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Kommentar
Die Lücken im Anlegerschutz bei Gold-Investments müssen geschlossen werden

Ein zweiter Fall Pim Gold ist nur eine Frage der Zeit. Der Anlegerschutz muss verbessert werden.

01.06.2020 | von Jakob Blume

Goldbarren © Science Photo Library / vario im

Es ist eine absurde Situation: Wer ohne Banklizenz Gelder von Anlegern einwirbt und Zinsen verspricht, hat schnell Ärger mit der Finanzaufsichtsbehörde Bafin. Doch wer Gold verkauft und die Lagerung des Edelmetalls gegen eine fixe Rendite verspricht, hat von den Aufsichtsbehörden meist nichts zu befürchten. Denn bei Sachwerten greift der Anlegerschutz nicht.

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Wohin die Gesetzeslücke führt, hat der Fall Pim eindrucksvoll gezeigt: Der Goldhändler konnte so mutmaßlich Gold verkaufen, das nie existierte.

Konsequenzen hatte der Anlegerskandal bislang jedoch nicht. Zahlreiche Goldhändler machen genau da weiter, wo die Pim aufgehört hat. Ein zweiter Fall Pim scheint nur eine Frage der Zeit. Deshalb muss der Gesetzgeber den Anlegerschutz bei Edelmetallinvestments zügig verbessern.

Eine Möglichkeit wäre es, Goldhändler dazu zu verpflichten, gekauftes und eingelagertes Gold als Sondervermögen auszuweisen.

Die seriösen Anbieter machen das ohnehin, für die würde sich also nichts ändern. Und die schwarzen Schafe könnten das Gold der Kunden nicht länger als Produktivkapital verwenden und munter hin und her schieben. Dubiosen Geschäftsmodellen würde so die Grundlage entzogen.

Ruinöse Hinhaltetaktik

Pim konnte auch nur deshalb jahrelang Gelder einsammeln, obwohl die finanzielle Lage des Händlers bereits bedrohlich war, weil das Unternehmen darauf verzichtete, Bilanzen offenzulegen.

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Die Hinhaltetaktik wenden auch einige Goldhändler an, die das Geschäftsmodell der Pim kopieren. Die Weigerung, zeitnah Bilanzen zu veröffentlichen, sollte daher nicht länger wie ein Kavaliersdelikt bestraft werden. Empfindliche Geldbußen könnten bereits helfen, geltendes Recht durchzusetzen.

Die beste Lösung wäre es, Edelmetallinvestments aufsichtsrechtlich als das zu behandeln, was sie de facto sind: Kapitalanlagen. Die Vermittler müssten die gleichen hohen Auflagen erfüllen wie Bankberater. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

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