ABO
Anzeige

+++ Corona-News +++
Moderna-CEO: „In einem Jahr ist die Pandemie vorbei“ – Grüne kritisieren Wegfall der Lohnfortzahlung für Ungeimpfte

Weltweit mehr als 230 Millionen Menschen mit Corona infiziert +++ USA lassen Biontech-Pfizer-Impfstoff für Auffrischungen zu +++ Inzidenz fällt auf 63,1 +++ Der Newsblog.

23.09.2021| Update: 23.09.2021 - 08:37 Uhr | von Nico Hornig

Weiterlesen...
Nico Hornig
Robert Laubach
63,6 Prozent der Menschen in Deutschland sind nun vollständig gegen Corona geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Donnerstag hervor (Stand: 9.21 Uhr). Demnach wurden am Mittwoch 260.500 verabreichte Impfdosen gemeldet. Etwa 56,1 Millionen Menschen (67,5 Prozent) haben inzwischen mindestens eine Impfung bekommen, 52,9 Millionen sind vollständig geimpft.

Bei den Erwachsenen seien 78,3 Prozent mindestens einmal geimpft , bei den 12- bis 17-Jährigen knapp 40 Prozent, schrieb Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei Twitter. Er hob hervor: „Die Impfung schützt und bringt Freiheit und Normalität zurück!“

In 15 der 16 Bundesländer haben laut RKI inzwischen mindestens 60 Prozent der Einwohner zumindest eine erste Impfung erhalten. Unter dieser Schwelle liegt demnach nur noch Sachsen mit 57,3 Prozent. Bremen verzeichnet den Daten zufolge mit 78,3 Prozent den höchsten Anteil.
Robert Laubach
Die angekündigten Erleichterungen bei der Einreise nach England könnten wegen eines Mangels an Schnelltests noch einige Wochen auf sich warten lassen . Der britische Verkehrsminister Grant Shapps erklärte Abgeordneten, dass private Testanbieter derzeit noch nicht in ausreichendem Maße Schnelltests anbieten könnten, wie die BBC am Donnerstag berichtete.

Bislang ist nach der Einreise selbst für vollständig Geimpfte ein PCR-Test notwendig, den zahlreiche zertifizierte Anbieter zu hohen Preisen (mindestens rund 50 Pfund, umgerechnet rund 58 Euro) anbieten. Schnelltests werden hingegen bislang nicht in ähnlich großem Maßstab angeboten.

Die britische Regierung hatte für England vor kurzem angekündigt, die PCR-Test-Pflicht für Geimpfte im Oktober abzuschaffen und künftig Schnelltests zu akzeptieren. Ein konkretes Datum wurde jedoch nicht genannt. Reiseunternehmen dringen darauf, die Regelung bis zu den Ferien im Oktober einzuführen. Der Wirtschaftsstaatssekretär Paul Scully sagte am Donnerstag im Sky-News-Interview, es sei das Ziel der Regierung, diese Frist zu erreichen.
Nico Hornig
Der britische Pharmakonzern AstraZeneca setzt in einem Millionendeal auf eine nächste Generation der RNA-Technologie . Mit dem Startup VaxEquity, das von dem Impfstoffexperten Robin Shattock vom Imperial College London gegründet wurde, sei eine Partnerschaft zur Entwicklung neuer Medikamente auf Basis dieser Technologie vereinbart worden, teilte AstraZeneca am Donnerstag mit. VaxEquity erhalte dafür von AstraZeneca eine Zahlung von bis zu 195 Millionen Dollar, wenn bestimmte Meilensteine im Zuge der Kooperation erreicht werden. Zudem winkten Lizenzgebühren an den Produkten. Vereinbart wurde den Angaben zufolge ferner eine Kapitalbeteiligungen von AstraZeneca und dem Life-Science-Investor Morningside Ventures.

AstraZeneca hat im Rahmen der Vereinbarung die Möglichkeit, an 26 Wirkstoff-Zielstrukturen für den Einsatz in therapeutischen Gebieten wie Krebs und seltenen genetischen Erkrankungen zusammenzuarbeiten. Im Fokus der Partnerschaft steht die so genannte selbstverstärkende RNA-Technologie . Sie funktioniert ähnlich wie die der Boten-RNA (mRNA)-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna. Ein selbstverstärkender RNA-Impfstoff enthält jedoch nicht nur den genetischen Code, der es Zellen erlaubt, zielgerichtet Proteine herzustellen. Er erstellt auch viele Kopien der RNA, die diese Anweisungen enthält, weshalb die Dosen kleiner und günstiger sein könnten.
Nico Hornig
Nico Hornig
Der Chef des Impfstoffherstellers Moderna , Stephane Bancel, geht von einem Ende der Pandemie in einem Jahr aus. Bis Mitte 2022 seien genügend Dosen vorhanden, um alle Menschen impfen zu können, sagte er der „Neuen Zürcher Zeitung“. Ab dann werde aus Covid-19 eine normale Grippe. „In einem Jahr ist die Pandemie vorbei.“
Die Corona-Impfung könne dann Bestandteil einer kombinierten Immunisierung gegen Atemwegsviren sein. Moderna habe eine solche Impfung bereits entwickelt, sie soll ab 2023 bereit sein.
Nico Hornig
Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen hat die Streichung der Lohnfortzahlung für Ungeimpfte im Quarantänefall kritisiert . „Als Arzt sorgt mich, dass unter Umständen Menschen dann nicht mehr angeben, wenn sie ein positives Testergebnis haben, sich nicht mehr in Quarantäne begeben und damit wieder zur Gefahr für andere werden, und wir so etwas wie eine versteckte Pandemie bekommen können“, sagt der Mediziner im ZDF-Morgenmagazin.

Notwendiger erster Schritt wäre gewesen, dass am Arbeitsplatz konsequenter getestet werde und 3G-Regeln am Arbeitsplatz eingeführt würden. „Andere EU-Staaten haben es vorgemacht.“ Dahmen meint zudem, dass bei einer anhaltend niedrigen Impfquote eine Impfpflicht für einzelne Berufsgruppe ein Thema werden dürfte .
Sven Prange
Weltweit haben sich seit Beginn der Pandemie mehr als 230,05 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Mehr als 4,92 Millionen Menschen starben demnach mit oder an dem Virus.
Sarah Sendner
Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist erneut gesunken . Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Donnerstagmorgen mit 63,1 an. Am Vortag hatte der Wert bei 65 gelegen, vor einer Woche bei 76,3. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 10.696 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.09 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 12 925 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 115 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 68 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.171.666 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.
Anne Schwedt
Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte müssen nach Einschätzung des Deutschen Lehrerverbands wohl noch Monate mit Einschränkungen wie Masken, Tests und Abstandsregeln zurechtkommen. Den „Freedom Day“ für Schulen sehe man frühestens ab etwa Februar 2022 als wahrscheinlich und möglich an, sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, der Deutschen Presse-Agentur.

Auch die Bildungsgewerkschaften GEW und VBE, die hunderttausende Lehrkräfte in Deutschland vertreten, sehen die Schulen im neuen Schuljahr, das nun überall in Deutschland läuft, noch weit von einer Normalität wie vor Corona entfernt. An einen Schulalltag wie vor der Pandemie sei weiter nicht zu denken, sagte der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann der dpa. „Dafür nimmt das Testen, Abstand halten und die Unterbrechung durch das ständige Lüften weiter zu viel Platz ein.“
Anne Schwedt
Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat Corona- Auffrischungsimpfungen mit dem Mittel von Biontech/Pfizer für ältere Menschen und Risikogruppen genehmigt. Das teilte die FDA am Mittwochabend mit. Sie folgte damit der Empfehlung eines Expertengremiums aus der vergangenen Woche. In den USA ist damit eine weitere Einzeldosis des Impfstoffs für die Verabreichung mindestens sechs Monate nach den ersten beiden Impfungen für Menschen über 65 sowie jüngere Menschen mit gesundheitlichen oder beruflichen Risikofaktoren zugelassen.

Die FDA erlaube Booster-Impfungen für bestimmte Gruppen wie Gesundheitspersonal, Lehrer und Erzieher, Supermarktmitarbeiter und Menschen in Obdachlosenunterkünften oder Gefängnissen , erklärte die FDA-Beauftragte Janet Woodcock. Grundlage für die Entscheidung seien der wissenschaftliche Erkenntnisstand und die Empfehlungen des Beratungskomitees, in dem unabhängige Experten sitzen. Man werde die sich schnell entwickelnden wissenschaftlichen Erkenntnisse zur „Sicherheit und Effektivität von Covid-19-Impfungen, einschließlich der Verwendung von Auffrischungsimpfungen“ auch weiter bewerten und die Öffentlichkeit entsprechend informieren.

Das Expertengremium der FDA hatten zuletzt den Impfplänen von US-Präsident Joe Biden einen Rückschlag verpasst. Die einflussreiche Gruppe von Wissenschaftlern war am Freitag nach langer Diskussion zu dem Schluss gekommen, dass die Daten eine allgemeine Einführung einer dritten Impfdosis für Menschen älter als 16 Jahre nicht rechtfertigten. Da hatte Biden bereits einen Impfstart ab dem 20. September für all jene angekündigt, deren Impfung acht Monate her ist.
Sarah Sendner
Die Kommunen haben sich hinter die von den Gesundheitsministern beschlossene Streichung der Entschädigung für ungeimpfte Arbeitnehmer in Quarantäne gestellt. „Es ist eine individuelle Entscheidung, sich trotz des bestehenden Angebotes nicht impfen zu lassen“, sagte Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). „Das bedeutet aber auch, dass die Konsequenzen dieser Entscheidung selbst zu tragen sind.“

Es gebe keinen Grund, weshalb die Allgemeinheit in diesen Fällen die Entschädigung finanzieren sollte. Deswegen halte es der Städte- und Gemeindebund „für nachvollziehbar, dass Ungeimpfte keine Lohnfortzahlung erhalten, wenn sie in Quarantäne müssen“. In der Praxis werde das allerdings kaum eine Rolle spielen, „da sich Betroffene im Falle einer Erkrankung krankschreiben lassen können“.
Sarah Sendner
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat scharfe Kritik an dem Beschluss der Gesundheitsminister geübt, dass Nicht-Geimpfte künftig bei Verdienstausfällen wegen angeordneter Corona-Quarantäne keine Entschädigung mehr bekommen sollen. „Es kann nicht sein, dass die Politik die Verantwortung für den Kampf gegen die Pandemie einfach bei den Beschäftigten ablädt“, sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag). „Eine Impfpflicht durch die Hintertür lehnen wir weiterhin ab.“ Außerdem bedeute die Neuregelung auch, dass Beschäftigte dem Arbeitgeber ihren Impfstatus offenlegen müssten.

Hoffmann betonte, es sei eine der wichtigsten Errungenschaften der Arbeiterbewegung, dass Arbeitgeber so wenig wie absolut nötig über das Privatleben und damit auch die Gesundheitsentscheidungen der Beschäftigten erfahren. Vorerkrankungen, gesundheitliche Einschränkungen oder sonstige Informationen über Eingriffe in den eigenen Körper seien - bis auf Informationen über die grundsätzliche Eignung für die Ausübung der jeweiligen Tätigkeit - Privatsache der Beschäftigten. „Wir wollen nicht, dass Arbeitgeber ihre Machtposition über die Kenntnis der Gesundheitsdaten ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausbauen.“
Anne Schwedt
Weniger als eine Woche vor Ablauf einer Frist sind nach Angaben der Fluggesellschaft United Airlines 97 Prozent ihrer Beschäftigten in den USA gegen das Coronavirus geimpft. Ungeimpften droht die Entlassung. Die Fluglinie mit Sitz in Chicago und 67.000 US-Angestellten zählt zu einer Gruppe von Unternehmen, die eine Impfpflicht verfügt haben. Dazu setzte United im August den 27. September, kommenden Montag, als Frist.

Wer nicht geimpft sei, müsse ab Dienstag mit der Einleitung eines Kündigungsverfahrens rechnen , hieß es. Eine kleine Zahl von Mitarbeitern habe beantragt, aus medizinischen oder religiösen Gründen von der Impfpflicht ausgenommen zu werden, erklärte die Fluggesellschaft. Wer abgelehnt werde, erhalte weitere fünf Wochen Zeit, um sich noch impfen zu lassen.
Anne Schwedt
Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro begibt sich nach seiner Rückkehr von der UN-Generalversammlung in Selbstisolation. Hintergrund ist der positive Corona-Test von Gesundheitsminister Marcelo Queiroga, der Bolsonaro nach New York begleitete und dort nun in Quarantäne ist. Alle anderen Mitglieder der brasilianischen Delegation wurden nach Angaben der Regierung negativ getestet. Bolsonaro will sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen mit der Begründung, dass er wegen einer früheren Corona-Infektion besser gegen das Virus geschützt sei als durch jede Impfung.
Dennis Pesch
SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat die sogenannte Querdenker-Bewegung für den tödlichen Schuss auf einen Tankstellen-Mitarbeiter mitverantwortlich gemacht.

Denn es sind ja diejenigen, die hetzerische, spalterische Reden halten, die letztendlich mit ein Klima geschürt haben, in dem im Kopf dieses Mannes diese Tat möglich geworden ist. Und deshalb haben sie auch eine Mitverantwortung dafür, dass das passiert ist. Die ganzen Querdenker-Szenen, die solche Reden halten, und diejenigen, die von rechtsextremer Seite hetzen in dieser Frage, spalten nicht nur unser Land, sondern sie schaffen solchen Unfrieden, dass solche Taten passieren.

Olaf Scholz, Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat

Ein 49 Jahre alter Deutscher sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen, einem 20 Jahre alten Tankstellen-Kassierer in Idar-Oberstein am Samstag in den Kopf geschossen zu haben. Dieser hatte ihn zuvor auf die Maskenpflicht hingewiesen. Scholz sagte, er sei auch dafür, die Waffengesetze noch einmal zu verschärfen.
Bild: Imago Images
Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) nannte die Tat von Idar-Oberstein in vom Bundesinnenministerium auch auf Twitter verbreiteten Zitaten „tief erschütternd und vollkommen inakzeptabel“.

Statt immer neuer Strafnormen sei nun vor allem „Bewusstseinsbildung“ nötig, sagte Seehofer der Zeitung. Gute Entwürfe zur Bekämpfung von Extremismus gebe es bereits , diese seien in den vergangenen Monaten im Parlament aber in Serie abgelehnt worden. So habe er sich mit Bundesfamilienministerin Franziska Giffey auf ein Wehrhafte-Demokratie-Gesetz verständigt. Es sollte Initiativen und Organisationen, die sich für demokratische Werte und gegen extremistische Tendenzen einsetzen, mehr Geld sichern. „Leider hat der Bundestag dem Gesetz nicht zugestimmt“, sagte Seehofer. Der Vorstoß sei an „Nickeligkeiten“ gescheitert. Es war Seehofers eigene Fraktion, die CDU/CSU, die das Vorhaben nach der Einigung der Minister blockiert hatte.
Lisa Oenning
Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) hat sich offen dazu bekannt, Corona-Regeln während des Lockdowns missachtet zu haben . In seinem Wohnort Strande in Schleswig-Holstein seien – „wie in jedem Ort, den ich kenne“ – Kneipen trotz Verbots geöffnet gewesen. Und „selbstverständlich“ sei auch er in diesen Kneipen gewesen, räumte er in einem Video-Interview mit der „Bild“-Zeitung ein. Die Leute hätten sich an ihren Stammtischen getroffen, „weil sie gesagt haben: Hier ist nichts“, erklärte Kubicki.

Ein schlechtes Gewissen hat er deswegen nicht: „Ich habe von meinem Recht auf autonomes Handeln Gebrauch gemacht“, sagte der FDP-Vize und beklagte, „unsinnige Maßnahmen“ hätten in der Pandemie zu viel Verdruss bei der Bevölkerung geführt. Vor diesem Hintergrund nahm er auch den SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach ins Visier. Trotz unterschiedlicher Auffassungen schätze er Lauterbach persönlich sehr, doch am Stammtisch in Strande reagierten die Menschen „nicht positiv“ auf den Sozialdemokraten: „Man würde im Norden so sagen „Spacken“ oder Dumpfbacke.“

Lauterbach reagierte auf Twitter verärgert auf Kubickis Aussage.
Dennis Pesch
Deutschland hat nach Angaben der Bundesregierung mehr als 5,3 Millionen Impfdosen an andere Länder abgegeben . Dies erfolge über die Allianz Covax und bilateral, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Mittwoch in Berlin. „Wir bemühen uns weiter um eine gerechte Verteilung der Impfstoffe weltweit“, sagte sie. Empfänger seien Usbekistan und Tadschikistan gewesen, auch Mauretanien, Sudan und Namibia.

Demnach wurden bisher 1.712.000 Dosen bilateral und 3.493.200 über die Impfinitiative Covax abgegeben. „Rund 5 Millionen Dosen, die nach Vietnam, Ägypten und Ghana bilateral abgegeben werden, stehen kurz vor der Auslieferung. 4.760.489 Dosen befinden sich darüberhinaus in der Auslieferung über Covax“, teilte das Auswärtige Amt mit.

Deutschland ist Gründungsmitglied der im April 2020 ins Leben gerufenen Anti-Pandemie-Kooperation ACT-A und stellt erhebliche Geldbeträge bereit. Das meiste Geld fließt an die Impfstoffplattform Covax , kleinere Beträge an die Plattformen für Diagnostik und Medikamente gegen Covid-19. Covax fördert die Erforschung von Corona-Impfstoffen und beschafft Impfdosen direkt. Die Finanzierung für 92 der ärmsten Länder übernehmen reichere Staaten.
Robert Laubach
Der Covid-19- Impfstoff von Clover Biopharmaceuticals hat in einer großen klinischen Studi e nach Angaben des chinesischen Biotechunternehmens eine Wirksamkeit von 67 Prozent gezeigt. Gegen die hochansteckende Delta-Variante habe diese bei 79 Prozent gelegen. Gegen mittelschwere bis schwere Erkrankungen habe das Vakzin einen Schutz von 83,7 Prozent geboten sowie Krankenhausaufenthalte und schwere Fälle vollständig verhindert, teilt Clover mit.

Die Daten aus der Studie mit 30.000 Teilnehmern aus den Philippinen, Kolumbien, Brasilien, Süd Afrika und Belgien will Clover noch im vierten Quartal bei der WHO, in China und Europa für eine Zulassung einreichen. Über 400 Millionen Dollar sollen über die Impfstoff-Allianz Covax an ärmere Länder gehen.
Anna Kipnis
Der brasilianische Gesundheitsminister Marcelo Queiroga ist während einer Dienstreise mit Staatspräsident Jair Bolsonaro in New York positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er werde in den USA in Quarantäne bleiben, schrieb Queiroga am Dienstagabend (Ortszeit) auf Twitter. Er ist brasilianischen Medienberichten zufolge das zweite Mitglied der brasilianischen Delegation in New York, bei dem das Ergebnis eines Corona-Tests positiv ausgefallen ist. Bei weiteren Mitgliedern fielen die Tests laut der Pressestelle der Präsidentschaft, auf die sich etwa das Nachrichtenportal „G1“ berief, negativ aus.

Die Gesundheitsüberwachungsbehörde in Brasília hat nun 14 Tage Quarantäne für die brasilianische Delegation um Präsident Jair Bolsonaro empfohlen . Die Anvisa habe in den frühen Morgenstunden ein entsprechendes Schreiben an die „Casa Civil“, vergleichbar mit dem Kanzleramt, übermittelt, hieß es in einer Mitteilung der Behörde auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Demnach habe die Anvisa die bestehenden Regelungen und zu erwartenden Hygiene-Empfehlungen zum Schutz der Reisenden und der brasilianischen Bevölkerung dargelegt.
Marcela Queiroga Bild: Reuters
Der Rechtspopulist Bolsonaro hat das Coronavirus von Anfang an verharmlost und spricht sich immer wieder gegen den Gebrauch von Masken und andere eindämmende Maßnahmen aus.

Bei den UN gilt das „Ehren-System“: Wer das Gebäude der Vereinten Nationen in New York betritt, bestätigt damit etwa, in den zehn Tagen zuvor nicht positiv getestet worden zu sein. Queiroga twitterte in den vergangenen Tagen Fotos unter anderem mit Bolsonaro, dessen Frau Michele und Vertretern von Investmentfonds.
Robert Laubach
FDP-Parteichef Christian Lindne r hat die Motive hinter der strengen Corona-Politik von Politikern wie CSU-Chef Markus Söder hinterfragt. „Ich habe manchmal in dunklen Stunden den Gedanken, ob vielleicht bei Politikern wie Markus Söder eine Gewöhnung an den Ausnahmezustand begonnen hat“, sagte Lindner bei einer Wahlkampfveranstaltung am Mittwoch in Stuttgart. „Und dass vielleicht manche Regel gar nicht dem Gesundheitsschutz allein dient, sondern dass dahinter auch das Gefühl steckt, dass man es ja kann. Dass man ja die Macht habe. Und dass das Auftreten als strenger Landesvater doch über viele Monate zur Popularität beigetragen hat.“

Das aber sei nicht mehr der Staat des Grundgesetzes, sagte Lindner. Nicht die Markus Söders und Winfried Kretschmanns, nicht die Regierung gewähre den Bürgern gnädigerweise die Freiheit, sondern die Bürger gestatteten der Regierung fallweise, in ihre Rechte einzugreifen, solange dies erforderlich sei. „Es darf nicht zu einer Beweislastumkehr kommen.“ Die Regierung müsse alles tun, dass es im Herbst nicht zu weiteren Lockdowns komme, sagte Lindner.
Dennis Pesch
Die Fördergelder des Bundes für den Einbau von Luftfiltern in öffentlichen Gebäuden, Schulen und Kitas fließen bisher nur langsam . Das zeigen Antworten des Bundeswirtschaftsministeriums auf Anfragen der FDP und den Grünen im Bundestag. „Welt“ und „Neue Osnabrücker Zeitung“ hatten darüber zuerst berichtet.

Demnach sind von dem seit Oktober 2020 laufenden und inzwischen auf eine Milliarde Euro angewachsenen Förderprogramm zum Umbau oder zur Aufrüstung bestehender fester Lüftungssysteme erst knapp 460.000 Euro ausgezahlt worden . Gelder in Höhe von 546 Millionen Euro sind immerhin „gebunden“, also beantragt. Kein Geld wurde bisher vom in diesem Sommer eingerichteten 200-Millionen-Euro-Fördertopf des Bundes zur Anschaffung mobiler Luftfilter in Klassenzimmern und Kitas abgerufen. In den Ländern sind allerdings zum Teil auch über eigene Programme mobile Geräte angeschafft worden. So hatte etwa die Schulbehörde in Hamburg im August mehr als 21.000 solcher Geräte bestellt.

FDP und Grüne kritisierten die Bundesregierung. „Gebundene Mittel wirken nicht gegen die Pandemie, hierfür müssen die Mittel verausgabt werden.“ Lüftungsanlagen und mobile Luftfilter sollten Schulen und Kitas jetzt zur Verfügung stehen und nicht nur in Planung sein, sagte der FDP-Haushaltsexperte Karsten Klein.

Die Bundesregierung hat es auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie nicht zustande bekommen, die Schulen während der Sommerferien zu sichern.

Maria Klein-Schmeink, Gesundheitspolitikerin von Bündnis 90/ Die Grünen

Dennis Pesch
Die Bundesregierung zeigt sich nach dem tödlichen Angriff von Idar-Oberstein besorgt . „Die Bundesregierung verurteilt diese gezielte Tötung auf das Schärfste“, sagte eine Regierungssprecherin in Berlin am Mittwoch. „Die Enthemmung der Gewalt macht sprachlos.“ Unerträglich sei, dass die Tat in sozialen Medien zum Anlass genommen werde, mit öffentlichen Aufrufen zur Gewalt die Gesellschaft in Deutschland zu spalten. „Das ist verstörend und das muss aufhören“, sagte die Sprecherin. Der Rechtstaat werde sich einer Radikalisierung der Coronaleugner-Szene mit allen Mitteln entgegenstellen, die Sicherheitsbehörden seien sehr wachsam.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums ergänzte, den bisherigen Erkenntnissen zufolge sei die Tat ein Einzelfall, es könnten „keine generalisierenden Rückschlüsse“ gezogen werden . Grundsätzlich beobachte das Ministerium, dass sich die Szene der Querdenker verkleinere , sich dieser kleinere Kern aber zunehmend radikalisiere . Am vergangenen Samstag hatte ein mutmaßlich der Querdenkerszene nahe stehender 49 Jahre alter Mann einen 20-jährigen Kassierer an einer Tankstelle in Idar-Oberstein erschossen. Der Tat vorausgegangen war nach Polizeiangaben, dass der Mitarbeiter den mutmaßlichen Täter zum Tragen einer Maske in der Tankstelle aufgefordert hatte.
Robert Laubach
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn weist darauf hin, dass die Regelung zur Lohnersatzleistung für Ungeimpfte die Umsetzung des geltenden Infektionsschutzgesetzes sei.

Die Frist bis 1. November sei gesetzt worden, „weil bis dahin jeder die Chance gehabt hat zur Zweitimpfung“, betont der CDU-Politiker. Dass Ungeimpfte in Quarantäne keine Lohnersatzleistung mehr erhielten, sei auch eine Frage von Fairness. Wer sich nicht impfen lassen wolle, dem müsse klar sein, „dass dann eben auch die Verantwortung kommt, finanzielle Folgen zu tragen“.

Betroffen seien potenziell nur ungeimpfte Personen, die Kontakt zu einem Infizierten gehabt hätten oder aus einem Hochrisikogebiet nach Deutschland zurückgekehrt seien. Geimpfte und Genesene müssten generell nicht in Quarantäne.
Jens Spahn Bild: dpa
Dennis Pesch
Mit einem Impfstofftausch wollen Südkorea und Großbritannien den Kampf gegen das Coronavirus in ihren Ländern ankurbeln. Wie die Regierung in London am Mittwoch mitteilte, schickt Großbritannien in den kommenden Wochen eine Million Dosen des Mittels von Biontech und Pfizer in das ostasiatische Land. Dies solle Seoul dabei helfen, das Ziel von 70 Prozent vollständig geimpfter Einwohner bis Ende Oktober zu erreichen, hieß es in der Mitteilung des britischen Gesundheitsministeriums.

Südkorea wiederum soll noch vor Jahresende dieselbe Menge zurücksenden . Diese Lieferung werde dann zum Erfolg des Auffrischungsprogramms in Großbritannien beitragen, hieß es. Die Vakzine würden derzeit nicht sofort benötigt, betonte die britische Regierung. Die Menge werde auch nicht mit den 100 Millionen Dosen verrechnet, die Großbritannien bis Juni 2022 der Impfstoffinitiative Covax versprochen hat.

Anfang des Monats hatte die britische Regierung bereits einen ähnlichen Deal mit Australien beschlossen. Dabei werden sogar vier Millionen Impfstoffdosen hin- und hergeschickt. In Großbritannien haben mittlerweile fast 90 Prozent der über 16-Jährigen eine erste Spritze gegen das Coronavirus erhalten, gut 82 Prozent sind vollständig geimpft. Bereits seit zwei Monaten gelten kaum noch Einschränkungen, obwohl die Zahl der Neuinfektionen bei mehr als 30.000 pro Tag stagniert.
Bild: dpa
Robert Laubach
In Polen können über 50-Jährige sowie medizinische Pflegekräfte eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte, gilt die Regelung auch für Menschen jeden Alters mit geschwächtem Immunsystem, deren Immunreaktion auf die zunächst verabreichten Impfungen nicht ausreichend sein könnte. Sie sollen 28 Tage nach der vollständigen Impfung die Auffrischung erhalten.

Über 50-Jährige und medizinisches Personal mit Patientenkontakt sollen die Auffrischung frühestens sechs Monate nach der zweiten Dosis bekommen. Ihnen soll das Mittel der Konzerne Biontech und Pfizer gespritzt werden, das Studien zufolge gut als Auffrischung wirken und sehr verträglich sein soll. Die Termine für die Auffrischungsimpfung sollen automatisch über das zentrale System vergeben werden, in dem die Geimpften registriert sind.
Dennis Pesch
Bei Verdienstausfällen wegen angeordneter Corona-Quarantäne sollen die meisten Nicht-Geimpften spätestens ab 1. November keine Entschädigung mehr bekommen . Darauf verständigten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern mehrheitlich in einem Beschluss am Mittwoch, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor hatte „Business Insider“ darüber berichtet.
Anna Kipnis
US-Präsident Joe Biden will bei dem virtuellen Corona-Gipfel an diesem Mittwoch eine Spende von weiteren 500 Millionen Impfdosen ankündigen. Die Dosen von Pfizer/Biontech sollten an ärmere Länder gehen, sagte eine hohe Regierungsbeamtin vor dem Online-Gipfel. Die Spende der USA sei an keine Bedingungen geknüpft.

„Wir beweisen, dass man sich nicht nur um sich selbst kümmern, sondern auch anderen helfen kann“, sagte sie weiter. Die USA hatten bereits vor dem G7-Gipfel im englischen Cornwall im Juni eine Spende von 500 Millionen Impfdosen angekündigt.

Biden hat für diesen Mittwoch einen Online-Gipfel zur Corona-Pandemie einberufen. Er sollte am späten Nachmittag deutscher Zeit beginnen.
Anna Kipnis
Corona-Schnelltests müssen ab 11. Oktober meist selbst bezahlt werden. Generell gratis bleiben sie noch für Menschen, die sich nicht impfen lassen können, darunter Kinder unter zwölf Jahren. Das legt eine neue Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums fest, die einen entsprechenden Bund-Länder-Beschluss umsetzt. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten vereinbart, dass das vom Bund seit Anfang März finanzierte Angebot für kostenlose „Bürgertests“ für alle enden soll. Da inzwischen kostenlose Impfungen für alle möglich sind, sei eine dauerhafte Übernahme der Test-Kosten durch die Steuerzahler nicht länger nötig, hieß es zu Begründung.

Die im Bundesanzeiger verkündete Verordnung legt aber auch einige Übergangsregeln fest. So können Kinder von 12 bis 17 Jahren und Schwangere noch bis 31. Dezember mindestens einen kostenlosen Test pro Woche machen. Grund ist, dass für sie erst seit kürzerer Zeit eine allgemeine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) vorliegt - daher soll noch länger Zeit für eine Impfung bleiben.

Generell weiter gratis testen lassen können sich laut der Verordnung Kinder, die das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder erst in den letzten drei Monaten vor dem Test 12 Jahre alt geworden sind. Gratis bleibt es unter anderem auch für Menschen, die zum Beenden einer Quarantäne wegen einer Corona-Infektion einen Test brauchen.
Lisa Oenning
Die Corona-Warn-App des Bundes ist in der neuen Version in der Lage, die Nutzer schnell über eventuell anstehende Auffrischungsimpfungen zu informieren . Damit passt das Projektteam aus Robert Koch-Institut, SAP und Deutscher Telekom die App weiterhin an das aktuelle Pandemie-Geschehen an.

Die aktuelle Version 2.10 wird schrittweise in den kommenden Tagen bereitgestellt. Nutzer und Nutzerinnen eines iPhones können sich die aktuelle App-Version seit Mittwochvormittag aus dem Store von Apple manuell herunterladen. Android-Anwender müssen unter Umständen etwas mehr Geduld aufbringen. Der Google Play Store bietet keine Möglichkeit, ein manuelles Update anzustoßen.

Mit der neuen Version erleichtert die App auch das Teilen von gespeicherten Impfzertifikaten . So kann die Anwendung nun eine Druckversion der Zertifikate erstellen. Damit können die Anwenderinnen und Anwender diese als PDF-Dokument speichern oder ausdrucken.

Künftig wird unter jedem Impfzertifikat eine Textbox angezeigt, die über den aktuellen Stand des Impfstatus informiert. Sollten Auffrischungsimpfungen notwendig werden, informiert die App die Betroffenen in dieser Box. Ein roter Punkt soll die Nutzer darauf hinweisen, wenn es Neuigkeiten bei den Zertifikaten gibt. Dazu gehören auch Hinweise auf mögliche Probleme, beispielsweise wenn ein Zertifikat abgelaufen oder eine Signatur ungültig ist.
Anna Kipnis
63,4 Prozent der Menschen in Deutschland sind nun vollständig gegen Corona geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Mittwoch hervor (Stand: 9.21 Uhr). Demnach wurden am Dienstag 222 988 verabreichte Impfdosen gemeldet. Etwa 56 Millionen Menschen (67,4 Prozent) haben inzwischen mindestens eine Impfung bekommen, 52,7 Millionen sind vollständig geimpft.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hob via Twitter hervor: „Sehr wichtig: 86 Prozent der Ü-60-Jährigen haben sich bereits für den Schutz durch Impfung entschieden.“ Schließlich schütze nur eine Impfung verlässlich vor einer schweren Corona-Erkrankung im Herbst und Winter.

In 15 der 16 Bundesländer haben laut RKI inzwischen mindestens 60 Prozent der Einwohner zumindest eine erste Impfung erhalten. Unter dieser Schwelle liegt demnach nur noch Sachsen mit 57,2 Prozent. Bremen verzeichnet den Daten zufolge mit 78,1 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter.
Anna Kipnis
Im Corona-Jahr 2020 sind deutlich weniger Patienten in Krankenhäusern behandelt worden. Die Zahl der stationären Behandlungsfälle und Operationen sank im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden berichtete.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 16,4 Millionen Patienten in den allgemeinen Krankenhäusern stationär behandelt - 2,5 Millionen Fälle weniger als 2019. „Besonders stark war der Rückgang in der ersten Corona-Welle im April 2020 mit über einem Drittel weniger stationärer Behandlungsfälle als im Vorjahresmonat“, berichteten die Statistiker.

Der Rückgang betraf nahezu alle Bereiche. Besonders deutlich sanken die Zahlen in jenen Fachgebieten, in denen aufschiebbare Behandlungen ausgesetzt wurden, um Kapazitäten für Covid-19-Patienten frei zu halten: in der Rheumatologie, Hals-, Nasen-, Ohren-Heilkunde und Pädiatrie etwa jeweils um mehr als 20 Prozent. Minimal steigende Fallzahlen gab es lediglich in der Kardiologie und der Gastroenterologie.

Die Zahl der Operationen ging 2020 um 9,7 Prozent auf 6,4 Millionen zurück. Knapp 40 Prozent der stationär behandelten Patienten des Jahres wurden operiert. Zu den häufigsten Eingriffen bei über 60-Jährigen zählten Operationen am Darm, danach folgten Eingriffe an den Gallengängen und das Einsetzen von Hüftgelenk-Prothesen.

Mit oder wegen einer Corona-Infektion wurden im gesamten vergangenen Jahr 176.100 Menschen behandelt. Ein Drittel waren über 80-Jährige, ein weiteres gutes Drittel war 60 bis 80 Jahre alt.
Anna Kipnis
Wegen der niedrigen Impfquote werden einige afrikanische Länder nach Prognose des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) erst 2025 ihr Vorkrisenniveau wieder erreichen. Ökonomisch besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen seien Länder mit einer hohen Bedeutung von Dienstleistungen, Tourismus und internationalem Handel wie etwa Südafrika und Tunesien, wie die Kieler Forscher am Mittwoch mitteilten.

Ölexportierende Länder wie Algerien, Angola und Nigeria profitierten dagegen mittlerweile von deutlich gestiegenen Rohstoffpreisen. Afrika insgesamt dürfte das Vorkrisenniveau gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf erst 2023 erreichen, viele Länder sogar erst 2025.
Anna Kipnis
Der Rückgang des Kriseninstruments Kurzarbeit im zweiten Quartal hat die Bruttolöhne steigen lassen. Die Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen der Beschäftigten erhöhten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Wegen der schrittweisen Lockerung der Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie wurde demnach im zweiten Quartal weniger Kurzarbeit in Anspruch genommen. Das von der Bundesagentur für Arbeit gezahlte Kurzarbeitergeld zählt nicht zum Bruttoverdienst und wird daher nicht in der Statistik erfasst.

Da im selben Zeitraum die Verbraucherpreise um 2,4 Prozent stiegen, lag der reale Verdienstzuwachs bei 3,0 Prozent. „Damit wurden zwar die nominalen Lohneinbußen um 4,0 Prozent aus dem zweiten Quartal 2020 überkompensiert. Der deutliche Anstieg der Inflation hat aber dazu geführt, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer real noch nicht wieder so viel verdienen wie vor der Krise“, erläuterte Susanna Geisler vom Statistischen Bundesamt.

Die Kurzarbeit machte sich vor allem durch die geringere bezahlte Wochenarbeitszeit bemerkbar. Diese lag im zweiten Quartal durchschnittlich bei 38,3 Stunden. Das Vorkrisenniveau des zweiten Vierteljahres 2019 von 39,2 Stunden wurde damit noch nicht wieder erreicht.
Anna Kipnis
In der australischen Metropole Melbourne haben den dritten Tag in Folge Hunderte Menschen gegen eine Corona-Impfpflicht für Mitarbeiter der Baubranche und den Lockdown in der Region protestiert. Die Demonstration am Mittwoch konzentrierte sich auf den „Shrine of Remembrance“, eines der größten Kriegerdenkmäler in Down Under. Schwer bewaffnete Polizei habe die Gruppe umstellt und mehrere Teilnehmer festgenommen, berichtete die Nachrichtenagentur AAP.

Der Vize-Premier der Region, James Merlino, zeigte sich entsetzt über die Kundgebungen. „Ich werde das nicht einmal Protest nennen, weil es kein Protest ist. Dies ist ein Mob, der kriminell handelt“, sagte er. Die Teilnehmer würden das Gesundheitspersonal, sich selbst und die Menschen in Victoria gefährden. „Was wir in den letzten zwei oder drei Tagen gesehen haben, ist kriminelles Verhalten, das in keiner Weise unseren großartigen Staat repräsentiert.“

Der Bundesstaat im Osten des Landes befindet sich seit Wochen erneut im Lockdown - es ist bereits das sechste Mal seit Beginn der Pandemie. Schon am Wochenende war es in Melbourne zu deshalb zu Protesten gekommen. Hunderte Teilnehmer wurden festgenommen. Auch in anderen Städten, darunter Sydney und Brisbane, gab es am Wochenende Demos gegen die strikten Corona-Maßnahmen.
Anna Kipnis
Im Vorfeld der Beratungen mit seinen Amtskollegen aus den Ländern hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Pläne verteidigt, Ungeimpften in Corona-Quarantäne keinen Lohnersatz mehr zu zahlen . Das sei eine vom Bundestag beschlossene, gesetzliche Regelung, sagt der CDU-Politiker im ZDF-Morgenmagazin. Er fragte:

Warum sollen andere dafür zahlen, dass jemand für sich entscheidet, sich nicht impfen zu lassen?

Verena Harzer
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet im kommenden Frühjahr mit einer Herdenimmunität gegen das Coronavirus und damit mit einem Ende der Pandemie . „Wenn keine neue Virusvariante auftaucht, gegen die eine Impfung nicht schützt, was sehr unwahrscheinlich ist, dann haben wir die Pandemie im Frühjahr überwunden und können zur Normalität zurückkehren“, sagte der CDU-Politiker der „Augsburger Allgemeinen“ (Mittwoch). „Herdenimmunität wird immer erreicht. Die Frage ist ja nur wie: ob durch Impfung oder Ansteckung. Die Impfung ist definitiv der sicherere Weg dorthin“, sagte Spahn.
Bundesgesundheitsminister Spahn Bild: Reuters
Verena Harzer
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich selbst unter Anwendung der 2G-Regel gegen volle Fußball-Arenen ausgesprochen, zu denen nur geimpfte und genesene Menschen Zutritt hätten. „Leider ist es auch unter 2G-Bedingungen im Moment noch nicht sinnvoll, die Stadien ganz zu füllen“, sagte Lauterbach der Deutschen Presse-Agentur. Vor dem Hintergrund des Nachlassens des Impfschutzes stelle etwa die Anreise ein Problem dar, ergänzte der SPD-Politiker mit Blick auf die Menschenmassen, die normalerweise in Richtung Stadion strömen. „Halb gefüllte Stadien sind kein Problem mit 2G“, stellte er klar.
Verena Harzer
Das Robert-Koch-Institut meldet 10.454 neue Positiv-Tests. Das sind 2001 weniger als am Mittwoch vor einer Woche, als 12.455 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz fällt weiter auf 65,0 von 68,5 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 71 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 93.123. Insgesamt fielen in Deutschland bislang fast 4,16 Millionen Corona-Tests positiv aus.
Verena Harzer
Die Chefökonomin des Internationalen Währungsfonds (IWF) , Gita Gopinath, ruft zu einem besseren Handeln und größerer Verantwortlichkeit im internationalen Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie auf . „Es reicht nicht aus, Ankündigungen und Zusagen zu machen, man muss sie auch einhalten", sagt Gopinath in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Nur so könne sichergestellt werden, dass bis Ende 2021 40 Prozent aller Menschen weltweit geimpft seien. Vor allem große Volkswirtschaften müssten ihre Impfstofflieferungen erhöhen, um ihre Zusagen einzuhalten.
Anne Schwedt
Nach der Bluttat von Idar-Oberstein hat die Polizeigewerkschaft GdP vor einer Radikalisierung der Coronaleugner-Szene gewarnt . „Wir nehmen seit letztem Jahr eine Radikalisierung von Corona-Gegnern wahr. Insbesondere im Zusammenhang von Demonstrationen im Querdenken-Milieu", sagte der GdP-Vize Jörg Radek den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Diese schwere Straftat sei jedoch bislang ein Einzelfall. Bei Demonstrationen gebe es immer mehr Angriffe auf Medienschaffende und Übergriffe gegen Polizistinnen und Polizisten. „Es ist wichtig, dass die Sicherheitsbehörden radikale Kräfte in den Blick nehmen. Sei es von links, rechts oder aus der Querdenker-Szene", so Radek. Die Tat in Idar-Oberstein sei kaum in Worte zu fassen. „Da erschießt offenbar ein Gegner der Corona-Maßnahmen einen Kassierer in einer Tankstelle, nur weil er ihn zum Tragen der Maske ermahnt hat."
Verena Harzer
Die Zahl der der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemeldeten Covid-19-Fälle ist gesunken . Vorige Woche wurden der WHO 3,67 Millionen Fälle gemeldet, 9 Prozent weniger als in den sieben Tagen zuvor , wie die UN-Behörde am Dienstagabend in Genf berichtete. Zuvor waren die Zahlen seit Anfang Juni kontinuierlich angestiegen und hatten im August ein Plateau erreicht.

Fast alle Kontinente verzeichneten Rückgänge . Nur in Afrika gab es einen leichten Anstieg. Die weltweite Zahl der Todesfälle sank im Wochenvergleich um 7 Prozent auf knapp 60 000. Der statistische Bericht der WHO enthielt keine Erklärungen für die Entwicklung der Zahlen.
Tom Körkemeier
Die EU-Kommission hat einen Rahmenvertrag über die gemeinsame Anschaffung eines Covid-19-Medikaments des Pharmaunternehmens Eli Lilly abgeschlossen. 18 EU-Staaten beteiligten sich am gemeinsamen Kauf von 220.000 Behandlungen eines Medikaments mit sogenannten monoklonalen Antikörpern, teilte die Brüsseler Behörde am Dienstag mit.

Es handele sich um die Kombination der beiden monoklonalen Antikörper Bamlanivimab und Etesevimab zur Behandlung von Covid-Patienten, die keinen Sauerstoff brauchen, bei denen jedoch die Gefahr einer schweren Erkrankung bestehe. Monoklonale Antikörper werden im Labor hergestellt und sollen das Virus nach einer Infektion außer Gefecht setzen.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) prüft derzeit eine Zulassung des Antikörper-Cocktails. Die Frage, ob Deutschland unter den 18 teilnehmenden Ländern ist, blieb zunächst offen. Die EU-Kommission hat bereits Verträge für andere Medikamente abgeschlossen.
Robert Laubach
Deutschland setzt sich nach Angaben von Gesundheitsminister Jens Spahn für eine zweite Amtszeit von WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus ein. "Eine wirkungsvolle Weltgesundheitsorganisation wird heute mehr denn je benötigt", sagt Spahn der Nachrichtenagentur Reuters.

Der Prozess zur Stärkung der Weltgesundheitsbehörde (WHO) insbesondere im Zuge der Corona-Pandemie müsse „mit vollem und ungeteiltem Engagement“ fortgesetzt werden. „Deutschland unterstützt daher die Nominierung von Generaldirektor Tedros für eine zweite Amtszeit und ruft gleichgesinnte Partner auf, sich dieser Unterstützung anzuschließen“, fügt der CDU-Politiker hinzu.
Marc Renner
Lisa Oenning
Mit drastischen Worten hat UN-Generalsekretär António Guterres zum Auftakt der UN-Vollversammlung die internationale Gemeinschaft zu mehr gemeinsamem Engagement beim Kampf gegen die Corona-Pandemie und den Klimawandel aufgefordert. „Ich bin hier, um Alarm zu schlagen: Die Welt muss aufwachen“, sagte Guterres zum Beginn der 76. Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York.

Wir stehen am Rande des Abgrunds und bewegen uns in die falsche Richtung. Unsere Welt war noch nie in größerer Gefahr und noch nie gespaltener. Wir stehen vor der größten Kaskade von Krise unserer Lebenszeit.

Antonio Guterres

Die ungleiche Verteilung von Impfstoff gegen das Coronavirus beispielsweise bezeichnete Guterres als „Obszönität“ . „Eine Mehrheit der reicheren Welt ist geimpft. Aber mehr als 90 Prozent der Afrikaner warten immer noch auf ihre erste Dosis. Das ist eine moralische Anklage des Zustands unserer Welt“, sagte Guterres. „Wir haben den Wissenschaftstest bestanden. Aber in Ethik sind wir durchgefallen.“ Die Welt stehe angesichts von Krisen wie der Pandemie und dem Klimawandel nicht genügend zusammen , beklagte der UN-Chef. „Anstelle von Demut angesichts dieser epischen Herausforderungen sehen wir Anmaßung. Anstelle des Wegs der Solidarität, sind wir in einer Sackgasse der Zerstörung.“

Trotzdem habe er noch Hoffnung , sagte Guterres weiter. „Die Probleme, die wir geschaffen haben, sind Probleme, die wir lösen können. Die Menschheit hat gezeigt, dass wir große Dinge erreichen können, wenn wir zusammenarbeiten.“
Jan Keuchel
Ungeimpfte Beschäftige in Quarantäne müssen damit rechnen, auf einen Teil ihres Lohnes verzichten zu müssen. Arbeitgeber sollen für diesen Fall spätestens ab dem 11. Oktober keine staatliche Entschädigung mehr für den Verdienstausfall erhalten. Das geht aus einem Beschlussentwurf zu dem Treffen der Gesundheitsminister am Mittwoch hervor, die dazu eine gemeinsame Einigung erzielen wollen und dem Handelsblatt vorliegt.

Demnach sollen die Länder spätestens ab dem 11. Oktober „denjenigen Personen keine Entschädigung mehr gewähren, die als Kontaktpersonen oder Reiserückkehrer aus einem Risikogebiet” bei einer Quarantäne keinen vollständigen Impfschutz vorweisen können , obwohl für sie eine öffentliche Empfehlung vorliegt.

Ausnahmen gelten laut dem Entwurf für die Personen, für die bis zu acht Wochen vor der Quarantäne-Anordnung keine Impfempfehlung vorlag . „Gleiches gilt, sofern eine medizinische Kontraindikation hinsichtlich der Covid-19-Schutzimpfung durch ärztliches Attest bestätigt wird”, heißt es in dem Papier.  Als solche zählt das Robert-Koch-Institut (RKI) beispielsweise hohes Fieber oder bestimmte Vorerkrankungen.
Robert Laubach
In Wien werden ab Oktober die Maßnahmen verschärft , was die Behörden mit einer zunehmenden Auslastung der Intensivstationen begründen. Für die Nachtgastronomie sowie Veranstaltungen von über 500 Personen gilt dann die sogenannte 2G-Regel. Das bedeutet, dass nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt bekommen. Für Mitarbeiter soll zusätzlich ein Nachweis mittels PCR-Test möglich sein.

Laut Bürgermeister Michael Ludwig soll damit die im internationalen Vergleich niedrige Impfquote erhöht werden. „Wir sehen, dass alle relevanten Zahlen steigen, insbesondere auf den Intensivstationen“, sagt er. Zudem müssten in den Krankenhäusern nicht lebensnotwendige Operationen bereits auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Für den Handel wird wieder eine FFP2-Masken-Pflicht verordnet . Die Maßnahmen sollen vorerst für ein Monat gelten. Die Stadtregierung greift damit den Maßnahmen der Bundesregierung voraus, die erst ab einer 15-prozentigen Auslastung der Intensivbetten die 2G-Regel beschlossen hat.
Lisa Oenning
In Hamburg können Fußballstadien ab dem kommenden Wochenende unter 2G-Bedingungen wieder bis zum letzten Platz besetzt werden. Auch in den Clubs dürften Geimpfte und Genesene ab Samstag wieder ohne Maske und abstandslos tanzen , wie die stellvertretende Senatssprecherin Julia Offen sagte.

Eine entsprechende Anpassung der Corona-Eindämmungsverordnung, in der die Maskenpflicht und die Kapazitätsgrenzen unter 2G-Bedingungen wegfallen, sei derzeit in Arbeit und werde rechtzeitig zum Samstag, 0.00 Uhr, in Kraft treten. Ferner habe der Senat beschlossen, dass 12- bis 17-jährige Ungeimpfte „bis auf weiteres“ an 2G-Veranstaltungen teilnehmen dürfen. Bisher galt dafür eine Übergangsfrist von sechs Wochen.
Lisa Oenning
Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hält nichts von Überlegungen zu einem Freedom Day zur Beendigung der Corona-Beschränkungen auch in Deutschland. „Wer jetzt einen Freedom Day fordert, der hat den Ernst der Lage nicht begriffen“, sagte er. Ziel müsse es weiterhin sein, möglichst viele Menschen vor Infektionen und lebensbedrohlichen Krankheitsverläufen zu schützen.

So etwas wie einen Tag der Freiheit kann man für sich persönlich bereits jetzt erreichen: indem man sich impfen lässt.

Klaus Holetschek

Alisa Swoboda
Eine Corona-Auffrischimpfung mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson verstärkt nach Angaben des US-Pharmakonzerns die Wirkung deutlich. Eine Booster-Impfung etwa zwei Wochen nach der ersten Impfung erhöhe den Schutz vor einem moderaten bis schweren Verlauf einer Infektion auf 94 Prozent , teilt das Unternehmen unter Verweis auf Untersuchungsergebnisse mit.

Im Vergleich dazu bietet eine Einzeldosis den Angaben zufolge einen Schutz von 70 Prozent. Die Antikörperbildung werde um das Vier- bis Sechsfache erhöht , bei einer Verabreichung sechs Monate nach der ersten Dosis stiegen die Antikörperspiegel sogar um das Zwölffache, heißt es weiter. Die Nebenwirkungen von zwei Dosen seien mit denen vergleichbar, die in Studien bei einer Einzelimpfung beobachtet worden seien. Der Konzern betont zugleich, dass bei seinem Vakzin weiterhin eine Einzeldosis grundsätzlich ausreichend sei.
Anna Kipnis
Sachsen setzt in der Corona-Pandemie künftig verstärkt auf das 2G-System. Die Möglichkeit, nur noch Geimpften und Genesenen Zutritt zu gewähren, soll für die Innengastronomie, Veranstaltungen in Innenräumen, Events von bis zu 5000 Personen, Hallenbäder und Saunen sowie Diskotheken und Clubs gelten. Die Regelung ist in der am Dienstag vom Kabinett beschlossenen neuen Corona-Schutzverordnung als Optionsmodell formuliert.

Niemand sei verpflichtet, jeder könne das für sich selbst abwägen, sagte Sozialministerin Petra Köpping (SPD). Wenn die Einrichtungen 2G nutzen, fallen Beschränkungen wie Maskenpflicht und das Abstandsgebot weg, allerdings muss eine Einlasskontrolle erfolgen. Für Kinder unter 16 Jahren gilt das 2G-Modell nicht.
Dietmar Neuerer

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) hat sich gegen einen Vorschlag des Vorstandsvorsitzenden der genossenschaftlichen R+V-Versicherung, Norbert Rollinger, gewandt, unterschiedliche Versicherungstarife für Geimpfte und Ungeimpfte einzuführen. „Sich jetzt mit Ungeimpften einen Einzelfall herauszugreifen, ist nicht zielführend. Dann müsste man auch in anderen Fällen, zum Beispiel bei Masern, spezielle Tarife vorsehen“, sagte der Versicherungsexperte des VZBV, Lars Gatschke, dem Handelsblatt.

Rollinger hatte seinen Vorstoß mit Kosten begründet, die dann die „Gemeinschaft“ zu tragen hätte. „Wenn jemand wegen Corona auf der Intensivstation landet, ist das deutlich teurer als eine Impfung" , sagte Rollinger in einem Interview mit „t-online“. Schon jetzt dürften Krankenkassen beim Tarif zwischen Rauchern und Nicht-Rauchern unterscheiden. Dies könne man auch bei der Corona-Impfung machen.

Gatschke sagte dazu: „Es gibt keine Pflicht, gesund zu leben. Das wäre auch n icht mit der Risikoeinteilung der privaten Krankenversicherung in Einklang zu bringen. “ Die Kunden würden bei Vertragsbeginn eingestuft. Verschlechtere sich danach der Gesundheitszustand des Versicherungsnehmers trage der Versicherer das Kostenrisiko. „Alles andere wäre ein absoluter Bruch mit dem Versicherungssystem “, betonte der VZBV-Experte.

Anna Kipnis
Bei den Corona-Impfungen in Deutschland haben jetzt in 15 der 16 Bundesländer mindestens 60 Prozent der Einwohner zumindest eine erste Impfung erhalten. Unter dieser Schwelle liegt nach Daten des Bundesgesundheitsministeriums von Dienstag nur noch Sachsen mit 57,1 Prozent. Bundesweit haben inzwischen 55,9 Millionen Menschen oder 67,3 Prozent aller Einwohner mindestens eine Impfung bekommen. Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft sind nun 52,6 Millionen Menschen oder 63,3 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Am Montag wurden laut Robert Koch-Institut (RKI) bundesweit 147.145 Impfdosen verabreicht, darunter waren rund 48.500 Erstimpfungen bei zuvor noch nicht geimpften Menschen.
Alisa Swoboda
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hofft auf einen neuen Impfschub, wenn ab 11. Oktober die Corona-Tests nicht mehr kostenlos sind. Das sagt der CSU-Politiker nach der Sitzung des Landeskabinetts. Die jüngste „Impfwoche“ habe nur einen marginalen Erfolg gebracht, räumt er ein. „Jetzt muss jede Woche eine Impfwoche sein.“ Die hohen Inzidenzen im Süden Bayerns korrelierten mit den verhältnismäßig niedrigen Impfquoten in der Region.
Alisa Swoboda
Die Weltwirtschaft wächst nach einer Prognose der Industriestaaten-Organisation OECD deutlich stärker als angesichts der Pandemie vor einem Jahr erwartet. Allerdings verläuft die vom Impffortschritt und Stützungsmaßnahmen angetriebene Erholung uneinheitlich, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Dienstag in Paris mit. Sie rechnet mit einem Weltwirtschaftswachstum von 5,7 Prozent in diesem Jahr und 4,5 Prozent im kommenden . Für Deutschland erwartet die OECD ein Wachstum von 2,9 beziehungsweise 4,6 Prozent.

„Die Weltwirtschaft zieht wieder kräftig an“, sagte OECD-Generalsekretär Mathias Cormann. „Das verdanken wir dem entschlossenen Handeln der Regierungen auf dem Höhepunkt der Krise.“ Der Fortschritt sei jedoch ungleichmäßig. „Um eine nachhaltige und möglichst umfassende Erholung zu sichern, sind verschiedene Maßnahmen erforderlich - von wirkungsvollen Impfkampagnen in allen Ländern bis hin zu konzertierten öffentlichen Investitionsstrategien , die den Boden für die Zukunft bereiten.“
Alisa Swoboda
Zum traditionellen Karnevalsauftakt am 11.11. will die Stadt Köln Teile der Altstadt und rund um die bei Jecken beliebte Zülpicher Straße zu einer 3G-Zone machen : Zutritt hätte damit nur, wer geimpft, genesen oder getestet ist, wie nach einem Runden Tisch mit den Karnevalsverantwortlichen mitgeteilt wurde.
Alisa Swoboda
Alisa Swoboda
Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie haben einer neuen Studie zufolge Selbstständige besonders hart getroffen. Mehr als ein Drittel von ihnen habe im Verlauf der Krise Einkommen eingebüßt, berichtete das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung am Dienstag. Insbesondere Solo-Selbstständige ohne Mitarbeiter, die ohnehin oft unter prekären Bedingungen arbeiteten, habe die Krise schwer belastet.

Während sich an der Einkommensverteilung bei den Arbeitnehmern wenig verändert habe, sei bei den Selbstständigen eine klare Verschiebung nach unten festzustellen, heißt es in der Studie. Der Anteil derjenigen mit weniger als 1500 Euro netto im Monat habe sich verdoppelt. Am stärksten betroffen seien solo-selbstständige Frauen, von denen aktuell 33 Prozent weniger als 1500 Euro verdienten. Von den solo-selbstständigen Männern fielen 18 Prozent in diese Kategorie.

„Die Erfahrung mit der Pandemie verdeutlicht, dass der Mangel an sozialer Absicherung für Selbstständige eine schwerwiegende und folgenreiche Lücke in den Sozialversicherungssystemen darstellt“ , heißt es in der Studie. Um diese Lücke zu schließen, sollten Selbstständige möglichst umfassend in die obligatorischen staatlichen Versicherungssysteme einbezogen werden, fordern die WSI-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Die Forscher hatten Daten der Erwerbspersonenbefragung der Hans-Böckler-Stiftung ausgewertet, für die zuletzt im Juli 2021 gut 5000 Erwerbstätige und Arbeitssuchende interviewt worden waren.

Jan Keuchel
Kanzleramtsminister Helge Braun hat Vorwürfe von „ Horror-Prognosen" in der Corona-Pandemie zurückgewiesen . Seine Warnung aus dem Juli, dass die Inzidenz bis zur Bundestagswahl auf 850 steigen könnte , sei vielmehr der Grund für eine folgende Politikänderung gewesen, schreibt der CDU-Politiker in der „Bild". Bund und Länder hätten dann die bundesweite Einführungen der 3G-Regeln und teilweiser 2G-Optionen beschlossen. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte auf Berechnung der damaligen Infektions-Dynamik vor sehr hohen Sieben-Tage-Inzidenzen im September und Oktober gewarnt.

Anna Kipnis
USA heben Einreise-Beschränkung für geimpfte Europäer auf
Lisa Oenning
Neuseeland will mit höheren Geld- und Haftstrafen gegen Personen vorgehen, die gegen Corona-Regeln verstoßen . „Unser Erfolg basiert auf der Tatsache, dass die Menschen im Großen und Ganzen konform waren", sagte Ministerpräsidentin Jacinda Ardern. „Es gab jedoch die eine oder andere Person, die die Regeln gebrochen und andere in Gefahr gebracht hat." Jemand, der vorsätzlich eine Corona-Verordnung nicht befolgt, beispielsweise ohne Erlaubnis reist, begeht eine strafbare Handlung und muss im Falle einer Verurteilung nun mit einer Geldstrafe von bis zu 12.000 Neuseeland Dollar (gut 7200 Euro) oder sechs Monaten Haft rechnen. Die Geldstrafe ist das Dreifache von dem, was bislang fällig war.
Anna Kipnis
Wegen der Corona-Pandemie werden Busse und Bahnen noch immer weit weniger genutzt als in normalen Zeiten. Im ersten Halbjahr sank das Fahrgastaufkommen im Linienverkehr um 18 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf rund 3,5 Milliarden Personen, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Geschuldet ist dies vor allem dem Einbruch von 39 Prozent im ersten Quartal. Im Frühjahr wurden hingegen 20 Prozent mehr Passagiere gezählt.

Besonders stark sank die Fahrgastzahl von Januar bis Juni im Eisenbahn-Fernverkehr: Hier gab es ein Minus von 34 Prozent auf 28,0 Millionen Reisende. Der Fernbusverkehr brach sogar um 92 Prozent auf 0,3 Millionen Fahrgäste ein. Im Öffentlichen Personennahverkehr, der 99 Prozent des Linienverkehrs ausmacht, gab es einen Rückgang von 17 Prozent. So waren im Eisenbahn-Nahverkehr einschließlich S-Bahnen 680 Millionen Fahrgäste unterwegs und damit 24 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Bei Straßenbahnen gab es ein Minus von 23 Prozent auf 1,1 Milliarden Fahrgäste.

Die derzeit gemeldeten Daten für den Nahverkehr insbesondere mit Bussen bilden den Statistikern zufolge womöglich den tatsächlichen Rückgang nicht vollständig ab. „Unter anderem deshalb, weil im Nahverkehr viele Fahrgäste Zeitkarten besitzen“, hieß es dazu. „Diese Tickets wurden vermutlich aufgrund der Pandemie vergleichsweise selten genutzt.“ Daher könnten die gemeldeten Werte durch die Verkehrsunternehmen noch korrigiert werden.
Bild: dpa
Verena Harzer
Das Robert Koch-Institut meldet 4664 neue Positiv-Tests. Das sind 1661 weniger als am Dienstag vor einer Woche, als 6325 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz fällt auf 68,5 von 71,0 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 81 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 93.052. Insgesamt fielen in Deutschland bislang fast 4,15 Millionen Corona-Tests positiv aus.
Verena Harzer
Der Vorstandsvorsitzende der genossenschaftlichen R+V-Versicherung , Norbert Rollinger, schlägt vor, unterschiedliche Versicherungstarife für Geimpfte und Ungeimpfte einzuführen . „Das sind schließlich Kosten der Gemeinschaft: Wenn jemand wegen Corona auf der Intensivstation landet, ist das deutlich teurer als eine Impfung", sagt Rollinger in einem Interview mit t-online laut Vorabbericht. Schon jetzt dürften Krankenkassen beim Tarif zwischen Rauchern und Nicht-Rauchern unterscheiden. Dies könne man auch bei der Corona-Impfung machen.
Anna Kipnis
Thailands beliebte Hauptstadt Bangkok wird sich voraussichtlich erst im November wieder für internationalen Tourismus öffnen. Um wieder Besucher zu empfangen, müssten mindestens 70 Prozent der Einwohner der Mega-Metropole vollständigen Impfschutz haben, zitierte die Zeitung „Bangkok Post“ am Dienstag den örtlichen Gouverneur Aswin Kwanmuang. Derzeit seien erst 42 Prozent der Bürger doppelt geimpft. Schätzungen zufolge hat die Stadt mehr als zehn Millionen Einwohner.

Wenn die Impfkampagne fortschreite wie bisher, dann könnte Bangkok in der ersten oder zweiten Novemberwoche geöffnet werden, so die Stadtverwaltung. Weitere Bedingungen seien aber, dass die Infektionszahlen weiter sinken und die Krankenhäuser nicht überfüllt sind. Zuletzt wurden in der Großstadt etwa 2700 bis 2800 neue Fälle pro Tag gemeldet. Wenn alle Kriterien erfüllt seien, solle über die Leitlinien und Regeln für eine Öffnung entschieden werden.
Menschen im Impfzentrum in Bagkok Bild: dpa
Bangkok war vor der Corona-Pandemie eine der meistbesuchten Städte der Welt. Die Stadt lockt mit Attraktionen wie dem Grand Palace, dem Wat Pho Tempel und den schwimmenden Märkten. 2019 kamen noch mehr als 22 Millionen Besucher.
Anna Kipnis
Dem deutschen Gastgewerbe fehlen auch Monate nach den pandemiebedingten Lockdowns in der Coronakrise zahlreiche Arbeitskräfte. Das geht aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervor. Die Situation führe teilweise zur Ausdünnung des Service in den Betrieben bis hin zu Schließungen, beklagt der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga.

Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten führt den Personalmangel auch auf das schlechte Image der Branche bei Beschäftigten zurück. Derzeit seien nur rund ein Drittel der Unternehmen tarifgebunden und zahlten dann oftmals nur den  gesetzlichen Mindestlohn, sagte ein Sprecher.

Die Gesellschaft urteilte:

Ursache sind niedrige Löhne, unbezahlte Überstunden, keine verlässlichen Arbeitszeiten, schlechte Ausbildungsqualität, Flucht aus Tarifverträge

Anna Kipnis
Die deutsche Elektroindustrie macht nach dem Tiefschlag in der Coronakrise 2020 weiter Boden gut. Im Juli des laufenden Jahres lagen die Exporte der Branche mit 18,0 Milliarden Euro um 6,8 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats, wie der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) am Dienstag in Frankfurt mitteilte. „Damit fiel der jüngste Zuwachs geringer aus als in den vier vorangegangenen Monaten, in denen - nicht zuletzt aufgrund von Basiseffekten - jeweils zweistellige Steigerungsraten erzielt worden waren“, erläuterte ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann.

In den ersten sieben Monaten insgesamt summierten sich die Ausfuhren der Branche den Angaben zufolge auf 126,7 Milliarden Euro - ein Plus von 12,0 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Die deutsche Elektroindustrie hatte sich im Juni vorgenommen, die minus sechs Prozent Produktionseinbußen des Jahres 2020 bereits im laufenden Jahr wieder aufzuholen. Der ZVEI setzte seinerzeit die Prognose für das Produktionsplus im Gesamtjahr 2021 von fünf auf acht Prozent herauf.
Anne Schwedt
Die australischen Behörden schließen alle Baustellen in der Fünf-Millionenstadt Melbourne für zwei Wochen. Hunderte Menschen hatten am Wochenende trotz eines strengen Lockdowns gegen eine Impfpflicht für Bauarbeiter protestiert. Die nicht genehmigte Demonstration schlug in Gewalt um, die sich auch gegen Gewerkschaftsvertreter richtete. Die größten australischen Städte Sydney, Melbourne und die Hauptstadt Canberra befinden sich schon seit Wochen im Lockdown, um einen Ausbruch der hochansteckenden Delta-Variante einzudämmen.
Anne Schwedt
Der Vorschlag eines „Freedom Days“ am 30. Oktober, bei dem alle Corona-Beschränkungen fallen sollen, stößt weiter auf Kritik. „Ich finde es nicht kollegial, solche zusätzlichen Belastungen einfach zu ignorieren, weil man das Maskentragen leid ist“, sagte die Vorsitzende des Marburger Bunds, Susanne Johna, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „ Die Impfquote ist viel zu niedrig, um beispielsweise Maßnahmen wie die Maskenpflicht in Innenräumen aufzuheben.“

Der CDU-Gesundheitspolitiker Erwin Rüddel ergänzte gegenüber dem RND: „Ich halte den Vorschlag für nicht hilfreich in der aktuellen Situation, kurz vor einer möglichen vierten Welle.“ Er rechne allerdings mit vollständiger Normalität ab März 2022.
Anne Schwedt
Der britische Premierminister Boris Johnson hat bei einem Treffen mit Brasiliens ungeimpftem Staatschef Jair Bolsonaro die Bedeutung von Corona-Impfstoffen hervorgehoben. Die beiden kamen am Montag am Rande der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York zusammen. Zum Auftakt des Gesprächs sagte Johnson zu Reportern, die aus dem Raum geleitet wurden: „ Danke an euch alle, holt euch Astrazeneca-Vakzine“. An Bolsonaro gewandt, ergänzte er: „Ich hatte es zwei Mal“. Er meinte das von den Oxford-Universität entwickelten Impfstoff. Der brasilianische Präsident zeigte auf sich und sagte: „Noch nicht.“ Dann lachte Bolsonaro.

Nach dem Treffen teilte Johnsons Büro mit, dass der Premier die Wichtigkeit von Vakzinen als „unser bestes Werkzeug“ herausgestrichen habe, „um das Virus zu bekämpfen und Leben auf der ganzen Welt zu retten“.
Marc Renner
Robert Laubach
In Großbritannien können Tausende freiwillige Teilnehmer an Corona-Impfstofftests des Herstellers Novavax ihren Impfstatus nicht nachweisen . Sie genießen daher keine Freiheiten etwa bei Reisen . Aktivisten forderten in einer Petition nun Gesundheitsminister Sajid Javid zur Unterstützung auf.

Die etwa 15.000 britischen Freiwilligen an Versuchen mit dem Wirkstoff seien erheblich benachteiligt, schreibt die Novavax UK Concerned Participants Group dort, wie die Nachrichtenagentur PA am Montag meldete. Das Vakzin des US-Konzerns ist bisher noch nicht zugelassen . Vor einem halben Jahr hatte das Unternehmen von positiven Studienergebnissen berichtet.

Die Regierung betonte, die Tests seien äußerst wichtig für die Entwicklung der Impfstoffe gewesen. „Jede Entscheidung, dass ein Teilnehmer an einer Impfstoffstudie eine alternative Impfung erhält, sollte in Zusammenarbeit mit den Ärzten getroffen werden, die die Studie leiten.“ Sie sei bestrebt, die Frage zu lösen.
Anastasia Zejneli
Die USA verlangen von ausländischen Fluggästen künftig einen Corona-Impfnachweis und heben zugleich bestehende Einreiseverbote für viele europäische Länder und andere Staaten auf . Laut Präsidialamt soll ab Anfang November die Einreisesperre für Ausländer fallen, die über Staaten des Schengenraums, Großbritannien, China, Brasilien und andere Länder einreisen. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.

Derzeit gilt noch ein Einreiseverbot für Personen, die sich innerhalb eines Zeitraums von 14 Tagen vor beabsichtigter Einreise in die USA in Deutschland oder einem anderen Land des Schengenraums aufgehalten haben. Der weitgehende Einreisestopp war zu Beginn der Corona-Pandemie Anfang 2020 vom damaligen US-Präsidenten Donald Trump verhängt und bisher von seinem Nachfolger Joe Biden aufrechterhalten worden.

Unter anderem aus der Reisebranche wurde schon lange eine Lockerung zumindest für gegen das Coronavirus geimpfte Reisende gefordert. Die EU hatte die Mitgliedsstaaten bereits im Sommer aufgefordert, Beschränkungen für Reisende aus den USA und mehreren anderen Ländern schrittweise aufzuheben. Deutschland hatte daraufhin Einreisen unter anderem aus den USA „zu allen zulässigen Aufenthaltszwecken einschließlich Tourismus“ wieder erlaubt. Die US-Regierung hielt jedoch im Juli unter Verweis auf die ansteckendere Delta-Variante an den Einschränkungen fest.
Anastasia Zejneli
Tschechien hat mit Auffrischimpfungen gegen das Coronavirus begonnen . Die ersten Menschen erhielten am Montag ihre dritte Spritze. Voraussetzung ist, dass die letzte Impfung mehr als acht Monate zurückliegt. Das Gesundheitsministerium in Prag empfiehlt die sogenannte Booster-Impfung ausdrücklich für Senioren ab 60, Angehörige von Risikogruppen sowie das Gesundheits- und Pflegepersonal. „Bei allen anderen liegt es an ihrem eigenen Willen“, sagte Gesundheitsminister Adam Vojtech.

Wer infrage kommt, erhält eine SMS-Benachrichtigung - am ersten Tag waren das knapp 8000 Krankenversicherte, bis Jahresende dürften es eine Million sein. Manche Impfzentren verlangen keine vorherige Anmeldung. Für die Auffrischung werden ausschließlich die Impfstoffe von Pfizer-Biontech und Moderna verwendet. In Tschechien sind inzwischen knapp 5,9 Millionen Menschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das sind mehr als die Hälfte der 10,7 Millionen Einwohner des EU-Mitgliedstaats.
Anastasia Zejneli
Der britische Premierminister Boris Johnson will Auffrischungsimpfungen im eigenen Land klaren Vorrang vor dem Spenden von Impfstoffdosen an ärmere Staaten einräumen. Das sagte der konservative Politiker am Montag vor Journalisten. Bereits in dieser Woche sollen mehr als 1,5 Millionen Menschen in England eine Einladung zur dritten Impfung erhalten. Insgesamt sollen alle über 50-Jährigen, besonders gefährdete Menschen sowie Gesundheits- und Pflegepersonal eine Auffrischungsimpfung erhalten.

„Ich habe mir die Fakten angeschaut, was Auffrischungsimpfungen bewirken können und ich muss sagen, dass dies unsere Priorität sein muss, und wir werden damit fortfahren“, so Johnson auf dem Weg zur Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York. Trotzdem werde die Regierung in London ein „riesiges Bekenntnis“ zur Unterstützung der restlichen Welt machen, betonte Johnson. „Wir stimmen grundsätzlich zu, dass niemand sicher ist, bevor nicht alle sicher sind“, so Johnson.
Jan Keuchel
In Österreich wird in der kommenden Wintersaison beim Skifahren ein 3G-Nachweis erforderlich . Seilbahnen, Gondeln und Skihütten dürfen nur von Geimpften, Genesenen oder Getesteten benutzt werden, sagte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) am Montag. Bei der Benutzung der Seilbahnen gilt zudem eine FFP2-Maskenpflicht . Apres-Ski soll unter strengen Bedingungen, ähnlich wie für die Nachtgastronomie , möglich sein. Basis dafür ist ein kürzlich von der Regierung festgelegte Drei-Stufen-Plan, der sich an der Auslastung der Intensivstationen orientiert. Das bedeutet, sobald mehr als 300 Intensivbetten belegt sind, dürfen Nachtclubs und dann eben auch Apres-Ski-Bars nur noch von Geimpften oder Genesenen besucht werden (2G-Regel).
Anna Kipnis
Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer hat sich nach Angaben der beiden Unternehmen bei Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren als gut verträglich erwiesen und ruft eine stabile Immunantwort hervor. Die Daten der klinischen Studie sollen so bald wie möglich der Europäischen Arzneimittelbehörde Ema und der US-Zulassungsbehörde FDA vorgelegt werden, wie die beiden Impfstoffhersteller am Montag mitteilten. „Wir sind froh, dass wir vor dem Beginn der Wintersaison den Zulassungsbehörden die Daten für die Gruppe von Kindern im Schulalter vorlegen können“, sagte Biontech-Chef Ugur Sahin laut Mitteilung.

An der Studie nehmen den Angaben zufolge insgesamt 4500 Kinder im Alter von einem halben Jahr bis elf Jahren teil, die vorgestellten Daten zu den fünf bis elf-Jährigen gehen auf 2268 Teilnehmer zurück. Beteiligt sind über 90 Kliniken in den USA, Finnland, Polen und Spanien.
Anna Kipnis
Die Bundesregierung hat Forderungen nach einem festen Datum für ein Ende aller Corona-Auflagen vorerst eine Absage erteilt . Über die Entwicklung des Infektionsgeschehens in den vergangenen Tagen könne man durchaus froh sein, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. „Aber es gibt aus heutiger Sicht nicht die Grundlage, um zu sagen, der Tag X ist der Tag, an dem alle Beschränkungen fallen.“ Vielmehr gebe es guten Grund, grundsätzliche Maßnahmen wie Abstand und Maskenpflicht weiter gelten zu lassen.

Seibert sprach etwa mit Blick auf die Corona-Infektionszahlen und die Belegung der Krankenhäuser von einer „ganz guten Entwicklung“, die zeige, dass ergriffene Maßnahmen wirkten. Die 3G-Regel - also Zugang zu bestimmten Innenräumen nur für Geimpfte, Genesene und negativ Getestete - habe zu diesem Erfolg beigetragen. Dies sei aber keine Entwicklung, von der aus man sagen könne, jetzt sei es sicher, dass Herbst und Winter gut würden.
Anastasia Zejneli
Ende des Jahres läuft die Haltbarkeit von mehr als 100 Millionen Corona-Impfdosen weltweit ab. Wenn sie nicht dringend umverteilt würden, werde der Impfstoff vergeudet, warnte das Datenanalyse-Unternehmen Airfinity. Mehr als 40 Prozent dieser Impfdosen seien in der EU, wie Airfinity am Montag berichtete.

Bedenke man, dass die meisten Empfängerländer mindestens zwei Monate Haltbarkeit ab Einfuhr brauchen, um die Impfkampagnen durchzuführen, drohten 241 Millionen Impfdosen ungenutzt abzulaufen. Wenn diese Impfdosen umgehend verteilt würden, würde das zusammen mit dem bereits gekauften und zur Verfügung gestellten Dosen reichen, um 70 Prozent der Menschen in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen gegen das Coronavirus zu impfen, so Airfinity. Das britische Institut wertet unter anderem Unternehmens- und Wissenschaftsdaten aus.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf dringt seit Monaten auf eine fairere Verteilung der Impfstoffe. Je länger das Virus in Ländern mit niedriger Impfquote zirkuliere, desto größer sei die Gefahr neuer Varianten, gegen die die Impfstoffe weniger oder nicht wirkten. Die EU-Staaten sowie Japan, Kanada, Großbritannien und die USA werden bis Ende des Jahres nach Angaben von Airfinity zusammen eine Milliarde mehr Impfdosen zur Verfügung haben als sie benötigen, heißt es in der Analyse. Diese Länder haben zugesagt, bis Mitte nächsten Jahres 1,2 Milliarden Impfdosen zu spenden. Davon seien aber erst zwölf Prozent geliefert worden.
Anna Kipnis
Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil spricht sich gegen einen „Freedom Day“ mit der Aufhebung aller Corona-Maßnahmen aus. „Es gibt nur einen Ausweg: Keinen Freedom Day, sondern eine höhere Impfquote“, sagt der SPD-Politiker der „Rheinischen Post“ (Dienstagausgabe). Es sei bekannt, dass in der kalten Jahreszeit die Infektionszahlen wieder steigen würden und die Patienten auf den Intensivstationen jünger würden und auch länger dort bleiben müssten. Daher brauche es in den nächsten Monaten einen wirksamen Infektionsschutz.
Anna Kipnis
Bei den Corona-Impfungen in Deutschland sind nun 63,1 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Die dafür meist nötige zweite Spritze erhielten 52,5 Millionen Menschen, wie aus Daten des Bundesgesundheitsministeriums von Montag hervorgeht. Mindestens eine erste Impfung bekommen haben fast 55,9 Millionen Menschen oder 67,2 Prozent aller Einwohner.

Minister Jens Spahn (CDU) hob hervor, dass damit nun 78 Prozent der Erwachsenen in Deutschland mindestens einmal geimpft sind - voll geimpft sind laut Robert Koch-Institut (RKI) 73,8 Prozent der über 18-Jährigen. Unter den Kindern zwischen zwölf und 17 Jahren sind demnach mittlerweile 39 Prozent mindestens einmal geimpft und 29,1 Prozent vollständig geimpft. „Jede einzelne Impfung hilft allen für einen sicheren Winter“, schrieb Spahn auf Twitter.
Anna Kipnis
In Österreich gilt in der kommenden Wintersportsaison auf den Skipisten die sogenannte 3G-Regel. Seilbahnbetreiber dürfen nur gegen Covid-19 Geimpfte, Getestete oder Genesene befördern, wie die Regierung am Montag in Wien bekanntgab. Abstandsregeln und Kapazitätsbeschränkungen wird es für die Skilifte nicht geben, eine FFP2-Maskenpflicht jedoch schon. Sollte die Auslastung der Intensivstationen mit Corona-Kranken steigen, werden die Regeln für ungeimpfte Wintersportler verschärft. „Ich bin überzeugt, dass mit diesen Rahmenbedingungen eine unbeschwerte, sichere Wintersaison in unserem Land möglich sein wird“, sagte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger bei einer Pressekonferenz in Wien.

Derzeit sind rund 200 Intensivbetten in Österreich mit Covid-19-Patienten belegt. Wenn die Zahl auf 300 steigt, dürfen Ungeimpfte keine Après-Ski-Lokale mehr besuchen - auch nicht mit negativem Testergebnis, sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein. Ab dieser Stufe dürfen Seilbahnen, Gastronomie und Hotels außerdem keine Selbsttests mehr akzeptieren. Ab einer Intensivauslastung von 400 Betten müssen Ungeimpfte negative PCR-Tests vorweisen. Die weniger genauen Antigentests sind dann nicht mehr ausreichend.
Bild: dpa
Anna Kipnis
Im vergangenen Jahr sind rund 22.500 Kinder bei Unfällen im Straßenverkehr zu Schaden gekommen - nach Angaben des Statistischen Bundesamts ein historischer Tiefststand. Zwar wurde durchschnittlich alle 23 Minuten ein Kind bei einem Verkehrsunfall verletzt oder getötet. Doch die Zahl der verunglückten Kinder lag fast 20 Prozent niedriger als im Jahr 2019 und war so gering wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Damit sei die Zahl der Unfallopfer unter 15 Jahren auch stärker gesunken als die der Unfallopfer insgesamt, die um 15 Prozent zurückgegangen war. Auch die Zahl der getöteten Kinder ging zurück: von 55 im Jahr 2019 sank sie auf 48 im vergangenen Jahr.

Diese Entwicklung wird auf die Folgen der Corona-Pandemie angesichts der zeitweiligen Schließung der Schulen sowie vieler Freizeiteinrichtungen zurückgeführt. So verunglückten während des ersten Lockdowns ab Mitte März 2020 weniger Kinder als in den Vorjahresmonaten auf den Straßen. Von Mai bis Juli stieg die Zahl zwar wieder, sie lag aber nach Angaben der Behörde noch deutlich unter dem Niveau der Vorjahresmonate.
Anne Schwedt
Die Problematik von Long-Covid bei Kindern und Jugendlichen lässt sich anhand der aktuellen Studienlage kaum beurteilen. Das schreiben australische Forscher in einem Übersichtsartikel in „The Pediatric Infectious Disease Journal“. Die Frage nach Long-Covid – als dem Anhalten von Corona-Symptomen über viele Wochen – ist brisant, weil das Syndrom ein Argument für Kinder-Impfungen sein könnte, sollte es weit verbreitet sein.

„Das geringe Risiko der akuten Erkrankung bedeutet, dass einer der Hauptvorteile einer Impfung von Kindern darin liegen könnte, sie vor Long-Covid zu schützen“, sagt Nigel Curtis von der Universität Melbourne, einer der Autoren des Übersichtsartikels. Er und sein Team fassten vierzehn Einzelstudien zu Long-Covid zusammen, die rund 19.426 Kinder einbezogen. Die Prävalenz von typischen Symptomen variierte je nach Studie zwischen 4 und 66 Prozent. Die kleinen Patienten klagten über Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Konzentrationsschwäche, Bauchschmerzen und Muskel- sowie Gelenkbeschwerden. Nach höchstens zwölf Wochen war der Großteil der Kinder beschwerdefrei. Kinder scheinen zwar an Long-Covid zu erkranken – aber weniger lange und ausgeprägt als Erwachsene.
Anne Schwedt
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erwartet Anfang kommenden Jahres die Zulassung für einen Corona-Impfstoff für die Jüngsten. „Ich gehe davon aus, dass die Zulassung für einen Impfstoff für Kinder unter zwölf Jahren im ersten Quartal 2022 kommt“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Dann könnten wir auch die Jüngeren noch besser schützen.“ Der Minister wies zugleich darauf hin, zwischen der Zulassung und einer Impfempfehlung durch die Stiko könne dann noch einmal Zeit vergehen. „Eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission wird auch in diesem Fall zeitlich etwas später kommen“, sagte Spahn.

Biontech zum Beispiel hatte vor wenigen Tagen angekündigt, in den kommenden Wochen die Zulassung seines Corona-Impfstoffs für Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren zu beantragen . Studienergebnisse liegen demnach bereits vor und müssen nur noch für die Zulassungsbehörden aufbereitet werden. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hatte mitgeteilt, sie könne noch keinen Zeitrahmen für eine mögliche Zulassung nennen. Die Produktion wird vom Unternehmen bereits vorbereitet.
Anne Schwedt
Das Robert Koch-Institut meldet 3736 neue Positiv-Tests . Das sind 1775 weniger als am Montag vor einer Woche, als 5511 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt leicht auf 71,0 von 70,5 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 13 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus.
Anna Kipnis
Nach einem Monat wird der strenge Lockdown in der neuseeländischen Millionenmetropole Auckland gelockert. Grund seien die sinkenden Corona-Zahlen in der größten Stadt des Landes, die als Epizentrum des jüngsten Ausbruchs der Delta-Variante in dem Pazifikstaat galt, teilte die Regierung am Montag mit. Die Beschränkungen würden ab Mittwoch leicht gelockert, kündigte Ministerpräsidentin Jacinda Ardern an.

Geschäfte und Schulen dürfen dann zumindest teilweise wieder öffnen. Ältere Menschen forderte Ardern aber auf, weitgehend zu Hause zu bleiben, wenn sie noch nicht geimpft sind.

Im Rest des Landes wurde der am 18. August nach nur einem einzigen Corona-Fall verhängte Lockdown bereits vor zwei Wochen weitgehend wieder aufgehoben, in Auckland durften die Menschen aber weiter nur in Ausnahmen ihre Häuser verlassen.

Neuseeland gilt weltweit als Vorzeigestaat im Kampf gegen das Virus und verfolgt eine sogenannte Null-Covid-Strategie. Die Menschen leben seit Beginn der Pandemie weitgehend vom Rest der Welt abgeschottet, dadurch aber relativ normal weiter - monatelang auch ohne Masken. Bislang wurden nur rund 4000 Infektionsfälle bestätigt, 27 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Allerdings sind bisher nur etwa 38 Prozent der fünf Millionen Einwohner vollständig geimpft.
Anne Schwedt
Wie Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hält auch der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung eine Corona-Wintersaison in den Bergen samt Après-Ski unter bestimmten Bedingungen für möglich . „Wir wollen wieder unbeschwert Skiurlaub machen“, sagte Thomas Bareiß (CDU) den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Daher ist es grundsätzlich richtig, bestimmte Veranstaltungen nur für Personengruppen zu öffnen, bei denen die Ansteckungsgefahr gering ist.“ Bei einem Anstieg des Infektionsgeschehens dürfe es keine Schließungen mehr geben, gleichzeitig müssten Gäste und Gastgeber geschützt werden. „In dem Fall bleibt zu prüfen, ob ein Antigen-Schnelltest noch ausreichend ist“, sagte Bareiß. „Die Impfung bleibt das A und O.“

Kurz hatte gesagt, er halte eine sichere Wintersaison inklusive Après-Ski für möglich. Falls sich die Situation weiter verschärft, würden anstatt der aktuell geltenden 3G-Regel nur noch Geimpfte Zugang zu Après-Ski-Lokalen erhalten . „In Österreich sind über 70 Prozent der impfbaren Bevölkerung geimpft. Die überwiegende Masse der Touristen, die zu uns kommen wollen, sind ebenfalls geimpft. Insofern steht einem sicheren Urlaub in Österreich nichts im Wege.“
Anne Schwedt
Der frühere britische Premierminister Gordon Brown (70) wird Botschafter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die weltweite Gesundheitsfinanzierung. „Als langjähriger Freund von Gordon weiß ich, dass er einen scharfen Intellekt, entschlossenes Engagement und einen tiefen Gerechtigkeitssinn für seinen Botschafterposten mitbringt“, erklärte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Brown freue sich laut einer Medienmitteilung auf seine Aufgabe und wolle dabei helfen, dass alle Menschen Zugang zu einem Gesundheitssystem hätten.

Die dringendste Aufgabe sei es, die Finanzierung für die Durchimpfung der ganzen Welt gegen das Corona-Virus zu ermöglichen. Die ärmsten Länder müssten vor den „furchtbaren Auswirkungen von COVID-19 und anderen Krankheiten“ beschützt werden, erklärte Brown.
Andreas Neuhaus
Der scheidende Berliner Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) erwartet für den Herbst Verschärfungen in der Coronapolitik. In der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“ sagt Müller, er glaube, dass Getestete dann immer seltener mit Geimpften und Genesenen gleichgestellt würden.
„Ich glaube, das wird Ende Oktober eine Rolle spielen, schon durch viel privates Engagement, dass es immer mehr in die Richtung geht“, so Müller, der als Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz die Coronapolitik an vorderster Stelle mit aushandelt.

Er begründete dies mit dem ausreichenden Impfangebot für alle in Frage kommende Bevölkerungsgruppen. „Jeder konnte es in Anspruch nehmen. Auch die Jüngeren konnten es in Anspruch nehmen. Und tatsächlich wird dann 2G immer mehr umgesetzt.“
Erik Acker
Der US-amerikanische Immunologe Anthony Fauci sieht in der Experten-Entscheidung gegen allgemeine Corona-Auffrischungsimpfungen in den USA keinen Rückschlag für US-Präsident Joe Biden. Die Bewertung der Experten könne sich künftig auch noch ändern , sagte der Präsidenten-Berater Fauci am Sonntag. Die US-Arzneimittelbehörde FDA empfahl den dritten Piks am Freitag doch nur für bestimmte Risikogruppen, nachdem die US-Regierung zuvor trotz der noch ausstehenden FDA-Entscheidung schon einen Impfstart für alle für diesen Montag angekündigt hatte.

„Ich glaube nicht, dass es verwirrend war, ein Datum zu nennen“, sagte Fauci. Man habe einen Termin festlegen müssen, um sich vorbereiten zu können. Mit Blick auf die nun anderslautende Empfehlung der Arzneimittelbehörde FDA sagte er: „Ich denke nicht, dass sie einen Fehler gemacht haben.“ Es würden weiter Daten geprüft. Die Menschen müssten sich im Klaren darüber sein, dass „buchstäblich täglich und wöchentlich neue Daten“ einträfen . „Es ist noch nicht vorbei. Ich denke, die Menschen müssen verstehen, dass dies nicht das Ende der Geschichte ist.“
Katharina Roß
Nach der Ankündigung eines neuen Corona-Dekrets wollen sich in Italien mehr Menschen als davor impfen lassen. Im Vergleich zur Vorwoche stiegen die Anmeldungen für eine Erstimpfung landesweit zwischen 20 und 40 Prozent. Das teilte der außerordentliche Kommissar für den Corona-Notfall, Francesco Figliuolo, am Wochenende mit. Allein am Samstag hätten sich 35 Prozent mehr Menschen gemeldet als am Samstag davor, um sich impfen zu lassen. In Italien sind rund 75 Prozent der Menschen über zwölf Jahren durchgeimpft.

Diese Entwicklung bei den Impf-Anmeldungen war von der Regierung um Ministerpräsident Mario Draghi erhofft worden. Das Kabinett hatte in der vorigen Woche beschlossen, dass vom 15. Oktober an alle Beschäftigten im privatwirtschaftlichen wie öffentlichen Sektor einen „Grünen Pass“ haben, also geimpft oder getestet sein müssen. Weil Tests nicht mehr kostenlos sind, hofft die Regierung, dass sich noch mehr Leute impfen lassen, um weiter zur Arbeit gehen zu können.
Italiens Ministerpräsident Mario Draghi Bild: dpa
Katharina Roß
Der Vorstoß von Kassenärztechef Andreas Gassen , zum 30. Oktober alle Corona-Beschränkungen aufzuheben, löst beim Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, Unverständnis aus . „Der „Freedom Day“ zur Aufhebung aller Corona-Beschränkungen ist eine tolle Sache. Doch beim Blick in die Arztpraxen, Krankenhäuser und Pflegeheime scheinen solche flotten Sprüche nicht anzukommen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Hier seien die Einschränkungen für Patienten, Pflegebedürftige und Angehörige allgegenwärtig. „Die Kassenärztlichen Vereinigungen müssen sich zunächst dafür einsetzen, dass ihre Vorschläge im medizinisch-pflegerischen Bereich ankommen.“

Gassen hatte sich für das Ende aller Corona-Beschränkungen zum 30. Oktober ausgesprochen. „Nach den Erfahrungen aus Großbritannien sollten wir auch den Mut haben zu machen, was auf der Insel geklappt hat. Also braucht es jetzt eine klare Ansage der Politik: In sechs Wochen ist auch bei uns Freedom Day! “, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.
Katharina Roß
Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer spricht sich für die 3G-Regel aus. „Wir haben keine Impfpflicht, daher muss vom Grundsatz her Teilhabe für Nicht-Geimpfte denkbar sein“, sagt sie dem Sender Phoenix. Lohnfortzahlungen für Nicht-Geimpfte lehnt die Ministerpräsidentin jedoch ab: „Wir werden Lohnfortzahlung für Ungeimpfte in Quarantäne beenden, sobald im Oktober klar ist, dass jeder die Chance gehabt hat, sich impfen zu lassen.“
Katharina Roß
Kanzleramtschef Helge Braun hat sich gegen eine bundesweite Ausdehnung der sogenannten 2G-Regeln ohne Not ausgesprochen. „ Die von einigen Bundesländern nun in manchen Bereichen ermöglichte 2G-Regelung finde ich richtig, wenn dort 3G nicht ausreicht, um Infektionen zu vermeiden“, sagt der CDU-Politiker der Nachrichtenagentur Reuters. „Aber ich bin nicht für eine flächendeckende Einführung von 2G, wenn dies nicht aufgrund einer drohenden Überlastung des Gesundheitswesens erforderlich ist.“ Bei der 2G-Regel haben nur Geimpfte und Genese, nicht aber Getestete Zugang etwa zu Veranstaltungen.

Helge Braun lehnt die von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) geforderten Aufhebung aller Corona-Auflagen Ende Oktober ab. „Von einem 'Freedom day' im Herbst ... halte ich derzeit nicht viel“, sagt der CDU-Politiker der Nachrichtenagentur Reuters. „Denn es kann gut sein, dass es noch eine weitere Welle geben wird.“ Gut vier Millionen Menschen hätten sich bis heute infiziert, aber 20 Millionen noch keinen Impfschutz.

„Das zeigt, wie groß eine neue Welle im schlechtesten Fall werden kann. Wir sollten erst eine Aufhebung der Beschränkungen versprechen, wenn der Prozentsatz der Durchgeimpften insbesondere in den höheren Altersgruppen deutlich gestiegen ist – wir also eine Gemeinschaftsimmunität erreichen“, fügt Braun hinzu. Der KBV-Vorsitzende Andreas Gassen, hatte in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ gefordert, alle Corona-Maßnahmen in sechs Wochen aufzuheben und den 30. Oktober zum „Freedom Day“ auszurufen.

Katharina Roß
Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland ist am sechsten Tag in Folge gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 70,5 an . Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 72,0 gelegen, vor einer Woche bei 80,2. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 7337 Corona-Neuinfektionen . Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.13 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 7345 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 38 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es acht Todesfälle gewesen. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 1,89 an (Donnerstag: 1,87). Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen einer hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich.
Katharina Roß
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hat umfassende Vorschläge vorgelegt, damit die Wirtschaft in Zeiten der Pandemie zurück zu alter Stärke findet. „Der Weg aus der Krise ist kein Selbstläufer“, heißt es in einem Papier, das der Deutschen Presse-Agentur vorlag. Es gehe darum, den weiteren Verlauf der Pandemie besser zu überstehen.

DIHK-Präsident Peter Adrian sagte: „Die Corona-Pandemie ist weiter eine Belastung für die deutsche Wirtschaft: Betriebe, die besonders von den Lockdowns betroffen waren, haben ihre Verluste noch nicht aufgeholt und kämpfen mit Liquiditätsengpässen. Gleichzeitig wirken sich unterbrochene Lieferketten und Preissteigerungen für viele Unternehmen negativ aus.“

So wären Regelungen und unvermeidbare Einschränkungen der Geschäftstätigkeit leichter vermittelbar und würden besser angenommen, wenn sie bundesweit einheitlich gelten würden. Es müsse verlässlich und rechtzeitig informiert werden über Regeln am Standort. Zwischen Politik, betroffenen Unternehmen und Verbänden brauche es eine intensivere Abstimmung. Mit einem stärkeren Einsatz von digitalen Tools hätten viele Schließungen verhindert werden können. Die Digitalisierung der Verwaltung müsse vorangetrieben werden.

Professionelle und zwischen Bund und Ländern abgestimmte Strukturen könnten die Auszahlung von Hilfen beschleunigen, heißt es weiter. Eine damit einhergehende bundesweite IT-Struktur sollte Schnittstellenprobleme etwa zwischen IT-Programmen von Bund und Ländern vermeiden. Es solle zudem eine „Lock-Down-Datenbank“ erstellt werden.

Weiterlesen...

Anzeige
ICO/Audio-Play@1,5x stop „@1x