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Inflation
Die Inflationsrate in Deutschland von 2005 bis 2023

Die Inflationsrate in Deutschland lag 2022 im Jahresdurchschnitt bei 7,9 Prozent. Verbraucherinnen und Verbraucher zahlten vor allem mehr für Energie und Nahrungsmittel. 

23.01.2023 | von Angelika Ivanov und Nils Buske

Einkauf im Supermarkt © dpa

7,9 Prozent – so hoch lag die Inflation in Deutschland 2022 im Jahresdurchschnitt. Damit erhöhte sich die Teuerungsrate gegenüber den Vorjahren deutlich, teile das Statistische Bundesamt mit. Vor allem die hohen Energiekosten sowie ein Anstieg bei den Lebensmittelpreisen sorgten für höhere Ausgaben. Ihren Höhepunkt fand die Inflationsrate im Oktober 2022 bei 10,4 Prozent. „Krisen- und kriegsbedingte Sondereffekte wie Lieferengpässe und deutliche Preisanstiege auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen prägten den gesamten Jahresverlauf. Auch wenn diese Preiserhöhungen nicht vollständig an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben wurden, wurden für sie besonders Energie und Nahrungsmittel spürbar teurer“, erklärte Dr. Ruth Brand, seit 1. Januar 2023 neue Präsidentin des Statistischen Bundesamtes. Während sich die Energieprodukte im Jahresdurchschnitt 2022 um 34,7 Prozent verteuerten, stiegen die Preise für Nahrungsmittel im Schnitt um 13,4 Prozent im Vergleich zu 2021. 

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Was bedeutet Inflation?

Wörtlich heißt es die „Aufblähung“ der Preise und bedeutet, dass Verbraucher für gleiches Geld weniger Waren kaufen können. Im Alltag zeigt sich das, indem wir etwa feststellen, dass die Bahntickets teurer sind, der Benzinpreis steigt oder eben die Brötchen nicht mehr 20 Pfennig kosten. Sinken hingegen die Preise anhaltend, wird von einer Deflation gesprochen.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet die aktuelle Inflation: Sie müssen für Nahrungsmittel und Energie mehr zahlen als im Vorjahr.

Die Europäische Zentralbank gibt als Ziel eine Inflationsrate von rund zwei Prozent aus. Langsam steigende Preise sollen Verbraucher und Unternehmer ermutigen, jetzt Geld auszugeben, statt Investitionen aufzuschieben. Die sehr hohe Inflationsrate im Jahr 2022 von 7,9 Prozent bedeutet eine massive Einkommensentwertung, wodurch die Konsum- und Investitionsnachfrage geschwächt wird. Volkswirte rechneten für das Jahr 2022 im Schnitt mit einer Inflationsrate von fünf Prozent.

Ein Überblick der Inflationsrate in Deutschland seit 2005:

Inflationsrate Deutschland in ProzentJahr
7,92022
3,12021
0,52020
1,42019
1,82018
1,52017
0,52016
0,52015
1,02014
1,42013
2,02012
2,12011
1,12010
0,32009
2,62008
2,32007
1,62006
1,52005
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Quelle: Statista/ Statistisches Bundesamt

Für 2023 rechnen Experten mit einer niedrigeren Teuerung als im Vorjahr. „Der Höhepunkt bei der Inflation scheint überwunden zu sein, sodass wir dieses Jahr mit einer Teuerungsrate von unter sechs Prozent rechnen können“, erklärte der Chef vom Institut der Deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, im Interview mit der Mediengruppe Bayern.

Wie wird die Inflationsrate berechnet?

Die Inflationsrate ergibt sich aus dem Preis eines durch das Statistische Bundesamt definierten Produktwarenkorbs. Darin werden Dinge aufs Jahr berechnet, die wir für das tägliche Leben brauchen wie Lebensmittel, Bekleidung, Miete, Strom, Telekommunikation, Freizeitausgaben und Rohstoffe wie etwa Benzin und Heizöl sowie staatliche Gebühren und Steuern. Die Rate wird jeden Monat vom statistischen Bundesamt ermittelt.

Es ist möglich sich seine eigene Inflationsrate zu berechnen. Denn wer beispielsweise kein Auto fährt, müsste den Wert für Benzin eigentlich abziehen. Möglich ist das im persönlichen Inflationsrechner des Bundesamts für Statistik.

Erstveröffentlichung: 19. Oktober 2020, 10:15 Uhr

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