhaltende Abwärtstrend der Impfzahlen scheint im Juli erstmals gestoppt.“

Dennoch: Den Experten zufolge müssten noch etwa 1,3 Million Menschen im Alter ab 60 Jahren und etwa 7,8 Millionen Menschen unter 60 Jahren, die lediglich grundimmunisiert sind, ihren Impfschutz mit mindestens einer Impfung auffrischen. Noch gar keine Impfung erhalten hätten rund 7,3 Millionen Erwachsene unter 60 Jahre und 1,9 Millionen ab 60. Hier hat sich im Vergleich zum Vormonat wenig verändert.

Konkret sind laut aktuellem Monitoring mit Stand Anfang August gut 85 Prozent der erwachsenen Bevölkerung grundimmunisiert, gut 72 Prozent haben eine erste Auffrischimpfung bekommen, knapp 10 Prozent eine zweite.

Bei der Corona-Impfquote in Deutschland hat sich laut dem Bericht zuletzt hauptsächlich bei der zweiten Auffrischimpfung für ältere Menschen noch etwas getan. Allerdings habe nach jüngsten ausgewerteten Daten die Mehrheit der Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen noch keine zweite Auffrischimpfung erhalten, hieß es. Erstimpfungen würden am wenigsten verabreicht.
Bild: dpa
Anna Kipnis
FDP-Fraktionschef Christian Dürr hat die Bundesländer aufgefordert, sorgfältig mit ihrer Möglichkeit umzugehen, im Herbst wieder Maskenpflichten zu verhängen .

Ich erwarte von den Ministerpräsidenten, dass sie sorgfältig abwägen, wann dieses Instrument notwendig ist.

Christian Dürr

Besonders sprach er dabei Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg an. „Wenn Einschränkungen pauschal verhängt werden, verlieren sie an Akzeptanz, sagte Dürr der Deutschen Presse-Agentur.

Es müsse zudem möglich sein, durch entsprechende Vorkehrungen auf Masken in Schulen grundsätzlich zu verzichten, sagte Dürr.

„Dank der Ampel geht Deutschland zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie gut vorbereitet in den Winter“, sagte Dürr. Das neue Modell sei ein guter Kompromiss.

Ausgangssperren, Schulschließungen und Kontaktbeschränkungen seien damit endlich Geschichte. Das Tragen von Masken dagegen habe sich in vielen Bereichen gerade in der kalten Jahreszeit bewährt.
Anna Kipnis

Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt bundesweit. Am heutigen Donnerstag meldet das Robert Koch-Institut (RKI) einen Wert von 451,3. Der bundesweite Corona-Hotspot liegt in Bayern – Kaufbeuren meldet eine Sieben-Tage-Inzidenz von 1193. Von den 411 Kreisen weisen 134 eine Inzidenz höher als 500 auf .

Das sind die zehn Kreise mit den meisten Neuansteckungen:

1.     Kaufbeuren (Bayern) – 1193

2.     Oldenwaldkreis (Hessen) – 957

3.     Heinsberg (Nordrhein-Westfalen) – 941

4.     Kaiserslautern (Rheinland-Pfalz) – 877

5.     Kassel (Hessen) – 858

6.     Kitzingen (Bayern) – 833

7.     Biberach (Baden-Württemberg) – 830

8.     Schwabach (Bayern) – 814

9.     Wittmund (Niedersachsen) – 803

10. Tirschenreuth (Bayern) – 798


Die niedrigste Inzidenz verzeichnet der Landkreis Nordhausen in Thüringen mit 138.
Die Daten für alle Landkreise finden Sie – auch als sortierbare Tabelle – oben auf dieser Seite in unserem Coronadaten-Dashboard.

Sarah Sendner
In Deutschland steigt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Zahl der bekannten Infektionen um 74.645 auf über 31,1 Millionen. Das sind 29.472 Fälle weniger als am Donnerstag vor einer Woche, als 104.126 Absteckungen verzeichnet wurden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 451,3 von 477,9 am Vortag. Das RKI meldet 192 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Die bekannte Gesamtzahl liegt damit bei 144.552.
Anna Kipnis
Anna Kipnis
Die Zahl der ausländischen Touristen in Thailand hat im Juli erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie vor rund zweieinhalb Jahren die Millionen-Marke übertroffen . Das vom Tourismus stark abhängige Land empfing im vergangenen Monat 1,07 Millionen ausländische Besucher, nachdem es im Juni noch 767.497 waren, wie die Behörden am Donnerstag mitteilte. Das war der höchste Stand seit den 2,06 Millionen Ankünften im Februar 2020. Danach brachten strenge Pandemiebeschränkungen den Tourismus zeitweise zum Erliegen. Er macht normalerweise elf bis zwölf Prozent des thailändischen Bruttoinlandsprodukts aus.

2021 kamen lediglich 428.000 ausländische Besucher an. Zum Vergleich: 2019 - dem letzten Jahr vor Ausbruch der Corona-Pandemie – wurde noch ein Rekord von fast 40 Millionen registriert. In den ersten sieben Monaten diesen Jahres summierten sich die Ankünfte auf 3,15 Millionen, was einem Plus von 5300 Prozent zum Vorjahreszeitraum entspricht. Die Touristen gaben 157 Milliarden Baht (4,3 Milliarden Euro) aus. Die Regierung geht davon aus, dass im Gesamtjahr mehr als zehn Millionen ausländische Touristen kommen dürften.
Anna Kipnis
Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek sieht noch viele offene Fragen beim geplanten neuen Infektionsschutzgesetz. Es sei wie „so oft“ bei einem Bundesgesetz, „es kommt ein Gesetz und es wird nicht zu Ende gedacht“, kritisierte der CSU-Politiker am Donnerstag im ARD-„Morgenmagazin“. „Welche Parameter gelten wann? Wie funktionieren Kontrollen, zum Beispiel, wenn die FFP2-Maske nicht gilt?“

Zum Schutz vor einer neuen Coronawelle soll nach Plänen der Bundesregierung in Geschäften und Behörden von Oktober an wieder Maskenpflicht möglich sein. Die Entscheidung darüber sollen die Bundesländer selbst treffen. Holetschek verlangte einheitlichere Kriterien. „Wir wollen alle keinen Lockdown, und wir wollen keine Schulschließungen mehr.“ Er hätte sich jedoch gewünscht, dass das Paket insgesamt angeschaut werde. Außerdem müsse die einrichtungsbezogene Impfpflicht ausgesetzt werden.

Die neuen Regelungen sollen nach den bisherigen Plänen vom 1. Oktober 2022 bis zum 7. April 2023 gelten. Als nächstes wird sich das Bundeskabinett mit den Vorschlägen der zuständigen Minister befassen. Dann ist der Bundestag am Zug.
Lesen Sie hier mehr zu dem Thema:
Anne Schwedt
In der Debatte um ein mögliches Ende der Isolationspflicht für Corona-Infizierte will die Bundesregierung nach Angaben Bayerns keine Neubewertung der Lage durch das Robert-Koch-Institut (RKI). Das Bundesgesundheitsministerium habe einen Antrag der Unionsländer abgelehnt, dass das RKI eine fundierte Stellungnahme zur Isolationspflicht geben möge, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in München. „ Das Argument, es gebe keine neuen Erkenntnisse, halte ich für dünn.“ Zuvor hatten die unionsregierten Länder in der Gesundheitsministerkonferenz eine entsprechende RKI-Bewertung eingefordert.

„Im Lichte der aktuellen Entwicklungen, vor allem in Österreich, brauchen wir einen Kompass. Was genau spricht also gegen eine aktuelle Bewertung durch die Experten des RKI?“, fragte Holetschek. „Dass Österreich die Isolationspflicht abgeschafft hat, lässt bei vielen Bürgerinnen und Bürgern Fragezeichen zurück. Sie erwarten von uns völlig zu Recht eine professionelle Bewertung.“
Anne Schwedt
Im Kampf gegen die Corona-Pandemie fördert die Bundesregierung erstmals die E ntwicklung eines nasalen Impfstoffs . Das Projekt der Universitätsklinik München namens Zell-Trans werde mit knapp 1,7 Millionen Euro unterstützt, sagte Forschungsministerin Bettina Stark-Watzinger der „Augsburger Allgemeinen“ (Donnerstag). Der Impfstoff soll per Nasenspray auf die Nasenschleimhaut aufgetragen werden, also ohne Nadel.

Damit könne er „direkt dort seine Wirkung entfalten, wo das Virus in den Körper eindringt“, sagte die FDP-Politikerin. Mit dem Schleimhautimpfstoff würden Coronaviren direkt im Nasen-Rachen-Raum bekämpft und können sich dort gar nicht erst festsetzen. Damit könnte das Präparat im Idealfall nicht nur vor symptomatischen Erkrankungen schützen, sondern gleich vor einer Infektion.
Jana Brüntjen
Deutschland droht im Herbst und Winter ein erneuter Anstieg der Corona-Zahlen. Die Bundesregierung will sich mit einer Vielzahl an Maßnahmen vorbereiten.
Jana Brüntjen
Geht die Polizei davon aus, dass jemand mit dem Coronavirus infiziert ist, darf sie gegen diese Person für einen belebten Ort einen Platzverweis aussprechen . Das hat das Verwaltungsgericht Berlin nach Angaben vom Mittwoch entschieden.

Der Kläger befand sich  Ende September 2021 auf dem Berliner Hardenbergplatz. Dort sollten Versammlungen stattfinden, die die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung zum Thema hatten. Aufgrund eines anonymen Hinweises und der Auswertung von im Internet verfügbaren Informationen sei die Polizei davon ausgegangen, dass der Kläger sich einige Tage zuvor auf einer Feier mit dem Coronavirus angesteckt haben könnte. Er erhielt einen Platzverweis. Der Kläger sah sich in seinem Recht auf Versammlungsfreiheit verletzt.

Die 1. Kammer des Verwaltungsgerichts wies die Klage ab. Die Beweisaufnahme habe ergeben, dass dem Kläger nicht die Teilnahme an einer Versammlung untersagt worden sei. Dieser habe vielmehr angegeben, dass er erkrankt sei und nicht an der Versammlung teilnehmen wolle.

Der Platzverweis ist aus Sicht des Gerichts berechtigt. Aufgrund des anonymen Hinweises, der Internetrecherche und des Umstands, dass der Kläger offensichtlich geschwächt gewesen sei, habe die Polizei davon ausgehen dürfen, dass dieser mit dem Coronavirus infiziert gewesen sei. Somit habe eine Ansteckungsgefahr für die Menschen auf dem belebten Platz bestanden.
Sarah Sendner
In Deutschland steigt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Zahl der bekannten Infektionen um 87.681 auf über 31 Millionen. Das sind 34.099 Fälle weniger als am Mittwoch vor einer Woche, als 121.780 Absteckungen verzeichnet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz fällt auf 477,9 von 516,1 am Vortag. Das RKI meldet 210 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Die bekannte Gesamtzahl liegt damit bei 144.360.
Anne Schwedt
Die Ampel-Koalition hat das neue Infektionsschutzgesetz, mit dem eine weitere Corona-Welle im Herbst eingedämmt werden soll, nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) fertig ausgehandelt. „Ich glaube, dass das Paket sehr gut ist. Wir sind für den Herbst gerüstet“, sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke-Mediengruppe über den mit Justizminister Marco Buschmann (FDP) ausgehandelten Entwurf für das Gesetz. „Es schützt uns gleichzeitig vor einer Überlastung durch zu viele Covid-Patienten und einer kritischen Lage durch Personalausfälle.“

Konkrete Angaben zu den Bestandteilen des Pakets machte Lauterbach nicht, die Vorstellung wird jedoch in Kürze erwartet. Dabei geht es um Anschlussregelungen der Corona-Bestimmungen im Infektionsschutzgesetz, die am 23. September auslaufen. Sie sind die Rechtsgrundlage für Maßnahmen der Länder und nennen mögliche Instrumente. Zum Frühjahr waren sie auf Druck der FDP stark zurückgefahren worden. Allgemeine Maskenpflichten beim Einkauf oder für Veranstaltungen und Zutrittsregeln wie 2G und 3G fielen weg.
Anne Schwedt
US-Präsident Joe Biden hat nach seinem neuen positiven Coronavirus-Test nach Angaben seines Arztes wieder mit Husten zu kämpfen. Dem Präsidenten gehe es aber weiterhin gut, teilte Arzt Kevin O'Connor am Dienstag mit. Der 79-Jährige habe kein Fieber . Biden muss sich bis mindestens Donnerstag weiter isolieren.

Bei Biden war ein Coronavirus-Test am Samstag positiv ausgefallen, nachdem er am Dienstag und Mittwoch davor zwei negative Tests gehabt hatte. Nach seiner ursprünglichen Infektion mit dem Virus wurde Biden mit dem Anti-Viren-Medikament Paxlovid behandelt. Zu seinen Hauptsymptomen zählten seinem Arzt zufolge Schnupfen, Müdigkeit und ein Husten.
Lisa Oenning
US-Präsident Joe Biden i st nach Angaben seines Arztes erneut positiv auf das Coronavirus getestet worden. Biden fühle sich gut, er habe kein Fieber, nur einen leichten Husten und bleibe in Isolation , heißt es in einer Mi tteilung, die das Weiße Haus veröffentlicht hat.

Der US-Präsident war vergangene Woche Mittwoch aus der Isolation entlassen worden, wurde dann am Samstag aber wieder positiv getestet. Solche seltenen Rückfälle seien beim Einsatz des Medikaments Paxlovid möglich, hieß es.
Jana Brüntjen
Die Europäische Kommission hat den Zugriff auf bis zu 250 Millionen Dosen des proteinbasierten Corona-Impfstoffs der spanischen Firma Hipra für 14 Mitgliedstaaten gesichert. Einen entsprechenden Rahmenvertrag unterschrieb die EU-Kommission mit dem Unternehmen, wie die Behörde am Dienstag mitteilte. Der Wirkstoff wurde als Booster-Impfung entwickelt und wird derzeit von der EU-Arzneimittelagentur EMA geprüft. Deutschland beteiligt sich nicht an dem Gemeinschaftskauf.

„Angesichts der Zunahme der Covid-19-Infektionen in Europa müssen wir bestmöglich Vorsorge treffen, bevor die Herbst- und Wintermonate anbrechen“, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Die Zahl der Booster-Impfungen müsse in den kommenden Monaten unbedingt erhöht werden.

Im Gegensatz zu den sogenannten mRNA-Impfstoffen etwa von Biontech/Pfizer handelt es sich beim Hipra-Präparat um einen proteinbasierten Impfstoff gegen das Coronavirus . Nach EMA-Angaben enthält er zwei Versionen des Spike-Proteins, die im Labor künstlich hergestellt werden. Dieses Eiweiß hilft dem Virus, in die Zellen einzudringen. Nach der Impfung soll der Körper Antikörper und T-Zellen entwickeln. Diese würden dann bei einer Infektion das Virus töten und infizierte Zellen vernichten.
Anna Kipnis
Pauschalurlauber, die bei Ausbruch von Corona eine gebuchte Reise gekündigt haben, müssen weiter auf eine höchstrichterliche Entscheidung zu etwaigen Stornogebühren warten. Der zuständige Senat des Bundesgerichtshofs (BGH) gab am Dienstag in Karlsruhe bekannt, dass er in der Frage zunächst den Europäischen Gerichtshof (EuGH) einschaltet. (Az. X ZR 53/21)

Ein Recht auf kostenlose Stornierung gibt es nur, wenn – so heißt es im Gesetz – „unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände“ die Reise erheblich beeinträchtigen. Die BGH-Richter wollen von ihren Luxemburger Kollegen wissen, ob es hierbei allein auf den Zeitpunkt des Rücktritts oder auch auf die spätere Entwicklung ankommt. Die BGH-Richterinnen und -Richter tendieren zu der zweiten Auffassung, wie der Vorsitzende Klaus Bacher sagte. Für Pauschalreisen gibt es in einer EU-Richtlinie aber einheitliche Regeln.

Der Kläger in dem zu entscheidenden Fall hatte bei einem Münchner Veranstalter für mehr als 6000 Euro eine Japan-Reise gebucht, die im April 2020 stattfinden sollte. Am 1. März trat er davon zurück. Eine Reisewarnung für Japan gab es damals noch nicht, in dem Land wurden aber schon Großveranstaltungen abgesagt und Schulen geschlossen. Ende März erging dann für Japan ein Einreiseverbot, das die komplette Reise letztlich unmöglich machte. Die Frage ist, ob der Veranstalter von dem Mann zu Recht 25 Prozent Stornokosten kassiert hat.
Anna Kipnis
Während der Corona-Pandemie ist die Zahl der Discos in Großbritannien um 20 Prozent gesunken. Gab es im März 2020 insgesamt 1418 Clubs in England, Schottland und Wales, so waren es zuletzt noch 1130, wie die BBC am Dienstag unter Berufung auf den Branchenverband Night Time Industries Association (NTIA) berichtete. Das wirke sich auch auf andere Geschäfte wie Kioske und Imbisse aus. NTIA-Chef Michael Kill forderte weitere staatliche Finanzhilfen. Die Regierung hatte die Freizeitindustrie während der Pandemie mit mehreren Milliarden Pfund unterstützt.

Einige Gebiete waren besonders betroffen. So hätten in den Midlands rund um die Großstadt Birmingham in den vergangenen zwei Jahren fast 30 Prozent der Clubs und Discos geschlossen, hieß es.

Allerdings hat Corona lediglich einen Trend verschärft. Die Zahl der Vergnügungsstätten war bereits zuvor gesunken: So gab es 2006 landesweit noch knapp 3000 Discos und Clubs.
Anne Schwedt
In Deutschland steigt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Zahl der bekannten Infektionen um 102.698 auf über 30,95 Millionen . Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 516,1. Das RKI meldet 171 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Die bekannte Gesamtzahl liegt damit bei 144.150.
Anna Kipnis
Eine bestimmte Genvariante verringert laut einer Studie das Sterberisiko bei Corona-Erkrankungen um rund 35 Prozent. Das hat ein Forscherteam der Uni Duisburg-Essen (UDE) herausgefunden. Untersucht wurden dabei Krankheitsverläufe von 1570 Patienten, die zwischen dem 11. März 2020 und dem 30. Juni 2021 positiv auf das Coronavirus getestet worden waren, wie die Uni am Montag mitteilte.

Veröffentlicht wurde das Ergebnis in der Fachzeitschrift „Frontiers in Genetics“ . Bei der Variante handelt es sich um „GNB3 TT“, die etwa 10 Prozent der Bevölkerung in Europa in sich tragen.

GNB3 ist ein Gen, welches eine wichtige funktionelle Untereinheit der sogenannten G-Proteine verschlüsselt. Die G-Proteine sind in vielen Prozessen im Körper beteiligt. Unter anderem konnte unsere Arbeitsgruppe in eigenen Vorarbeiten bereits zeigen, dass die in der Studie beschriebene Genvariante eine Aktivierung von Immunzellen zur Folge hat

Studienautorin Birte Möhlendick zu dpa

Eine frühzeitige und adäquate Immunantwort spiele bei dem Verlauf von Covid-19 eine große Rolle. „So haben wir in dieser Studie zum einen geschaut, ob die Patienten mit unterschiedlich schweren Verläufen verschiedene Immunantworten haben und ob die Genvariante in GNB3 gegebenenfalls dafür verantwortlich ist“, sagte die Wissenschaftlerin vom Institut für Pharmakogenetik.

„Wie bereits bekannt, konnten wir auch beobachten, dass ein jüngeres Lebensalter und das Fehlen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes das Risiko um die Hälfte reduziert, nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 zu sterben“, sagt die Studienleiterin laut Mitteilung.

  • 205 der Studienteilnehmender (13 Prozent) hatten demnach einen milden Verlauf der Krankheit,
  • 760 (48 Prozent) kamen ins Krankenhaus
  • und 292 (19 Prozent) wurden von Intensivmedizinern behandelt.
  • 313 Menschen, das sind 20 Prozent der in der Studie untersuchten Verläufe, starben.

Da die Studie bis in den Juni 2021 reicht, ist die aktuelle Omikron-Variante, die erstmal im Herbst 2021 nachgewiesen wurde, noch nicht erfasst.

Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass Gene eine Rolle bei Corona spielen können. So haben Corona-Infizierte mit einer anderen Genvariante eine dreimal höhere Wahrscheinlichkeit, künstlich beatmet werden zu müssen, wie ein Team vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig 2020 herausfand. Auch die Blutgruppe eines Menschen hat einen Einfluss darauf, wie leicht er sich mit Corona ansteckt und wie schwer er daran erkrankt.
Andreas Dörnfelder
Neuseelands Grenzen sind nach schrittweisen Lockerungen nun wieder vollständig für Reisende aus aller Welt geöffnet. „Es war ein sukzessiver und vorsichtiger Prozess, den wir seit Februar durchlaufen haben, um gemeinsam mit dem Rest der Welt eine sehr lebhafte globale Pandemie zu bewältigen und gleichzeitig unsere Bevölkerung zu schützen“, sagte Ministerpräsidentin Jacinda Ardern.

Einreisende müssen nach wie vor gegen Corona geimpft sein und sich nach ihrer Ankunft zwei Tests unterziehen. Es gibt keine Quarantänevorschriften. Auch internationale Studenten dürfen ihr Studium vor Ort aufnehmen, Kreuzfahrtschiffe und ausländische Sportboote können wieder anlegen.
Leonie Tabea Natzel
In Schangai ist der jüngste Coronavirus-Ausbruch offenbar unter Kontrolle. Binnen 24 Stunden seien keine neuen Ansteckungen und Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet , verglichen mit sechs Neuinfektionen am Vortag, teilt die Stadtverwaltung mit. Erstmals seit dem 1. Juli wurden damit keine neuen Fälle verzeichnet. China verfolgt eine strikte Null-Covid-Politik, um größere Ausbrüche um jeden Preis einzudämmen. Die wochenlangen Einschränkungen haben die Wirtschaft schwer belastet.
Andreas Dörnfelder
Unter dem Druck der strengen Null-Covid-Maßnahmen in China hat sich die Stimmung in der chinesischen Industrie im Juli unerwartet verschlechtert. Der offizielle Einkaufsmanager-Index (PMI) fiel von 50,2 im Vormonat auf nur noch 49 Punkte, wie das Statistikamt in Peking am Sonntag mitteilte. Ein solcher Wert unter der 50er-Marke auf dem wichtigen Konjunkturbarometer deutet auf einen Rückgang der industriellen Aktivität in China hin. Experten hatten eigentlich ähnlich wie im Vormonat einen Wert von knapp über 50 Punkten erwartet.

Während der Rest der Welt versucht, mit dem Coronavirus zu leben, verfolgt China unverändert eine Null-Toleranz-Strategie, um jeden Ausbruch im Keim zu ersticken. Die wirtschaftliche Erholung leidet unter den strikten Maßnahmen, die gegen die hochansteckende Omikron-Variante aber weniger wirksam sind. Im zweiten Quartal wuchs die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt im Vergleich zum Vergleichszeitraum des Vorjahres nur noch um 0,4 Prozent. Das war der schwächste Wert seit Beginn der Pandemie.

Eigentlich wollte die Regierung in diesem Jahr ein Wachstum von 5,5 Prozent erreichen, was aber immer weniger realistisch erscheint. Experten rechnen wegen der Covid-Restriktionen und der laufenden Immobilienkrise in China nur noch mit einem Zuwachs um rund vier Prozent.
Leonie Tabea Natzel
US-Präsident Joe Biden hat sich nach einem erneuten positiven Corona-Test zuversichtlich gezeigt . „Leute, heute wurde ich wieder positiv auf Covid getestet. Das passiert bei einer kleinen Minderheit von Leuten. Ich habe keine Symptome, aber ich werde mich zur Sicherheit aller um mich herum isolieren“, schrieb Biden am Samstag auf Twitter. Er arbeite aber weiter und werde bald wieder zurück sein.

Zuvor hatte sein Arzt Kevin O'Connor mitgeteilt, ein Antigen-Test sei am Samstagmorgen positiv ausgefallen - nachdem Biden mehrere Tage negativ getestet worden war. In der vergangenen Woche hatte sich der 79-Jährige mit dem Virus infiziert und anschließend fünf Tage in Isolation verbracht. Jetzt muss sich Biden erneut isolieren, zwei geplante Reisen wurden nach Angaben des Weißen Hauses abgesagt.

O'Connor erklärte, dass ein solcher „Rückfall“ bei Patienten, die mit dem Covid-Medikament Paxlovid behandelt wurden, in seltenen Fällen beobachtet worden sei. Man beobachte die Entwicklung genau, sehe aber derzeit von einer erneuten Behandlung mit Paxlovid ab. Biden habe keine Symptome, er fühle sich weiterhin ziemlich gut.
Leonie Tabea Natzel
US-Präsident Joe Biden ist erneut positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Der Test am Samstagmorgen habe angeschlagen, teilte Bidens Arzt Kevin O'Connor mit. Der 79-Jährige habe aber keine Krankheitssymptome und es gehe ihm gut. Biden werde sich nun wieder isolieren.

Biden war bereits vor neun Tagen positiv getestet worden. Damals hatte es geheißen, er habe sehr leichte Symptome. Biden leide unter anderem an Müdigkeit und gelegentlichem trockenen Husten und habe mit der Einnahme des antiviralen Mittels Paxlovid begonnen.

Biden ist den Angaben zufolge vollständig geimpft und seine Impfung ist zweimal aufgefrischt worden. In Übereinstimmung mit den Gesundheitsvorschriften bei Covid-Fällen hatte er sich im Weißen Haus isoliert und war hatte seine Amtgeschäfte fortgeführt.
Leonie Tabea Natzel
Neuseeland öffnet an diesem Sonntag seine Grenzen für Reisende aus aller Welt. Es ist der letzte Öffnungsschritt, nachdem der Inselstaat sich im Zuge der Corona-Pandemie im März 2020 weitgehend von der Außenwelt abgeschottet hatte. Die Regelung gilt ab Sonntag 23.59 Uhr Ortszeit (13.59 MESZ).

„Das ist eine großartige Nachricht für die Tourismusindustrie und die Wirtschaft, da wir uns dem Frühling und Sommer nähern und die Menschen aus der Nordhalbkugel ihren Winterurlaub buchen“, teilte der für Tourismus zuständige Minister, Stuart Nash, mit. Auch Kreuzfahrtschiffe können das Land von Sonntag an wieder anlaufen.

Die neuseeländische Regierung hat die Grenzen in diesem Jahr schrittweise geöffnet. Seit Mai dürfen Urlauber aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie aus anderen visabefreiten Ländern wie Großbritannien und den USA wieder einreisen. Der jüngste Öffnungsschritt gelte nun für diejenigen, die ein Visum benötigten - darunter Touristen, Studierende und Arbeitnehmer, sagte Tourismus-Minister Nash weiter.

Besucher müssen sich bei ihrer Einreise sowie am fünften Tag ihres Aufenthaltes selbst testen. Sie müssen außerdem gegen das Coronavirus geimpft sein. Jedoch gibt es Ausnahmen. Es wird empfohlen, sich bei den neuseeländischen Behörden genau zu informieren.
Leonie Tabea Natzel
Die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA meldet zum ersten Mal seit Ausbruch des Coronavirus-Ausbruchs keine neuen Menschen mit Fiebersymptomen . Laut KCNA haben sich 99,99 Prozent der 4,77 Millionen Fieberpatienten seit Ende April vollständig erholt. Der jüngste Bericht Nordkoreas über die Todesopfer unter den Fieberpatienten belief sich am 5. Juli auf 74. Ein Professor an der medizinischen Fakultät der Hanyang-Universität in Seoul, sagt, eine so niedrige Zahl von Todesopfern sei fast „unmöglich“. Er meint, dass es bis zu 50.000 Todesfälle gegeben haben könnte. Trotz der Behauptung, dass es keine neuen Fälle gibt, wird Nordkorea wahrscheinlich die strengen sozialen Kontrollen beibehalten, die es zum Teil unter dem Vorwand der Pandemie eingeführt hat.
Jana Brüntjen
In Vorbereitung auf den Herbst hat die US-Regierung beim amerikanischen Hersteller Moderna mehr als 65 Millionen Dosen Omikron-Impfstoff bestellt. Die Kosten belaufen sich auf 1,74 Milliarden US-Dollar (1,71 Milliarden Euro), wie das für die Bestellung zuständige US-Verteidigungsministerium am Freitag mitteilte.

Die Dosen seien zusätzlich zu den bereits beim Hersteller Pfizer georderten 105 Millionen Dosen eines Omikron-Impfstoffes bestellt worden. Die US-Regierung erwartet erste Lieferungen im frühen Herbst, falls die Impfstoffe bis dahin von der Arzneimittelbehörde FDA zugelassen und von der US-Gesundheitsbehörde CDC empfohlen werden.

Den Angaben zufolge sollen in den USA somit insgesamt rund 170 Millionen Dosen Impfstoffe zur Verfügung stehen, die an die Corona-Variante Omikron angepasst sind. Die Bestellungen bei den beiden Unternehmen könnten mit der Zustimmung des US-Kongresses auf bis zu 600 Millionen Dosen aufgestockt werden , hieß es aus dem Ministerium.

Nach eigenen Angaben steht der US-Konzern Moderna kurz vor Abschluss der Entwicklung seines Omikron-Impfstoffs. „Moderna wird im August in der Lage sein, einen an Omikron angepassten Impfstoff bereitzustellen. Das weitere Timing hängt dann von den Zulassungsbehörden ab“, sagte Deutschlandchef Gerald Wiegand der „Wirtschaftswoche“.

Sowohl Pfizer/Biontech als auch Moderna veröffentlichten bereits Ergebnisse, denen zufolge ihre angepassten Impfstoffe eine effiziente Immunantwort auch gegen die neueren Omikron-Sublinien BA.4 und BA.5 anregen.
Bild: dpa
Leonard Frick
Die Corona-Schutzregeln für den Herbst sollen nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) keine Schulschließungen vorsehen. „Die Möglichkeiten für Schulschließungen wird es nicht mehr geben“, sagte der SPD-Politiker am Freitag dem ARD-Hauptstadtstudio. Generell seien aber „viele weitergehende Maßnahmen“ auch für unterschiedliche Szenarien vorgesehen, die die Länder und teils auch der Bund einsetzen könnten. Er verhandele mit Justizminister Marco Buschmann (FDP) über ein „sehr gutes Paket“, das bald vorgestellt werden solle, sagte Lauterbach.

Dabei geht es um Anschlussregelungen für die Corona-Bestimmungen im Infektionsschutzgesetz, die am 23. September auslaufen. Sie sind die Rechtsgrundlage für Maßnahmen in den Ländern und nennen mögliche Instrumente. Zum Frühjahr waren die Bestimmungen stark zurückgefahren worden. Damit fielen allgemeine Maskenpflichten für Veranstaltungen oder beim Einkaufen weg, ebenso Zutrittsregeln wie 2G oder 3G.
Anna Kipnis
Trotz weiterhin hoher Fallzahlen sieht der griechische Gesundheitsminister Thanos Plevris keine Notwendigkeit für strengere Corona-Maßnahmen . Die Pandemie, die seit Beginn der Sommersaison in Griechenland wieder an Fahrt aufgenommen hatte, habe bereits ihren Höhepunkt erreicht und sei im Abschwung, sagte er am Freitag dem Sender Skai. „Im Moment macht es keinen Sinn, wieder irgendwelche Maßnahmen einzuführen.“

Nicht zuletzt für die vielen Touristen im Land ist das eine gute Nachricht - sie können sich drinnen und draußen weiterhin überall ohne Maske bewegen und müssen auch sonst keinerlei Einschränkungen beachten. Maskenpflicht herrscht lediglich in Einrichtungen wie Krankenhäusern und Arztpraxen sowie im öffentlichen Nahverkehr und den Innenräumen von Fähren.
Anna Kipnis
Die Biden-Regierung plant einem Medienbericht zufolge, im September aktualisierte Boosterimpfungen anzubieten. Angesichts der bevorstehenden Neuformulierung der Impfungen von Pfizer und Moderna hat die US-Arzneimittelbehörde FDA entschieden, dass Amerikaner unter 50 Jahren mit der zweiten Auffrischungsimpfung warten sollten, wie die „New York Times“ auf ihrer Internetseite veröffentlicht.

Es wird erwartet, dass die neuen Versionen besser gegen die jetzt vorherrschende Omikron-Subvariante BA.5 wirken werden, obwohl die bisher verfügbaren Daten vorläufig sind.
Leonie Tabea Natzel
In Deutschland steigt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Zahl der bekannten Infektionen um 84.798 auf über 30,78 Millionen. Das sind 23.021 Fälle weniger als am Freitag vor einer Woche, als 107.819 Ansteckungen gemeldet wurden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz fällt auf 607 von 630,4 am Vortag. Das RKI meldet 153 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Die bekannte Gesamtzahl liegt damit bei 143.855
Jana Brüntjen
Bei der Entwicklung der Corona-Sommerwelle in Deutschland gibt das Robert Koch-Institut (RKI) weiter keine Entwarnung. „Weiterhin ist eher eine Seitwärtsbewegung als ein sinkender Trend zu beobachten“, heißt es im Wochenbericht des Instituts zu Covid-19 vom Donnerstagabend. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sei vergangene Woche im Vergleich zur Vorwoche nur leicht gesunken. Das Gesamtbild ergebe sich aus bereits fallenden Inzidenzen in den meisten westdeutschen Bundesländern und Berlin – bei noch leicht steigenden Inzidenzen in den anderen ostdeutschen Bundesländern und Bayern.

Das RKI spricht insgesamt von geschätzt 800.000 bis 1,5 Millionen Corona-Infizierten mit Symptomen einer akuten Atemwegsinfektion in der vergangenen Woche. Es herrsche weiter ein hoher Infektionsdruck in allen Altersgruppen. „Deshalb ist auch in den kommenden Wochen noch mit Fällen und, vor allem in den höheren Altersgruppen, mit Hospitalisierungen, der Zunahme intensivmedizinischer Behandlungen und mit Todesfällen zu rechnen.“ Bei den Todesfällen in Verbindung mit dem Virus spricht das RKI von einem Plateau von wöchentlich knapp über 400.

Wie aus dem Bericht hervorgeht, hat sich hierzulande die Omikron-Sublinie BA.5 weitestgehend durchgesetzt: Nach den aktuellsten verfügbaren Daten ist die Linie in knapp neun von zehn positiven Proben gefunden worden. Das RKI ruft weiter dazu auf, die Empfehlungen zum Vermeiden von Ansteckungen „unbedingt“ einzuhalten. Die Werte zu akuten Atemwegserkrankungen in der Gesamtbevölkerung wie die Zahl der Arztbesuche seien weiterhin höher als in den Vorjahren um diese Zeit.
Jana Brüntjen
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat erneut davor gewarnt, Corona-Infektionen in der laufenden Sommerwelle zu unterschätzen oder in Kauf zu nehmen. Die ursprüngliche Idee, dass man sich infiziere und danach dann für immer immun sei, habe sich nicht bestätigt, sagte der SPD-Politiker dem „Kölner Stadt-Anzeiger. Er verwies darauf, dass man sich sehr leicht mit der aktuellen Virusvariante BA.5 anstecken könne, auch wenn man mit der vorherigen Variante BA.2 infiziert gewesen war.

Bei BA.5 sei laut neuen Studien zudem die Wahrscheinlichkeit größer, dass man schwer erkranke und im Krankenhaus behandelt werden müsse. Man sehe in Deutschland schon einen Anstieg der Hospitalisierungen und mehr Verlegungen auf Intensivstationen, erläuterte der Minister.

Er wandte sich gegen die Darstellung des Chefs der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, der die Omikron-Variante „fast als Friedensangebot des Virus“ bezeichnet hatte. Eine Annahme eines solchen Angebots würden viele mit dem Tod bezahlen. „ Viele Menschen mit Risikofaktoren würden dann schwer erkranken oder versterben. “ Zudem steige das Risiko für Long Covid. „Daher müssen wir das Problem lösen nicht durch eine ständige Infektion, sondern durch bessere Impfstoffe“, sagte Lauterbach
Bild: dpa
Leonard Frick
Die chinesische Führung hält trotz hoher wirtschaftlicher Kosten an ihrer „dynamischen Null-Covid-Strategie“ fest. Wenn eine Epidemie auftrete, dann müsse sie umgehend verhindert und kontrolliert werden, heißt es in einer Erklärung des Politbüros, aus der chinesische Staatsmedien zitieren.

In den vergangenen Monaten hat die Regierung unter anderem die Finanzmetropole Shanghai mit ihren mehr als 25 Millionen Einwohnern in einen harten Lockdown geschickt, was zu geschlossenen Fabriken und Geschäften sowie Staus in den Häfen führte.
Anna Kipnis
In Tokio soll die Zahl der Neuinfektionen einem Medienbericht zufolge einen neuen Höchstwert erreichen . Unter Berufung auf Regierungskreise berichtet der Sender FNN über mehr als 40.000 bekannte Neuinfektionen in der Hauptstadt.

Auch landesweit breitet das Virus sich aus. Am Mittwoch hatte es landesweit 200.000 neue Ansteckungen mit Corona gegeben.
Anna Kipnis
Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß , hat die Forderung nach Aufhebung der Impfpflicht für Pflege- und Gesundheitspersonal verteidigt. Gaß begründete dies am Donnerstagmorgen im Hörfunksender WDR5 mit veränderten Bedingungen durch das Coronavirus.

Bei der Delta-Variante habe die Impfpflicht gut gewirkt, weil Geimpfte weniger häufig das Virus an andere Personen übertragen hätten. „Das hat sich jetzt massiv geändert“, sagte Gaß. Bei der Omikron-Variante könnten auch viele Geimpfte das Virus übertragen. Man müsse daher abwägen zwischen schwerwiegenden Rechtseingriffen gegenüber Beschäftigten und dem Nutzen. Dieser sei mittlerweile nicht mehr gegeben.

Gaß führte auch die Kontrolle der Impfpflicht als Argument ins Feld. Sie sei „nur sehr partiell durchgesetzt worden“. Ungerechtigkeiten innerhalb Deutschlands seien nur schwer zu ertragen. Viele Arbeitgeber hätten auch signalisiert, dass sie auf nicht geimpfte Mitarbeiter nicht verzichten können. Der Chef der Krankenhausgesellschaft machte deutlich, dass es ihm nicht um die Abschaffung, sondern um die Aussetzung der Impfpflicht für Pflege- und Gesundheitspersonal geht.
Anne Schwedt
In Deutschland steigt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Zahl der bekannten Infektionen um 104.126 auf über 30,7 Millionen.

Das sind 32.498 Fälle weniger als am Donnerstag vor einer Woche, als 136.624 Ansteckungen gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz fallt auf 630,4 von 652,0 am Vortag. Das RKI meldet 157 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Die bekannte Gesamtzahl liegt damit bei 143.702.
Anastasia Zejneli
Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) stellt angesichts von Corona-Infektionen trotz Impfung die einrichtungsbezogenen Impfpflicht infrage. „Wir wissen heute: Die Impfung schließt Ansteckungen nicht aus. Daher bin ich schon der Meinung, dass die einrichtungsbezogene Impfpflicht in der jetzigen Situation nicht mehr das Nonplusultra ist“, erklärte Laumann am Mittwoch in Düsseldorf.

Der Bundesgesetzgeber sollte sie dringend auf den Prüfstand stellen. „Eine Verlängerung halte ich aus heutiger Sicht nicht für sinnvoll“, erläuterte der Landesminister. Sie gilt nach den bisherigen Regelungen bis zum Jahresende 2022. Über die Äußerungen des Ministers berichtete am Mittwoch auch RTL.
Anastasia Zejneli
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat eine baldige Verständigung in der Koalition auf ein Konzept zu Corona-Schutzregelungen für den Herbst in Aussicht gestellt . Er rechne mit Ergebnissen „in sehr kurzer Zeit“, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch in Berlin. Die Verhandlungen mit Justizminister Marco Buschmann (FDP) schritten sehr schnell voran. Forderungen nach einem Ende der Isolationspflicht für Corona-Infizierte erteilte Lauterbach erneut eine Absage, da dies die Pandemie nur beschleunigen würde. Es gebe derzeit „keinerlei Anlass, die Isolationsregeln zu verändern“.

Lauterbach und Buschmann verhandeln über eine Anschlussregelung für die Corona-Bestimmungen im Infektionsschutzgesetz, die am 23. September auslaufen . Sie sind Rechtsgrundlage für Maßnahmen in den Ländern und nennen mögliche Instrumente. Zuletzt fielen damit im Frühjahr allgemeine Maskenpflichten für Veranstaltungen oder beim Einkaufen weg, ebenso Zutrittsregeln wie 2G oder 3G. Der Bundestag kommt nach der Sommerpause ab 5. September wieder zur ersten Sitzungswoche zusammen und könnte das Gesetz dann beschließen.
Anastasia Zejneli
Der Mainzer Corona-Impfstoffhersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer haben eine Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit eines neuen Impfstoffkandidaten gestartet. Das mögliche Vakzin basiert auf derselben mRNA-Technologie wie der bisherige Impfstoff und wird nun in einer klinischen Phase-2-Studie an rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in den USA untersucht, wie die Unternehmen am Mittwoch mitteilten.

Für diesen „Impfstoffkandidaten der nächsten Generation“ sei das Spike-Protein mit dem Ziel angepasst worden, den Umfang der Immunantwort zu erhöhen, um den Schutz vor Covid-19 zu erhöhen. „Dies ist der erste einer Reihe von Impfstoffkandidaten mit einem angepassten Design“, erklärten die Unternehmen. Die beiden Partner sprachen von einer langfristigen und wissenschaftsbasierten Impfstoffstrategie, um so „potenziell robustere, länger anhaltende und breitere Immunantworten“ gegen das Corona-Infektionen hervorzurufen.
Anna Kipnis
Die Wettbewerbshüter der EU-Kommission haben von der Bundesregierung beschlossene Corona-Hilfen für die Deutsche Bahn genehmigt. Wie die Brüsseler Behörde am Mittwoch mitteilte, geht es um eine Kapitalzuführung in Höhe von 215 Millionen Euro. Sie soll die Deutsche Bahn für Schäden entschädigen, die den Tochtergesellschaften DB Netz, DB Energie und DB Station & Service von Mitte März bis Ende Mai 2020 aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Beschränkungen entstanden sind.

Nach Angaben der Kommission wurde die Unterstützungsmaßnahme auf Grundlage des Artikels 107 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union geprüft. Nach ihm können Beihilfen genehmigt werden, die von den Mitgliedstaaten zum Ausgleich von durch außergewöhnliche Ereignisse entstandenen Schäden gewährt werden. „Die Covid-19-Pandemie stellt nach Auffassung der Kommission ein solches außergewöhnliches Ereignis dar, da diese beispiellose Situation nicht vorhersehbar war und sich erheblich auf die Wirtschaft auswirkt“, heißt es in der Mitteilung vom Mittwoch.
Jana Brüntjen
Zwei neue Studien untermauern die Annahme, dass das Coronavirus von einem Tiermarkt der chinesischen Metropole Wuhan stammt – und nicht aus einem chinesischen Labor. Eine der beiden Arbeiten, die vom Wissenschaftsmagazin „Science“ veröffentlicht wurden, wertete verfügbare zeitliche und örtliche Daten über die ersten bekannten Corona-Fälle in Wuhan aus.

So stellten die Forscher fest, dass sich die frühesten Covid-19-Fälle auf dem Huanan-Markt unter den Händlern konzentrierten , die lebende Tiere verkauften, oder bei Menschen, die dort einkauften. Alle acht Corona-Fälle in Wuhan, die vor dem 20. Dezember 2019 gemeldet wurden, konnten auf den westlichen Teil des Marktes zurückgeführt werden, auf dem lebende und frisch geschlachtete Tieren angeboten werden.

Das Forscher-Team um den renommierten Evolutionsbiologen Michael Worobey betrachtete zudem die Standorte von 155 der ersten Corona-Infektionen in Wuhan. Demnach gruppierten sie sich eng um den Huanan-Markt, während spätere Infektionen sich weit in der Millionen-Metropole verteilten.

„Unsere Analysen der verfügbaren Beweise deuten eindeutig darauf hin, dass die Pandemie auf erste menschliche Infektionen von Tieren zurückzuführen ist, die Ende November 2019 auf dem Huanan Markt zum Verkauf standen“, so Kristian Andersen, Mikrobiologe am kalifornischen Scripps-Institut, der ebenfalls an der Studie beteiligt war. Die Forscher legten sich jedoch nicht fest, von welcher Tierart das Virus auf den Menschen übersprang.

In der zweiten Studie, die ebenfalls in „Science“ veröffentlicht wurde, untersuchten Forscher die genetische Daten von frühen Corona-Fällen. Auch hier kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass das Virus wahrscheinlich von Tieren des Huanan-Marktes auf Menschen übersprang.

Das Virus tauchte Ende 2019 erstmals in Wuhan auf. Ein Expertenteam der Weltgesundheitsorganisation (WHO) durfte jedoch erst mehr als zwölf Monate später nach China reisen und war ohne klare Ergebnisse zurückgekehrt. Das Team teilte im Anschluss mit, dass nicht völlig klar sei, ob der Markt der tatsächliche Ausgang der Pandemie war.

Eine weitere Untersuchung vor Ort will China nicht zulassen. Unter Wissenschaftlern tobt eine Debatte, ob das Virus auch aus einem Labor in Wuhan entwichen sein könnte.
Bild: dpa
Leonie Tabea Natzel
In Deutschland steigt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Zahl der bekannten Infektionen um 121.780 auf über 30,59 Millionen . Das sind 19.219 Fälle weniger als am Mittwoch vor einer Woche, als 140.999 Ansteckungen gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz fallt auf 652,0 von 678,7 am Vortag. Das RKI meldet 181 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Die bekannte Gesamtzahl liegt damit bei 143.545.
Leonie Tabea Natzel
Thüringen und Bayern erhöhen bei der Erarbeitung eines neuen Infektionsschutzgesetzes den Druck auf die Bundesregierung . „Der Bundesjustizminister und der Bundesgesundheitsminister dokumentieren seit Wochen ihre unterschiedlichen Auffassungen in Interviews. Ich erwarte jetzt endlich einen abgestimmten Vorschlag, mit welchen Regelungsmöglichkeiten die Bundesregierung in den Herbst gehen will“, sagt Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) der Zeitung „Rheinische Post“. Den Ländern sei bewusst, dass sie sich auf unterschiedliche Szenarien einstellen müssten.

Die erforderlichen Maßnahmen müssten sich aus Sicht der Thüringer Landesregierung an nachvollziehbaren Kriterien wie der Belastung der Krankenhäuser und der Intensivstationen orientieren . Es brauche ein geordnetes Verfahren und einen Instrumentenkasten, aus dem die Länder bei Bedarf wählen können. Zu diesen Werkzeugen gehörten nach Ansicht des bayerischen Gesundheitsministeriums insbesondere die Möglichkeit zur Anordnung einer Maskenpflicht in Innenräumen oder die Einführung von Personenobergrenzen, erklärt eine Sprecherin des Ministeriums. Wenn es erforderlich sei, müssten die Länder auch Testpflichten für Einrichtungen mit vulnerablen Personen anordnen können. „Da muss der Bund Tempo aufnehmen, damit wir rechtzeitig handeln können.“
Anne Schwedt
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat sich für die Aufhebung der Corona-Impfpflicht für Pflege- und Gesundheitspersonal ausgesprochen. „Sie weiterzuführen, ist nach jetzigen Erkenntnissen weder sinnvoll noch vermittelbar“, sagte die stellvertretende Vorstandsvorsitzende Henriette Neumeyer dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Mittwoch).

Bislang hatte sich der Verband für die einrichtungsbezogene Impfpflicht eingesetzt. Man sei in der Delta-Welle von einer hohen Schutzwirkung auch für die vulnerablen Gruppen im Krankenhaus ausgegangen, sagte Neumeyer. Mit der Omikron-Variante sei das hinfällig geworden. Politiker von CDU und Linken hatten eine Debatte über ein Auslaufen der Impfpflicht zum Jahresende angestoßen.

Weiterlesen...

Anzeige
ICO/Audio-Play@1,5x stop „@1x