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Edelmetalle
Nach Renditeanstiegen in den USA: Goldpreis fällt immer weiter

Wegen der steigenden Zinsen wenden sich die Finanzanleger vom Gold ab. Im Jahresverlauf besteht aber wieder Hoffnung auf steigende Preise.

28.02.2021 | von Ingo Narat

Goldbarren in einem Tresor © dpa

Frankfurt Das bekannteste und für Anleger wichtigste Edelmetall ist nach den Renditeanstiegen in USA so günstig zu haben wie zuletzt im vergangenen Juni: Die Feinunze Gold kostete am Freitag 1734 Dollar. Sie ist damit über 300 Dollar preiswerter als auf dem Top im August. Nach dem Preisrückgang von zwei Prozent am Freitag summiert sich Wochenverlust auf vier Prozent, der Gesamtverlust seit vergangenem Sommer auf 16 Prozent. Immerhin ging es am Montagmorgen wieder leicht aufwärts.

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Noch massiver sackten die Kurse der Goldminenaktien ab. Der Nyse Arca Gold Bugs Index rutschte in der gleichen Zeit um 31 Prozent. Die Gewinne von Bergbaufirmen reagieren überdurchschnittlich stark auf Preisveränderungen des Basismetalls. Wesentlich besser entwickeln sich andere Edelmetalle wie Silber oder Platin.

Gold erhält momentan massiven Gegenwind durch die steigenden Anleiherenditen, gerade in den USA. Zehnjährige Staatstitel rentierten Mitte 2020 bei 0,5 Prozent, im vergangenen Donnerstag war die Effektivverzinsung auf über 1,5 Prozent geschnellt. Auch wenn sich das Geschehen am Freitag beruhigte, fiel der Goldpreis weiter.

Der Renditeanstieg ist eine entscheidende Belastung, wie die Analysten der Commerzbank feststellen: „Er ist eine schwere Hypothek für Gold, das selbst keine Zinsen abwirft.“ Anders gesagt: Gold und Anleihen sind konkurrierende Anlagen, und wenn die Zinsen steigen, verliert das Metall automatisch an relativer Attraktivität.

Anleger verkaufen Gold-ETFs

Manche Experten glauben, dass die US-Notenbank die Inflationsgefahr unterschätzt und einen Politikfehler begeht, wenn sie die Zinsen tief lässt. Sollte das tatsächlich der Fall sein, so die Commerzbank-Analysten, würde Gold im Anschluss umso stärker steigen. Die Minenlobby World Gould Council erwartet im Jahresverlauf wieder steigende Nachfrage nach Gold. „Kurzfristig sieht die Lage für Gold allerdings trostlos aus, was auch die ETF-Anleger so sehen und deswegen weiter Mittel abziehen“, urteilen die Experten.

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Innerhalb von drei Wochen flossen rund 80 Tonnen Edelmetall aus diesen Produkten ab. Gold-ETFs hinterlegen ihrerseits das Edelmetall, können aber von Anlegern komfortabel gehandelt werden wie Aktien, anders als beim direkten Erwerb von Barren oder Münzen.

Ähnlich wie die Analysten der Commerzbank wollen auch die Experten der BayernLB Gold nicht ganz abschreiben. Gold bleibe weiter als Absicherung gegen Inflation gefragt. Auch die Entwicklung der US-Währung werde das Metall begünstigen. Gold gilt als Konkurrenzwährung zum Dollar: Wenn der Metallpreis steigt, drückt das die US-Währung – und umgekehrt.

Seit einem Jahr fällt der Dollar, nur in den vergangenen Wochen zeigte er Stärke. „Mittelfristig erwarten wir eine fortgesetzte Abwertung des nach wie vor hoch bewerteten Dollars“, urteilen die Analysten der BayernLB. Das werde Gold begünstigen.

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