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Verbraucherpreise
Deutsche Inflation steht bei 3,8 Prozent – Höchster Wert seit 1993

Die Wiedereinführung der alten Mehrwertsteuerhöhe, teure Energie und Lieferengpässe treiben die Verbraucherpreise an. Ein Ende des Trends ist noch nicht in Sicht.

11.08.2021

Gemüse im Supermarkt © dpa

Berlin Die lange tot geglaubte Inflation meldet sich mit Wucht zurück: Die Wiedereinführung der alten Mehrwertsteuerhöhe, teure Energie und Engpässe bei etlichen Waren ließen die deutschen Verbraucherpreise im Juli um 3,8 Prozent zum Vorjahresmonat steigen. Eine höhere Teuerungsrate gab es zuletzt im Dezember 1993 mit 4,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch eine frühere Schätzung bestätigte. Im Juni lag sie noch bei 2,3 Prozent.

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In den kommenden Monaten dürfte die Inflationsrate Richtung fünf Prozent marschieren und erst 2022 wieder merklich nachgeben, sagten Ökonomen voraus. Gewerkschaften fordern wegen drohender Kaufkraftverluste kräftige Lohnerhöhungen.

Als Folge der temporären Senkung der Mehrwertsteuersätze - mit der die Bundesregierung die Corona-geplagte Wirtschaft im zweiten Halbjahr 2020 anschieben wollte - waren die Verbraucherpreise ein Jahr zuvor gefallen. „Der im Juli 2021 sprunghaft einsetzende Basiseffekt war zu erwarten, da die Weitergabe der Steuererleichterung an Verbraucherinnen und Verbraucher vor einem Jahr bei vielen Gütern zu sinkenden Preisen geführt hatte“, sagte der Leiter des Referats Verbraucherpreise im Statistischen Bundesamt, Christoph-Martin Mai. „Der preiserhöhende Effekt wird durch Sonderentwicklungen für einzelne Güter verstärkt, insbesondere für die Energieprodukte.“

Energie kostete 11,6 Prozent mehr als im Juli 2020. Hier wirkte sich auch die zu Jahresbeginn eingeführten CO2-Abgabe preistreibend aus. Teurer wurden vor allem Heizöl (plus 53,6 Prozent) und Kraftstoffe (plus 24,7). Auch Erdgas (plus 4,7 Prozent) und Strom (plus 1,6) kosteten mehr.

Die Preise für Nahrungsmittel zogen um 4,3 Prozent. Merklich teurer wurden zum Beispiel Gemüse (plus 7,2 Prozent) sowie Speisefette und Speiseöle (plus 6,9). Darüber hinaus verteuerten sich auch Bekleidungsartikel (plus 6,2 Prozent) und Fahrzeuge (plus 5,2) sowie Möbel und Leuchten (plus 4,0) deutlich.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi fordert allerdings angesichts der stark steigenden Inflation spürbare Lohnerhöhungen. „Wir brauchen gerade auch wegen der anziehenden Preise kräftige Lohnsteigerungen für die Beschäftigten“, sagte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Andrea Kocsis kürzlich der Nachrichtenagentur Reuters. „Verdi wird deshalb ihre offensive Lohnpolitik in den Branchen fortsetzen.“

rtr

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